Mole_88 06.03.2011, 20:21 Uhr 2 0

Ich kann dich riechen..

Ich stehe vor unserem Kleiderschrank. Meine Augen wandern über die wenigen Klamotten von dir die noch da sind,

bleiben hängen an dem einzigen Pullover den du da gelassen hast. Ich greife danach, streife ihn mir über. Spüre wie sich der weiche Stoff an meinen kleinen Körper schmiegt, wie mich dein Duft umhüllt. Für einen Moment fühle ich mich geborgen, habe keine Angst mehr. Der Geruch, so vertraut…
26 Tage sind es nun. 26 Tage in denen du fehlst, in der ich deine Abwesenheit spüre. Du bist gegangen, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Ich wachte auf an diesem Dienstag vor 26 Tagen, was fehlte warst du, was blieb, dein Geruch.
Ich lege mich ins Bett, decke mich zu mit unserer großen Decke. Dein Pullover auf meiner nackten Haut, dieser Duft, überall. Ich schließe meine Augen, wühle meinen Kopf in das Kissen, kralle mich am Laken fest. Hole tief Luft, sauge alles ein, Vertrautheit, Geborgenheit, Schutz. Ich öffne die Augen, blicke auf die linke Seite des Bettes, deine Seite.
Sie ist leer.
Die Verzweiflung übermannt mich, nimmt mich voll ein, raubt mir den Atem. Ich versuche mich zu kontrollieren, halte mich fest, versuche zu weinen. Wie gelähmt liege ich da. Erinnerungen rasen durch meinen Kopf, Momente in denen wir glücklich waren. Momente in denen es nur uns gab, uns und die Liebe die uns verband. Mein Kopf schmerzt, kein Gedanke weilt an. Ein ohrenbetäubender Lärm lässt nicht zu dass ich die Momente festhalten an. Ruckartig stehe ich auf, reiße die Schlafzimmertür auf, laufe den Flur entlang ins Badezimmer. Das Rauschen des Wassers übertönt den Lärm, tut gut auf der Haut.
Ich lasse mich auf den Boden sinken, spüre die kalten Fliesen der Badewanne an meinem Rücken. Ich ziehe die Beine an, verstecke mich unter deinem Pullover, zieh mir die Kapuze über den Kopf.
Du bist weg, was bleibt ist dein Geruch.
Ich schließe die Wohnungstür auf, erschöpft vom Tag. Bei der Arbeit nichts von dir. Kein Geruch, keine Gegenstände, kein Bild. Deine Musik höre ich schon lange nicht mehr. Die immer selben Wege, vor kurzer Zeit noch mit dir zusammen gelaufen, die Gedanken an dich, die Erinnerungen, der Schmerz in mir sind genug. Du bist nicht anwesend doch immer da.
Ich schließe die Tür hinter mir, lege die Tasche und die Jacke ab.
Etwas ist anders.
Ich kann dich riechen.

2 Antworten

Kommentare

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    Wie würdest du dir wünschen dass es weiter geht?

    07.03.2011, 18:38 von Mole_88
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    wie geht es weiter?!

    07.03.2011, 10:39 von Flacky
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