Wildrose89 23.07.2012, 17:36 Uhr 4 2

Hilfe, ich stecke fest!!

Es ist nicht so, dass ich ihn nicht liebe und ihm etwas vormache. Ich bin schließlich kein Monster. Er ist nur nicht genug.

Die Sonne geht gerade auf, als ich aus dem Club stolpere und mich erschöpft gegen die nächstbeste Wand lehne. Die Mischung aus Rauch, Alkohol und überfüllten Tanzflächen hat mich die ganze Nacht gepusht aber jetzt möchte ich nur nach Hause in mein Bett. Der schnuckelige Typ, der mir an der Bar schon ins Auge fiel, steht auch alleine vor der Tür, er schaut mich erst lange an, als überlegte er ob ich noch ansprechbar sei, dann kommt er rüber und fragt mich nach Feuer. Er hat dieses Funkeln in den Augen, das mir von jeher zum Verhängnis wird. Ich wäge innerlich noch ab ob ich ein Gespräch beginnen soll, da kommt schon sein Taxi und nimmt mir die Entscheidung ab. Wieder ein verpasste Chance die davonfährt, ich blicke ihr nach.

Ich beeile mich nach Hause zu kommen, schließlich will ich heute Abend mit meinem Freund Essen gehen. Während ich im Taxi sitze und der Morgen vor mir aufblüht, denke ich an den Mann, der seit knapp 4 Jahren an meiner Seite ist und konzentriere ich mich darauf, das aufkommende Bauchziehen zu ignorieren. Es ist kein schönes Bauchkribbeln, sondern eher ein ziehen von der Sorte, das einen zum Nägelkauen,  RTL2 Nachmittagsfernsehen und einsamen Nächten in einem möglichst fremden Club bringt. Ich habe mir schon lange eingestanden dass ich vor Gedanken and die Zukunft zurückschrecke, vor allem an jene, die die vier Wörter „gemeinsam mit meinem Freund“ beinhalten.

Es ist nicht so, dass ich ihn nicht liebe und ihm etwas vormache. Ich bin schließlich kein Monster. Er ist nur nicht genug. Ich habe mit ihm die letzten vier Jahre meines Lebens mit ihm verbracht weil ich hoffte, irgendwann die gleichen Gefühle für ihn zu entwickeln, die er für mich hat. Bisher war jedoch jede Anstrengung vergebens und vor einiger Zeit habe ich die Hoffnung auf eine gemeinsame Liebe aufgegeben. Seitdem bin ich auf der Suche. Nach der großen Liebe, Schmetterlingen im Bauch und langen Business- Meetings in seinem Terminkalender, während denen ich mich ungesehen davonstehlen kann.

Es ist Abend, er klingelt an meinem Haus und holt mich ab. Ich laufe die Treppen herunter, schinde noch ein paar Minuten mit einem angeblich vergessenen Lippenstift und öffne dann die Tür. Ich blicke in seine leuchtenden Augen, das erwartende Lächeln und rieche seinen Duft, der mir so vertraut ist. Mit einem Mal bekomme ich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen wegen meines Verhaltens und ketzerischen Gedanken. Dieser Mann vermag es zwar nicht, Schmetterlinge in meinen Bauch fliegen zu lassen, aber ich weiss dass er mich niemals verlassen würde. Er bedeutet Sicherheit, wo findet man das heute sonst noch? Als er mich an sich zieht und zur Begrüßung küsst, lasse ich es geschehen. Schließlich kann man nicht alles haben, oder?!

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Kommentare

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    Ich habe mit ihm die letzten
    vier Jahre meines Lebens mit ihm verbracht weil ich hoffte, irgendwann die
    gleichen Gefühle für ihn zu entwickeln, die er für mich hat.


    Wär für mich niemals Grund genug für eine Beziehung.

    24.07.2012, 08:27 von halbkindmf
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      Was ich damit meine ist: Man sollte weder immer weiterziehen, weil man immer denkt, es kommt noch was besseres(bzw man verpasst was), auch wenn man eigentlich glücklich ist; noch sollte man bleiben, nur weil man Angst davor hat vielleicht alleine zu sein, auch wenn man gar nicht glücklich ist. Außerdem ist es ihm gegenüber auch nicht so ganz fair, glaube ich.

      24.07.2012, 09:12 von halbkindmf
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  • 2

    "Wer seine Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird irgendwann beides verlieren" ...

    .. fiel mir dazu spontan ein. Gepaart mit einem Hauch Melancholie. In einer ähnlichen Situation war ich einst und wer weiß, vielleicht ist Sicherheit nicht die schlechteste Wahl.

    23.07.2012, 22:10 von buttterfligh
    • 2

      Ich hielte das für eine sehr schlechte Wahl.

      23.07.2012, 22:22 von mhweird.
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