wuddelmich 30.11.-0001, 00:00 Uhr 9 8

Heute

Du bist ein Teil von mir geworden.

Heute ist dein Geburtstag. Die Gitarre, die ich dir vor über einem Jahr schenken wollte, steht noch bei mir im Zimmer. Ich habe sie nur ein paar Male heraus geholt, um sie zu stimmen. Mehr kann ich leider noch nicht. Du hast sie nie in den Händen gehalten. Ihren wahren  Besitzer hat sie nie gesehen. Trotzdem beruhigt es mich, dass sie in der Ecke steht.

Mir wird deutlich, dass es schon alles so lange her ist. Trotzdem denk ich noch an dich. Oft, beinahe jeden Tag. Es macht mich nicht mehr so traurig, wie am Anfang, fehlen tust du mir trotzdem noch. An deinem Geburtstag heute waren hier 30 Grad und ich lag im Park und hörte Musik. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass du bei mir liegen würdest. Wir hätten uns die Kopfhörer geteilt und die vorbeiziehenden Wolken beobachtet. Du hättest mir aus der Zeitung vorgelesen. So wie du es auch damals gemacht hast. Die Wahrheit ist, dass du schon lange nicht mehr da bist. Und du liest auch nicht mehr mir aus der Zeitung vor.

Mittlerweile wohne ich in einer anderen Stadt. Ich habe neue Leute kennen gelernt und niemandem habe ich von dir erzählt. Ein neues Leben ohne dich. Doch beschleicht mich das Gefühl, dass ich dich verleugnen würde und damit auch mich. Du gehörst zu mir, zu meiner Geschichte. Du hast mich geprägt und wären wir nicht ein Paar gewesen und hättest du mich nicht verlassen, wäre ich nicht die Person, die ich jetzt bin. Mein heutiges Ich gäbe es ohne dich also nicht.

Ich trage dich weiterhin in meinem Herzen, überall und jeden Tag. Denn du bist ein Teil von mir. Ich habe akzeptiert, dass ich dich nicht vergessen kann und dass du mir wahrscheinlich für immer fehlen wirst. Es ist in Ordnung.

Doch ich liebe nicht dich und es interessiert mich nicht, wer du jetzt geworden bist, was dich treibt und bewegt. Ich liebe die Person, die du warst. Mir fehlt die Person, die mich liebte, die an meiner Seite war und mit der alles unbeschwert und leicht schien. Die anfangen musste, zu lachen, wenn ich es tat und mich in den Armen hielt. Die sich freute, wenn ich die Treppen zu der Wohnung emporstieg und abends den Rücken bis zum Einschlafen kraulte. Es gibt sie nicht mehr, deshalb trage ich sie in Erinnerung und halte mich daran fest.

Ich fange von vorne an und du bist dabei. Jeden Tag laufe ich durch diese Stadt, die dein jetziges Du gar nicht kennt, und du bist bei mir. Ich habe die Gitarre auf dem Rücken. Ich treffe heute jemanden, der mir ein bisschen was beibringen wird. Heute, nicht an deinem Geburtstag, sondern heute im Hier und Jetzt.


Tags: Exfreund
8

Diesen Text mochten auch

9 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      hach, wo bleibt er nur... mit seinem scheißgaul!!!!

      21.06.2012, 21:23 von wuddelmich
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      mach ma hurtig!!!

      25.06.2012, 01:36 von wuddelmich
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Diese Kritik teile ich nicht ganz, weil das ist es doch gerade. Man denkt sich: "immer nur ein bisschen.:" und merkt, dass man mal wieder verloren hat.

      30.04.2012, 11:04 von saftdeslebens.
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare