dontbringtomorrow 30.11.-0001, 00:00 Uhr 13 41

Ich drehe mich

Ich habe Tag ein Tag aus mein Handy bewacht, auf ein Zeichen gewartet und kaum mehr gelacht, ich hab mir Tage und Nächte Gedanken gemacht.

Ich hab so viel gedacht 

In letzter Zeit 

Beim aufwachen, einschlafen, aufstehen, weggehen, ankommen, 

gedacht daran, allein zu sein

Ich stand allein 

Im Supermarkt vor all dem Essen

Mir fiel nur ein, was du gern magst 

Was ich aber mag, hab' ich vergessen 

Obwohl du weg bist, hab ich immer

Jeden Tag für zwei gekocht

Und saß am Abend letzten Endes 

Vor'm Haufen Chili - ich weiß, das hast du mal gemocht

In meinem Bett lagen noch wochenlang 

Deine Decke und dein Kissen

Und ich lag nur auf meiner Seite 

An den Rand gedrängt und mit dem Wissen

Wie viel Platz du immer brauchtest 

Ich habe Tag ein Tag aus mein Handy bewacht,

Auf ein Zeichen gewartet

Und kaum mehr gelacht

Ich hab mir Tage und Nächte Gedanken gemacht, Gründe gesucht und 

Gedacht, wenn ich nur lang genug suche,

Dann werd ich was finden 

Mich ändern können und du

Du könntest dich vielleicht  überwinden 

Und einfach wiederkommen.

Habe ich gedacht und letztendlich 

Hast du das dann doch nicht gemacht.

Ich hab alles versucht, mich gedreht und gewendet,

Zur Seite, nach unten und oben 

Und so viel Zeit dafür verschwendet,

Jemand zu sein, der ich nicht bin, um 

Das, was wir waren, zu halten, damit es nicht endet

Und bei all diesen Sachen in all der Zeit 

Bei dem ganzen Stress, der Wut und dem Leid, 

Nach all diesen ganzen zerrenden Tagen

Stehe ich heute in der Küche und fang an, mich zu fragen,

Wie ich nur so sein konnte.

Denn das, das bin ich nicht im geringsten.

Und jetzt stehe ich hier nach all der Zeit 

Irgendwo, zwischen manchmal noch traurig und manchmal schon wieder 

Lächelnd, motivierter und auch mal befreit 

Und dann drehe ich mich und verdrehe mich nicht 

Und ich änder' nicht mich

Sondern mehr die Perspektive, 

Also dreh' ich mich und dann seh' ich

Dass mein Essen von heut Mittag 

Plötzlich gar nicht mehr so viel ist wie noch

vor gar nicht allzu langer Zeit und

Seit Freitag schlafe ich im Bett 

Auch wieder in der Mitte, und ohne zweitem Kissen und zweiter Decke 

Habe ich so viel Platz, da sind keine zwei Abschnitte mehr

Wenn ich jetzt aufstehe, sehe ich aus dem Fenster und ich sehe diese Stadt 

Und anstatt all das zu verfluchen 

Kann ich heute lachen, ich beginne, wieder mehr hier zu sein, was mit Menschen zu machen, 

zu feiern und bin nicht ständig nur am suchen 

Nach etwas, das ich gar nicht finden konnte 

Weil es längst nicht mehr ist 

Ich bin wieder hier und kann mich manchmal 

auch selbst schon wieder sehn'

Und versuche bei allem, was noch kommt

Meine eigenen Wege zu gehn'.


Tags: Veränderung, Vergangenheit, Erinnerung, Weg
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13 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Es ist so toll, wenn man anfängt sich wieder selber zu sehen und zu fühlen und es ist noch toller, wenn man sich irgendwann einfach nicht mehr verliert! Für niemanden. :)

    29.05.2016, 22:34 von McKath
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  • 0

    schön!

    19.02.2016, 18:56 von JojoWrites
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  • 0

    Man möchte aber auch lange Zeit gar nicht dahin kommen, so zu denken, denn dann ist vorbei, was doch schön ist, und sagen zu können, es ist einmal schön gewesen, bedeutet das Ende eines wundervollen Gefühls. Ich mag es nicht verlieren. Nie. Noch nicht. Nein, ich verweile gerne in diesem Niemals-Stadium, auch wenn es weh tut, denn dann fühle ich die Liebe lebendig nah.

    17.02.2016, 10:55 von zzebra
    • 0

      Hä?

      17.02.2016, 12:29 von quatzat
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  • 0

    Ein sehr schöner Text. Ich persönlich bin froh, dass mein Handy eine Status-LED hat. So muss ich nicht permanent darauf schauen, wenn ich eine so wichtige Nachricht erwarte. 

    17.02.2016, 10:42 von Joscha90
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  • 0

    Toller Text! So ging es mir vor ein paar Monaten auch und werde immer mehr wieder ich selbst.

    15.02.2016, 21:27 von heartofreeny
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  • 0

    Sehr schön, so muss das sein! The best is yet to come! :-)

    11.02.2016, 16:29 von elisast
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  • 0

    Genau so geht es mir grad auch. Du sprichst mir aus der Seele!

    10.02.2016, 20:00 von minne_
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  • 0

    Oh dankeschön!

    10.02.2016, 15:16 von dontbringtomorrow
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  • 2

    Dieser Text ist so so so so unglaublich schön. Und gut. Und tut mir gut! Danke 

    10.02.2016, 09:59 von feinesuesse_xo
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  • 0

    toll! 

    09.02.2016, 23:02 von overdoseofaddiction
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