Miri.SummerBreeze 15.02.2010, 19:26 Uhr 1 0

Herz gegen Verstand

Das Herz stetig gutgläubig, der Verstand immer im Versuch, alle Dinge, selbst die, die am klarsten sind in Frage zu stellen.

Denn es ist nicht mehr, außer das du fehlst, hier, bei mir. Und wenn du erst mal einen längeren Zeitraum über viel Zeit mit ihm verbracht hast, merkst du erst, wenn du wieder alleine bist, wie einsam du ohne ihn bist. Du sitzt da und wünschst, ja wünscht dir vom ganzen Herzen, dass er bei dir wäre.

So sagt dein Herz dir, dass du schnellst möglichst zum Telefon greifen und ihn anrufen solltest, lediglich um ihm zu sagen, dass er fehlt, und wenn das Gespräch gut läuft, ihn zu bitten, zu dir zu kommen und bei dir zu sein. Doch dein Verstand weißt dich im falschen Moment darauf hin, dass dein letzter Versuch und die beinhaltete Bitte, doch nur einen Moment zur dir zu kommen, kläglich scheiterte und das Loch in deinem Herzen nur noch ein bisschen größer zurückließ. Gemeint ist das Loch, das da ist, wenn er nicht da ist. Wenn er kommt schließt es sich und wenn er wieder geht, öffnet es sich und es entsteht eine Leere. Eine allgemein unerträgliche Leere, die Gedanken zulässt, die man in einem anderen, volleren Zustand, nie denken würde. Es folgen Einbildungen, Einredungen, Unterredungen und Diskussionen. Diskussionen zwischen Herz und Verstand. Das Herz stetig gutgläubig, der Verstand immer im Versuch, alle Dinge, selbst die, die am klarsten sind in Frage zu stellen.

Als Resultat entstehen Zweifel. Zweifel an allem, und vor allem an der eigenen Persönlichkeit selbst. Es folgen Selbstzweifel, Eingeständnisse von Fehlern, die nie als Fehler angesehen wurden wären, also Eingeständnisse, die nie nötig gewesen wären, Gedanken, die nie hätten gedacht werden sollen, aber aus der Gefühlslage heraus gedacht wurden und Änderungen an Dingen, die nie hätten geändert werden müssen, weil es nicht notwendig war.

Es führt letztendlich von Einschränkungen zu Einschränkungen, über Verbote und Erlassungen, sowie nutzlose Kompromisse, obwohl die einzuschlagende Seite mehr als klar ist. Doch man versucht eher einen Fehler oder sogar den Makel an sich zu finden, den Grund, warum alles anders, als wie man es sich wünscht, anstatt fehlende Gefühle von der andern aus zu akzeptieren oder auch nur anzufangen ihn, der, der so perfekt ist, nach Makeln oder Fehler abzusuchen.
Fakt ist, dass man nun einmal lieber bei sich selbst anfängt und alles und jenes an sich kritisiert und auch den kleinsten Dreckfleck lieber dreimal umdreht und genau analysiert um die Wirkung auf ihn abzuwägen, nur um ihn zu verstehen, um sich in ihn hinein versetzen zu können und dadurch sein Handeln zu verstehen.

Außerdem sagt der Verstand, dass wenn du wichtig wärst, jetzt dein Telefon klingeln würde und er am Apparat wäre, wenn auch nur um dir zu sagen, dass du fehlst. Doch, dass Herz, es kann nicht anders, es ist, von Natur aus gutgläubig. Es geht davon aus, dass er genauso, wie du, zögert zum Telefon zu greifen, aus dem Grund, eventuell einen Schritt zu weit zu gehen, alles durch die Offenbarung jenes Leidens mit einem Mal zu zerstören, weil es zu viel sein könnte, weil noch nie so offen über Gefühle füreinander gesprochen wurde, denn jemanden zu vermissen ist ein sehr starkes Gefühl. Und so wird es sein, dass du lediglich Angst um unsere Zukunft hast, dass sagt mein Herz.

1 Antworten

Kommentare

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    und es endet doch meist herz über verstand...

    15.02.2010, 20:40 von gurke_
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