Heute Nacht
Ich hab’ ’ne Lebenskrise. Oder wie nennt man das, wenn man nachts, alleine mit einem Döner und einer Flasche Wein an der Autobahnbrücke sitzt?
Die Autos rauschen vorbei wie Momente. Kurz strahlen ihre Scheinwerfer helle Lichtkegel in meine Richtung, dann tauchen sie unter die Brücke und sind verschwunden, ihre Rücklichter ein letztes rotes Glimmen in der Nacht. Wie Augenblicke sind sie, in einer Sekunde noch hier, und dann wieder vergangen. Man fragt sich, ob man genug getan hat, um dem Moment Dauer zu verleihen. Man hofft, dass etwas bleibt.
Der Asphalt reibt rauh und hart an meiner Strumpfhose, meine Beine sind zwischen den Gitterstäben des Geländers eingeklemmt und meine Füße baumeln über der Fahrbahn.
Wenn ich die Augen zumache ist das Rauschen wie das Meer. Naja, fast. Vielleicht, wenn ich mehr Wein trinke.
Ich nehme einen Schluck. Wenn ich immer weiter hier sitze und Döner esse und Wein trinke, passen meine Beine vielleicht in ein paar Stunden nicht mehr durch den Zwischenraum der Gitter und ich muss ewig hier sitzen bleiben.
Wäre das wirklich so schlimm?
Es rauscht. Wie das Meer, wenn man auf einer Klippe sitzt. Die Autos sind Wellen. Welle für Welle rauschen sie vorbei.
Ich bin allein. Manchmal sage ich mir, dass ich gern allein bin. Dass ich die Gedanken mag, die durch meinen Kopf wandern, dass ich es mag, wenn niemand sie stört. Dass der Himmel sich nur über mir erstreckt, die Sterne nur über mir glitzern.
Aber eigentlich weiß ich, dass es nicht stimmt. Ich bin nicht gerne allein, ich weiß nur noch nicht, wen ich lieber bei mir hätte.
Mit kalten, joghurtsoßigen Fingern dauert es eine Weile, bis ich mein Handy aus der Hosentasche gefrimelt habe.
Ich glaub’ ich hab’ ’ne Art Lebenskrise. Oder wie nennt man das, wenn man nachts, alleine mit einem Döner und einer Flasche Wein an der Autobahnbrücke sitzt ?
tippe ich. Wenn du jetzt hier wärst, hätte ich Hoffnung für den Abend. Wenn du jetzt hier wärst, könnten wir uns zusammen betrinken und vielleicht würde es sich nicht so einsam und erbärmlich anfühlen.
Die Autos rauschen vorbei, sie sind die Minuten. Das Handy bleibt stumm und je länger es schweigt, desto mehr schäme ich mich. Warum denke ich, du könntest alles besser machen, während ich weiß, dass es nicht stimmt? Ich versuche, mich mit Wein zu beruhigen, aber die Wahrheit durchflutet mich langsam.
Du bist nicht der, den ich suche. Ich will nur, dass du es bist. Dann wüsste ich wenigstens, wen ich suche.
Vielleicht will Ich gar nicht deine Freundin sein, vielleicht will ich nur, dass du es willst.
Die Autos sind die Gedanken, die auftauchen, verschwinden, mit dem Unterschied, dass jeder Gedanke mich trifft und keins der Autos.
Vermutlich werde ich nie nachts mit dir und einem Döner und einer Flasche Wein an der Autobahnbrücke sitzen. Du wirst keinen Arm um mich legen und ich nicht meinen Kopf gegen deine Schulter lehnen.
Und das ist okay.
Zumindest im Moment, denn jetzt ist das Dönerpapier zerknäult , die Weinflasche leer, mein Kopf leer.
Vermutlich werde ich auch nächstes Mal einen Döner ohne Zwiebeln und Knoblauchsoße kaufen, dir eine düster-charismatische SMS schreiben und hoffen, dass du mit mir, dem Döner und einer Flasche Wein an der Autobahnbrücke sitzt.
Aber auch das ist okay.
Der Asphalt reibt rauh und hart an meiner Strumpfhose, meine Beine sind zwischen den Gitterstäben des Geländers eingeklemmt und meine Füße baumeln über der Fahrbahn.
Wenn ich die Augen zumache ist das Rauschen wie das Meer. Naja, fast. Vielleicht, wenn ich mehr Wein trinke.
Ich nehme einen Schluck. Wenn ich immer weiter hier sitze und Döner esse und Wein trinke, passen meine Beine vielleicht in ein paar Stunden nicht mehr durch den Zwischenraum der Gitter und ich muss ewig hier sitzen bleiben.
Wäre das wirklich so schlimm?
Es rauscht. Wie das Meer, wenn man auf einer Klippe sitzt. Die Autos sind Wellen. Welle für Welle rauschen sie vorbei.
Ich bin allein. Manchmal sage ich mir, dass ich gern allein bin. Dass ich die Gedanken mag, die durch meinen Kopf wandern, dass ich es mag, wenn niemand sie stört. Dass der Himmel sich nur über mir erstreckt, die Sterne nur über mir glitzern.
Aber eigentlich weiß ich, dass es nicht stimmt. Ich bin nicht gerne allein, ich weiß nur noch nicht, wen ich lieber bei mir hätte.
Mit kalten, joghurtsoßigen Fingern dauert es eine Weile, bis ich mein Handy aus der Hosentasche gefrimelt habe.
Ich glaub’ ich hab’ ’ne Art Lebenskrise. Oder wie nennt man das, wenn man nachts, alleine mit einem Döner und einer Flasche Wein an der Autobahnbrücke sitzt ?
tippe ich. Wenn du jetzt hier wärst, hätte ich Hoffnung für den Abend. Wenn du jetzt hier wärst, könnten wir uns zusammen betrinken und vielleicht würde es sich nicht so einsam und erbärmlich anfühlen.
Die Autos rauschen vorbei, sie sind die Minuten. Das Handy bleibt stumm und je länger es schweigt, desto mehr schäme ich mich. Warum denke ich, du könntest alles besser machen, während ich weiß, dass es nicht stimmt? Ich versuche, mich mit Wein zu beruhigen, aber die Wahrheit durchflutet mich langsam.
Du bist nicht der, den ich suche. Ich will nur, dass du es bist. Dann wüsste ich wenigstens, wen ich suche.
Vielleicht will Ich gar nicht deine Freundin sein, vielleicht will ich nur, dass du es willst.
Die Autos sind die Gedanken, die auftauchen, verschwinden, mit dem Unterschied, dass jeder Gedanke mich trifft und keins der Autos.
Vermutlich werde ich nie nachts mit dir und einem Döner und einer Flasche Wein an der Autobahnbrücke sitzen. Du wirst keinen Arm um mich legen und ich nicht meinen Kopf gegen deine Schulter lehnen.
Und das ist okay.
Zumindest im Moment, denn jetzt ist das Dönerpapier zerknäult , die Weinflasche leer, mein Kopf leer.
Vermutlich werde ich auch nächstes Mal einen Döner ohne Zwiebeln und Knoblauchsoße kaufen, dir eine düster-charismatische SMS schreiben und hoffen, dass du mit mir, dem Döner und einer Flasche Wein an der Autobahnbrücke sitzt.
Aber auch das ist okay.
Tags: Verloren






Kommentare
"Du bist nicht der, den ich suche. Ich will nur, dass du es bist. Dann wüsste ich wenigstens, wen ich suche."
Allein mit dem Satz hast du's auf'n Punkt gebracht.Eine Frage ohne Antwort mehr!
14.10.2012, 22:52 von reachthebeachWunderschöne Worte, die mir komischerweise auf der einen Seite ein Lächeln ins Gesicht zaubern und auf der anderen Seite Tränen in die Augen treiben.
Wirklich toll !
07.10.2012, 18:51 von Living_in_RealityIch bin mehr für Kölsch.
03.10.2012, 17:49 von lenenaseAber ansonsten. Genau so.
Gänsehaut. Hammer!
"Du bist nicht der, den ich suche. Ich will nur, dass du es bist. Dann wüsste ich wenigstens, wen ich suche.
Vielleicht will Ich gar nicht deine Freundin sein, vielleicht will ich nur, dass du es willst."
Wunderschön, inspirierend, msste man direkt mal ausprobieren.
03.10.2012, 11:15 von EvilEvoUnd, wie war's? (;
09.11.2012, 19:42 von reachthebeachIch bin nicht gerne allein, ich weiß nur noch nicht, wen ich lieber bei mir hätte.
01.10.2012, 22:21 von FloorSoundAuf den Punkt!
Wirklich toller Text!
"Warum denke ich, du könntest alles besser machen, während ich weiß, dass es nicht stimmt?"
ohne viel geschreibsel nüchtern und doch so sensibel geschrieben, dass man es nachempfinden kann.perfekt.
01.10.2012, 18:57 von cherry-muffinsuper, super, super!
28.09.2012, 14:58 von Zartbitter_-wunderbare szene!! ich hatte sie wirklich vor mir, gefällt mir sehr.