Solitudine 30.11.-0001, 00:00 Uhr 35 36

Ich breche dein Herz, um mich selbst zu heilen.

Du hälst meine eiskalte Hand. Streichst über meine kleine Narbe, an der du mich immer wieder erkennen würdest. Ich kann dich nicht weinen sehen.

Ich wollte, dass du es bist. Das wollte ich immer.

Ich habe mich selbst betrogen, um uns auf einen Nenner zu bringen. Den Mund fusselig geredet und geweint und geschrien. Zu viel. Und dann war da dieser Satz der mich begleitet hat. Etwas wie "Wenn sich Dinge nicht ändern, dann tut es das Herz irgendwann". Es ist schon seltsam, dass du das Gefühl hast Dinge ändern sich nicht und du dann zurück schaust und feststellst, dass alles anders ist. Jetzt nehme ich dir dein Fundament, auf dem ich nie stand. Dein Halt, der nie existiert hat.

Ich liebe dich. Ich liebe dich nicht mehr.


Plötzlich trifft beides zu und während ich dich nicht mehr an meiner Seite sehe, sehne ich mich danach noch einmal durch die Wärme deines Körpers einzuschlafen, mein Gesicht vor der Welt in deinem Nacken zu verstecken und diese Zufriedenheit durch deinen gewohnten Geruch zu verspüren. Niemand kann dir sagen, ob es richtig ist aufzugeben oder zu kämpfen. Vielleicht stehen wir später am Altar und lächeln durch eine andere Person hindurch. Vielleicht ist es eine Lüge wenn ich sage ich habe alles für uns gegeben, vielleicht bin ich pessimistisch, wenn ich sage wir kriegen das nicht mehr hin. Vielleicht. Vielleicht wäre es aber fatal zu behaupten wir werden bedingungslos glücklich. Weil wir es nie waren. Wir haben in zu vielen Bereichen eine unterschiedliche Sprache gesprochen. So viel Kraft aufgebracht verstanden zu werden, um dann wieder zu vergessen was wir über den anderen gelernt haben. Ich will nichts bereuen. Ich vetraue darauf, dass zusammen bleibt was zusammen gehört. Ist es vorbestimmt ein Kapitel oder ein ganzes Buch zu füllen? - Und dann sagst du wieder, dass es absoluter Quatsch ist an das Schicksal zu glauben. Ich schweige, weil die Kraftreserven aufgebraucht sind und weiß plötzlich wer ich wirklich bin.

Jetzt sitzen wir da und du hälst meine eiskalte Hand noch ein bisschen fester. Streichst über meine kleine Narbe, an der du mich immer wieder erkennen würdest. Ich kann dich nicht weinen sehen. Doch ich muss dein Herz brechen, um meines zu heilen.

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35 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Sehr schön geschrieben und berührend.

    10.10.2015, 09:54 von annabell.wissman
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    schön rührend. ich kann mitfühlen.

    09.10.2015, 13:55 von Xspellbound
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    <3

    29.09.2015, 13:17 von avidya
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  • 1

    In dem Moment, als ich "Du hälst meine eiskalte Hand ..." gelesen habe, musste ich abbrechen. Mit dem Lesen. Leider!

    21.09.2015, 03:45 von wie.sie.mir.gefaellt
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  • 1

    Vielleicht bricht das eigene Herz erstmal mit , besser ein grader Schnitt der heilen kann als langsam Stück für Stück zu zerreißen!

    17.09.2015, 22:16 von RainFlowe
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  • 2

    Wow...einfach unfassbar schön geschrieben! Perfekt ❤

    17.09.2015, 19:14 von annafio
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  • 5

    Ich glaub ich muss mir auch so ein Profilbild aneignen! Obwohl nee, dann werde ich von ekelhaften Typen angegraben...

    16.09.2015, 21:13 von nuescht
    • 0

      hmm- ob Du Dich als Schneewitter so gut machen würdest, dass Du von ekelhaften Typen angegraben wirst

      20.09.2015, 18:51 von horus_falke
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  • 1

    Wen interessiert der Text bei dem Schneewittchen Profilbild ?!?!

    16.09.2015, 21:04 von cosmokatze
    • 1

      Ist leider fake... das Foto.

      16.09.2015, 21:11 von nuescht
    • 1

      Je sais. Aber passt doch mal wieder...Prinzessinnnenphoto und Herzschmerztext.

      17.09.2015, 19:48 von cosmokatze
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    • 0

      Ach, Mandy. Wir wissen beide, dass ich alles bin, aber keine Schabracke. Nicht von Dir auf andere schließen, okay ?

      18.09.2015, 10:52 von cosmokatze
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  • 6

    Irgenwie ertrage ich solche Texte nicht mehr.

    16.09.2015, 20:21 von yuhi
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