Goldstück.
Schon beim Anfertigen war mir klar, dass etwas Wunderschönes geschaffen wird. Es dauerte so lange, bis es perfekt war.
Es glänzt in meiner Hand. Es ist so klein. Ich streiche sanft über die glatte Oberfläche. Ich habe Angst es zu verletzen. Die Erinnerungen aus der Vergangenheit stecken in diesem Etwas. Die Erinnerungen an eine schöne Zeit. Alles war so einfach. Nichts konnte uns etwas anhaben. Eine Träne fällt auf das Stück in meiner Hand. Auf dieses kleine Stückchen Gold.
Ich drehe und wende es. Die Inschrift kommt zum Vorschein. Handgraviert. Etwas Besonderes. Schon beim Anfertigen war mir klar, dass etwas Wunderschönes geschaffen wird. Es dauerte so lange, bis es perfekt war. Bis ich es nicht mehr spürte. Dieses Stück an meinem Finger.
Wenn ich es nun aufsetze, dieses leichte und glänzende Ding, dann überkommt mich ein schlechtes Gefühl. Es sollte doch für immer sein. Nicht bloß eine Zeit lang.
Ich sehe mich verzerrt im Glanz des Stückchens. So fühle ich mich. Verzerrt und gebrochen. Gebrochen so wie mein Herz. Es ist nicht bloß ein Stück Gold. Es war unsere Verbindung. Unser Versprechen. Nun ist es nichts mehr wert.
Meine Erinnerungen schließe ich nun weg. Zusammen mit dem Goldstück. So, dass ich nicht mehr daran denke.
Wenigstens eine Zeit lang.




Kommentare
Da mußte ich weinen - so schön ist das!
30.01.2013, 22:33 von CarlottaLotterlichWarum tragen Ringe in sich ein unsichtbares vorbestimmtes Verfallsdatum? Ich habe es in meinem Ring jedenfalls nicht erkennen können.
Schöner Text und erinnert mich an einen, den ich mal geschrieben habe.
24.01.2013, 12:54 von jetsamIch habe auch immer nur das Anfangsdatum gesehen...
24.01.2013, 13:06 von AlwaysLucky
Einschmelzen, Zahn drauß machen – hält länger und hat Biss.
24.01.2013, 12:41 von Justaff:D
24.01.2013, 12:44 von AlwaysLuckyGehts um nen Ehering?
24.01.2013, 12:27 von TaneaJa...
24.01.2013, 12:27 von AlwaysLuckyWarum dann von einem "Stück" sprechen? Das scheint mir so gewollt verfremdet.
24.01.2013, 12:32 von TaneaEs ist auch gewollt verfremdet. Da ich es nicht beim Namen nennen wollte.
24.01.2013, 12:34 von AlwaysLucky„Innenschrift“ ist gar kein schönes Wort. Was soll das sein? Eine Schrift die sich durch das Merkmal innen auszeichnet? (vgl: Handschrift, Schreibschrift). Ich glaube, da gibts schönere Formulierungen.
24.01.2013, 10:12 von forstAnsonsten beschreibt die Geschichte einen emotionalen Prozess, relativ spannungslos* in eine Metapher gepresst.
*Es gibt keine Charakterbeschreibung, der Text beschäftigt sich ausnahmslos mit dem Prozess und beschränkt mich als Leser erstmal auch nur auf diesen. Leider ist der aber sprachlich relativ unauffällig wiedergegeben. Und die Spannung, was das jetzt wohl für ein Objekt ist, dass der Ich-Erzählerin da so viel bedeutet, will bei mir nich so recht aufkommen.
Es war einfach das was ich in dem Moment gedacht habe. Sorry, wenn ich mir da nicht so viel Gedanken über Wortwahl oder Spannungsbogen gemacht habe ;)
24.01.2013, 11:49 von AlwaysLuckyEs war einfach das was ich in dem Moment gedacht habe. Sorry, wenn ich immer vorraussetze, dass Leute hier ernsthaft Texte schreiben wollen.
24.01.2013, 12:08 von forstSorry, wenn ich dir mit meinem Zeilen nicht die Perfektion gegeben habe, die du hier erwartest.
24.01.2013, 12:16 von AlwaysLuckyIch glaube, Forst meinte das als Hinweis, dass die Geschichte durchaus etwas hat, man aber vielleicht, wenn man es möchte mit kleinen Veränderungen noch viel rausholen könnte.
24.01.2013, 12:24 von TaneaDanke dir. So hört sich das doch auch anders an. Werde ich beim nächsten Mal beherzigen :)
24.01.2013, 12:25 von AlwaysLuckyVielen Dank, Tanea, für die Übersetzung.
24.01.2013, 12:40 von forstTrotzdem: Was mich wirklich nervt, ist, wenn Leute hier einen Text veröffentlichen (allgemein gesprochen) und dann erwarten, der Leser würde es „spüren“ können, ob sie hier nur nen Tagebucheintrag duplizieren oder ob sie sich mal ernsthaft an einem Text versucht haben.
Schlimmer noch, wenn dieses „Ich hab nur aufgeschrieben, was ich gefühlt habe.“ (immer noch allgemein gesprochen) als Entschuldigung dienen muss, sich hier gegen (oft durchaus angebrachte) Kritik zu immunisieren, denn:
1. Ist Kritik (am Text) immer wertvoll.
2. Mit dem Veröffentlichen bekommt ein Tagebucheintrag unvermeintlich den Kontext der formalen Bewertbarkeit. Da reicht dann ein „Das sind meine Gefühle“ einfach nicht mehr, weil das bloße Empfinden von Gefühlen, zwar das Aufschreiben, aber nicht die Idee einer Veröffentlichung im Internet rechtfertigt.
Hab gestern grad gelesen:
24.01.2013, 12:42 von TaneaWas man selbst erschaffen hat findet man immer unsagbar gut. Deswegen kann man mit Kritik daran so schlecht umgehen. Objektivität muß man eben auch erst mal lernen.
Ich nehme eure Kritik an, aber unsagbar gut finde ich meine Texte nicht. Danke euch :)
24.01.2013, 12:47 von AlwaysLuckyschön
24.01.2013, 00:34 von SteveStitches