ordinary_cheesecake 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 6

Herz.

Wir wollen Herzen - solche wie wir unsere eigenen gerne hätten.

So ist es. Was wir wollen sind Herzen, unberührt von Schmerz und Trauer. Keine Narben alter Lieben. Keine Flecken nie trocknender Tränen. Wir wollen Herzen, die rein und unendlich lieben können, Alles geben und Nichts nehmen, uns umschmeicheln mit dem weichen Warm der Geborgenheit, uns flüstern mit dem sanften Hauch intimer Worte, uns prägen mit gemeinsamen Erinnerungen, eingebrannt in jede Zelle unseres Körpers, niemals verschwindend. Voller Zukunft, ohne Vergangenheit.
Was wir wollen sind Herzen, die nur für uns schlagen, neben dem Rhythmus. Die einen Herzschlag aussetzen, nur für uns. Die schneller schlagen vor Aufregung, nur für uns. Nach diesen Herzen suchend fühlen wir uns unvollkommen, ein Teil fehlt. Unganz wandern wir umher bis das Puzzle ein Ganzes ist, um es dann in der Welt umherzutragen, damit herumzuwerfen, es im Regen liegen zu lassen, zu unwertschätzen, zu selbstverständlichen. Bis es irgendwann zerbricht.
Oder wir packen es in eine Box. Unter dem Bett. Auf den Dachboden. Im Dunkeln. Unberührt von Licht und Wärme. Stets pochend. Ein geheimer Schatz. So verstaubt, dass man ein neues Puzzle will. Ja, so ist es.

Wir wollen Herzen - solche wie wir unsere eigenen gerne hätten.

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