metropolenherz 30.11.-0001, 00:00 Uhr 8 30

Gone to find a place for us to hide.

Obwohl das nicht mein Plan war, gehe ich völlig planlos mit dir mit. Wir radeln zu dir, irgendwas zwischen glücklich und gespannt.

Wir liegen auf dem Spielplatz. Über uns nur die Nacht, die es nicht schafft uns zu wärmen. Wir reden miteinander, berühren uns nicht. Einer nach dem Anderen, ein Wort nach dem Anderen. Es ist ungezwungen und obwohl wir uns nicht kennen, kennen wir uns irgendwie schon. Du sagst Dinge, die mir vertraut sind und die die kalte Nacht vielleicht nicht ganz so kalt erscheinen lassen.

Obwohl das nicht mein Plan war, gehe ich völlig planlos mit dir mit. Wir radeln zu dir, irgendwas zwischen glücklich und gespannt. Als ich dein Zimmer betrete, machst du Musik an, ziehst dann völlig selbstverständlich die Hose aus, macht man halt so wenn man Zuhause ist. Ich laufe durch den Raum und ohne dass du da bist, finde ich dich auf jedem Quadratmeter wieder. Die Wände sind mit deinen Erinnerungen tapeziert, die Einrichtung ist mit deiner Leidenschaft gebaut und alles in diesem Raum entspricht dir so sehr, dass ich am liebsten Stunden allein in deinem Zimmer verbringen würde. Ich würde als stille Besucherin alles inspizieren, beobachten, jeden Eindruck mitnehmen und würde die 'Bitte nicht anfassen'-Verbote ignorieren, weil ich gar nicht anders könnte.

Dein Bett befindet sich zwei Meter über dem Boden, drum rum sind Vorhänge angebracht, die man komplett zuziehen kann. Wir liegen in deiner Höhle, die uns genug Platz für uns und zu wenig für all den Ballast und die unnötigen Gefühle lässt. Angst, Scham und Egoismus habe ich neben meinen Schuhen und der Jacke liegen lassen.

Kleinste Berührungen sind in dem Moment das Größte. Nur die Fingerspitzen berühren meine Haut, nur die Worte in meinen Ohren und die Dunkelheit in meinen Augen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die vielleicht gar nicht so ewig war, der erste Kuss. Ein Kuss, der so passend ist, so richtig.

Die Berührungen werden mehr, die Küsse werden länger. Deine Haut an mir, dein Atmen. Wir schlafen miteinander. Und obwohl das jetzt vielleicht kitschig klingt, fehlen mir die Worte, um es anders zu beschreiben. Der Moment war einfach perfekt, so nah und so geborgen, so schamlos und so schmutzig. Verschwitzt und kraftlos von der Nacht, duschen wir zusammen. Nur eine Kerze erhellt den Raum. Da stehst du nun vor mir, emotional nackt und ohne all deine Klamotten. Ich küsse dich und wasche dich ab. Vielleicht der intimste Moment des ganzen Abends. Du stehst einfach nur da, machst nichts, sagst nichts.


Wir müssen beide früh aufstehen, der Alltag hat uns nicht verschont. Ich bin auf dem Weg zur Arbeit, steige in den Ring, die Sonne scheint durch die riesigen Fenster. Dein Name erscheint auf meinem Handy und ein Lächeln auf meinen Lippen.


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8 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Unaufgeregt. Für einen Text aus der Kitschkiste. 

    04.04.2015, 12:15 von FrolleinKaffee
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  • 1

    Einfach und schön.

    03.04.2015, 14:46 von FrolleinW
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  • 1

    Schnörkellos schön.

    03.04.2015, 14:30 von marco_frohberger
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 3

    Ich konnte mir beim lesen alles bildlich vorstellen.
    Schön geschrieben.

    03.04.2015, 09:05 von -Maybellene-
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  • 0

    Potential, aber gegen Ende zu viel Eindeutigkeit ;D


    02.04.2015, 18:39 von tikadestroya
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  • 3

    schön. schön beschrieben. erstaunlich unkitschig!
    man ist dabei und spürt dein glück.
    vielleicht kein wirklich "großer text", habe ich aber trotzdem gerne gelesen.

    02.04.2015, 17:51 von Sonntagsspaziergang
    • 2

      Genau das denke ich auch. Schlicht und trotzdem toll! Gefällt mir sehr! :)

      02.04.2015, 18:05 von NiciMila
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