violett84 27.01.2012, 20:19 Uhr 1 5

Ich allein

Wenn der Mensch, den man über alles liebt zur Last wird und das gleichzeitig so schmerzt, ist es Zeit sich loszulösen, sich dem Kampf zu stellen..

Du stehst vor mir, deine tiefblauen Augen mit den langen Wimpernhaaren, die ich so sehr liebe, erblicken mich erwartungsvoll. Denn ich war es wieder die bei dir klingelte, die darum bat hineinkommen zu dürfen.
Es ist das gefühlt dreitausendste Mal, dass ich dich  aufsuche, deinen Blick suche, deine Nähe, deine Wärme und mir doch eigentlich vorgenommen habe dir endlich zu sagen:

"Ich kann und will nicht mehr, ich habe Träume und Pläne für mich und mein Leben- da passt du nicht rein, die kann ich mit dir nicht leben."

Deinen darauffolgenden Schockzustand sehe ich vor mir, deine Fassungslosigkeit, vielleicht auch deine Ungläubigkeit kann ich schon in meiner Vorstellung erspüren.
Doch mir gehts um was anderes-
es geht mir nicht darum das du kämpfst, dass du in Tränen ausbrichst und von unserer großen Liebe redest-
nein, ich will dich auch nicht verletzen, enttäuschen oder schockieren.

Nein, ich möchte deinen Respekt zurückgewinnen, dein Mich-ernst-nehmen, deine Bewunderung, die du zu Beginn unserer Beziehung ständig artikuliertest.
Ich möchte das du denkst "wow, sie hat es geschafft, sie weiß wieder was sie will und was für eine Ausstrahlung sie dabei hat".
Ja, genau diese Ausstrahlung will ich mir wieder erkämpfen, mich wieder spüren, wieder leben und mich gut fühlen.
Ich will mich nicht mehr klein machen, nicht mehr auf andere und vorallem dich fokussieren- ich will in mich horchen, mich beobachten, mich und meine Bedürfnisse befriedigen, für mich und an mich denken.
Ich will raus aus der Sackgasse "gehts anderen gut, gehts mir gut"- will wieder frei atmen und handeln.

Ich muss die Stagnation, in der ich stecke, aufbrechen, die Ketten lösen-wieder ins Rollenkommen, wieder Bewegung reinbringen.

Ich will mir glauben wenn ich sage, nicht du allein und unsere Beziehung ist der Fokus des Lebens, nein ich allein bin der Mittelpunkt-
ich allein muss mir meine Träume und Wünsche erfüllen,
ich allein muss weinen und mich dafür lieben,
ich allein nehme mich mit nach Paris, ans andere Ende der Welt und in den Supermarkt um die Ecke,
ich allein kann mich nur weiterbilden, lernen, wissbierig Neues entdecken,
ich allein kann mir nur eine Wohnung aussuchen wie sie in meinem Kopf gemalt ist,
ich allein kann nur entspannt einen "vin de france" auf meinem Altbaubalkon trinken,
ich allein kann nur lernen mir selbst zu genügen, mich zu akzeptieren und zu lieben.

Du liebst mich und ich glaube dir das wirklich, aber deine Liebe lenkt mich von mir ab, diese Liebe blockiert mich zu sehr, meine Liebe zu dir steht mir im Weg auf meinem Weg.

Du behinderst mich- ich bin seelenbehindert- herzbehindert durch dich und unsere Liebe und doch weiß ich dass sich an diesen Orten das wahre Leben findet-ich mich finde!

Ich allein will wieder tanzen, spüren, lachen, atmen und endlich ankommen.

So stehe ich vor dir und sage:
"Danke für die wunderbare Zeit, danke das es dich in meinem Leben gab,  danke für deine Liebe, aber nun machs gut!"
Ich gehe und drehe mich nicht um, aber halte dich für immer im Herzen.


Doch mein Herz schreit schon jetzt so laut und hindert mich daran zu dir zu fahren-
Ist es vergeblich? Wie komme ich da raus?

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1 Antworten

Kommentare

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    Sehr schöner Text! und genau richtig.."nein ich allein bin der mittelpunkt!" gefällt mir.

    27.03.2012, 20:51 von Frauuzi
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