unbekannt_ 30.11.-0001, 00:00 Uhr 4 8

Siehst du mich?

Ich habe schon längst verdrängt was ich will, denn das zählt schon lange nicht mehr.

Du siehst mir in die Augen, aber siehst mich nicht. 

Ich seh dir in die Augen und verliere mich darin.

 Du rufst mich, du lockst mich, sprichst mir zu: komm ich tu' dir doch nichts. Ich weiß es ist nicht richtig, ich sollte fern bleiben, aber ich kann nicht. Wenn ich in deinen Armen liege, dann bist du mir so nah, gibt’s mir das Gefühl du bräuchtest meine Nähe. Du willst meine Nähe. Dabei will ich nur, dass du sie willst, also willst du sie.Eigentlich bist du mir nicht nah, du weißt gar nichts.

 Du siehst mich nicht. Du verstehst gar nicht wer ich bin, du kannst auch gar nicht verstehen wie ich bin. Du willst es gar nicht. Wenn ich in deinen Armen liege und mir einbilde, dass du mich brauchst, weiß ich, dass du mich nicht brauchst. Aber ich will, dass du mich brauchst, also brauchst du mich. Und wenn ich neben dir liege und deinen Körper an meinem spüre, versuche das Leben zu spüren, dich zu fühlen, dann  weiß ich, ich kann dich nicht fühlen. 

Du benutzt mich, wenn du das Bedürfnis danach hast, nur wenn du es willst. Hier geht es gar nicht darum was ich will. Du nimmst mich, wenn du es willst. Ich bilde mir ein du brauchst mich, denn du kommst ja immer wieder. Du könntest ja auch gehen und jede andere Person nehmen, aber du nimmst mich. 

Wieso nimmst du mich? 

Es ist ja auch einfach, wenn ich immer dann komme, wenn du rufst, also warum jemanden anderen rufen? 

Du benutzt mich, saugst mich aus bis auf den letzen Tropfen, nimmst mich und wirft mich weg. Eiskalt. Die bist unnahbar, ich komm nicht an dich ran, du bist so distanziert, Das schmerzt, du stichst in mich ein und lässt mich bluten. Du lässt mich fallen und versinken in dir und kurz bevor ich zerschmetter fängst du mich wieder und rufst: ich tu' dir doch nichts. 

Wenn ich in den Spiegel schaue und mich selbst nicht wieder erkenne, dann rufst du mich, dann lockst du mich. Und dann rede ich mir wieder ein, dass du mich doch brauchst, dass du mir doch nah sein willst, denn warum rufst du mich dann? Du siehst mich nicht, du kannst nicht mit mir machen was du willst, du kennst mich gar nicht. Nur so kann ich dir nah sein, dich versuchen zu fühlen, endlich wieder etwas fühlen.

Ob ich dich brauche? Ich wollte doch nur endlich etwas fühlen. Ich kann nicht anders, als mich in dir verlieren. Ich hab doch schon verloren. Dabei weiß ich doch, dass du mich nicht brauchst, ich weiß, dass ich dir nichts bedeute, ich weiß doch, dass das nichts bedeutet, Schließlich nimmt nichts ein gutes Ende, aber ich kann ja wenigstens so tun.

 Wenn ich in deinen Armen liege, dann kann ich wenigstens für einen Moment so tun, als ob alles perfekt wäre, denn im Nächsten wird mir schmerzlich bewusst, dass es nicht so ist, und dann stoße ich den Gedanken von mir, während ich dir in die Augen schaue und lächle. Denn was ich will spielt keine Rolle, das hab ich schon längst verdrängt. Ich will nur, dass du mich willst, das wäre mir schon genug. Mit dieser Erfüllung bräuchte ich dich nicht mehr. Die Frage ist doch was wollen wir denn eigentlich? 

Während ich in deinem Arm liege und mein Herz blutet, schmiegst du dich sanft an mich.

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4 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Die Frage ist doch was wollen wir denn eigentlich? 
    Wir wollen gewollt werden. Dass da jemand ist, der uns annimmt. Akzeptiert. 

    14.01.2015, 21:49 von einweggedanken
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    dumm halt

    02.12.2014, 01:49 von PixelAspect
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  • 0

    Wow, einfach wow! Wundervoll geschrieben. Ich fühle mit Dir.

    01.12.2014, 21:33 von Meike_schreibt
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