Hopeless_82 03.01.2009, 13:53 Uhr 1 2

Herzlich Willkommen auf dem Abstellgleis

Ich sitze da und starre vor mich hin. Ich kann es immer noch nicht glauben. Er soll mir doch bitte sagen, dass das alles nur ein dummer Witz war.

Ich bin ratlos. Ich begreife es noch gar nicht wirklich. Unmöglich!
Gut ich kläre euch auf...

...Es geschah in der Silvesternacht (Das neue Jahr fing echt miserabel an).
Wir waren bei Freunden. Ich hatte mich schon riesig auf den Abend gefreut. Er war an dem Tag irgendwie seltsam, doch ich wollte mir da keine großen Gedanken machen, weil es in letzter Zeit zwischen uns öfters „kleine Turbulenzen“ gab und er sowieso nicht der Typ Mensch war, der gerne über Probleme redete. Außerdem war ich mir sicher, dass es sich schon von selbst wieder einrenken würde.
Um die Zeit bis Mitternacht hinter uns zu bringen, spielten wir Poker, aßen Pizza, saßen vor dem Fernseher und tranken natürlich auch ein paar Drinks zwischendurch.
Ich muss zugeben, dass ich nicht wirklich vertrage und so war ich nach ein paar Caipis gut dabei. Dann war es kurz vor Mitternacht und der Gastgeber kam auf die Idee noch schnell einige Runden Tequila zu trinken. Da war es für mich vorbei. Ich war richtig betrunken.
Doch zunächst einmal ging es mir gut. Mir fiel nicht einmal auf, dass er mich schon den ganzen Abend ignorierte. Aber vielleicht wollte ich auch nicht daran denken.
Es floß noch mehr Alkohol und bald darauf würden auch Tränen fließen, doch das ahnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Ich war nämlich damit beschäftigt im Badezimmer mit dem Kopf über der Kloschüssel zu hängen. Mir war richtig übel. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich im Bad gesessen bin, während zwei Freundinnen neben mir auf dem Boden saßen und mir die Haare aus dem Gesicht hielten. Und plötzlich merkte ich doch, dass er nicht einmal nach mir geschaut hatte und auch sonst Abstand hielt.
Doch da ich ziemlich kaputt war, beschloss ich, mit ihm ein anderes Mal darüber zu reden und legte mich im Gästezimmer ins Bett und schlief sofort ein.

Ich wachte wieder auf, als er kam und ebenfalls schlafen wollte.
„Du hättest ruhig mal nach mir schauen können“, sagte ich zu ihm. Sine Antwort geht mir noch heute durch den Kopf: „Ich bin doch nicht dein großer Bruder, der auf dich aufpassen muss.“
Wie bitte? Der Partner ist doch sogar mehr, als der große Bruder, oder nicht?
Ich sagte zu ihm, dass es momentan irgendwie nicht gut läuft und mich das alles sehr verletzt.

Dann verstummte ich, ich war nicht mehr in der Lage, etwas zu sagen. War es das jetzt? War es jetzt vorbei? Ich wollte ihn doch nicht einfach so aufgeben. Er meinte, wir sollten schlafen und am nächsten Tag darüber reden.
Ja, vielleicht würde es am nächsten Tag schon ganz anders aussehen und alles würde wieder gut werden. Die Hoffnung stirbt eben zuletzt. So schliefen wir also ein.
Doch es war nicht besser. Ich wachte auf und hatte Kopfschmerzen. Ich schwor mir nie wieder Alkohol zu trinken. Schließlich sind Vorsätze für das neue Jahr nichts Schlechtes.
Dann drehte ich mich zu ihm, er hatte die ganz Nacht lang mit dem Rücken zu mir gelegen.
Es war wieder diese abwehrende Körperhaltung, diese Distanziertheit. Ich fühlte mich schrecklich. Ich wünschte mir, dass ich es nie angesprochen hätte. Mir weiterhin einredete, dass es sich von selbst regeln würde.

Plötzlich drehte er sich doch noch zu mir um und ich sah, dass er weinte.
Er sagte, er bräuchte eine Pause.
Die Beziehungspause ist doch nur die „nette Art um Schluss zu machen“. Verdammt.
Er redete weiter. Er sagte, er wäre trotzdem für mich da und ich wäre ihm wichtig. Er sagte noch viel mehr, doch all das bekam ich gar nicht mehr mit. Ich war am Boden zerstört.
Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt. Es tat so unglaublich weh.

Doch ich ließ es zu und ging. Es hatte keinen Sinn mehr. Selbst wenn wieder etwas zwischen uns entstehen würde, müsste ich immer an diesen Tag denken.

Den Tag an dem mir das Herz gebrochen wurde.

Den Tag an dem er mich wegschickte.

Den Tag an dem er sagte, er wüsste nicht ob er mich noch liebt.

Nun fühle ich mich, als hätte man mich am Abstellgleis sitzen gelassen. Ich weiß nicht, ob der Zug noch kommt. Ich bezweifle es, doch andererseits ist noch so viel Hoffnung in mir.
Doch was nun kommt und wie es in Zukunft mit ihm und mir weitergeht, das ist noch ungewiss.

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Kommentare

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  • 0

    kenn ich zur zeit leider viel zu gut..

    04.01.2009, 03:51 von fritiertes.monchichi
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