Glupschipupschi und Schmusipu
Was Kosenamen anging, waren wir ja immer sehr fantasievoll. Und sonst auch. In die Luftschlösser, die wir gebaut haben, sind wir nie eingezogen.
Es ist tatsächlich einfacher zu gehen, als zurückgelassen zu werden. Ich kann gerade nicht gehen, sondern muss bleiben. Wo du hin willst, war ich schon. Bei mir selbst. Was ich herausgefunden habe, ist, dass es da ganz schön einsam ist ohne dich. Ich hoffe, du wirst nicht zum selben Schluss kommen, denn wir werden uns nie wieder sehen.
Die Endgültigkeit treibt mir die Tränen in die Augen. Aber es ist an der Zeit, unsere Habseligkeiten aufzuteilen.
Was ich behalte:
Den warmen Abdruck deines Kopfes in meinem Schoß, als wir uns gerade mal einen Tag kannten und ich einen 8-Stunden-Flug wach und regungslos neben dir verbrachte, um dieses Gefühl nicht kaputtzumachen. Deine Anrufe um Punkt zehn Uhr morgens, an jedem Tag, an dem ich mich mehr in dich verliebte. Die Gänsehaut vor unserem ersten Mal. Mein Lachen, als du mich der halben Stadt als deine neue Freundin vorgestellt hast, und mich noch nicht mal gefragt hattest. Deinen stolzen Blick, als ich zum ersten Mal meine Angst vor dem Meer bezwang. Die Stunden, in denen wir nicht müde wurden zu reden, und die, in denen wir uns ohne Worte verstanden. Die Gewissheit, dass du der Einzige warst, der mich rechtzeitig auffing, wenn ich ohnmächtig wurde. Das Bild von deinem Strand, den du mir immer zeigen wolltest und an den du jetzt alleine fährst. Den Kuss, den du mir an einem kalten Abend vor ein paar Wochen gabst und der mich immer noch wärmt.
Was du behalten kannst:
Die kindischen Vorwürfe, mit denen wir unsere Liebe zerstört haben. Das Schweigen. Die hässlichen Worte, die wir uns lautstark an den Kopf warfen, so dass die ganze Stadt es mitbekam. Die Worte, die du ihm Schlaf zu einer Anderen gesagt hast. Den Fleck an meinem Hals, da wo du mich im Zorn etwas zu fest angefasst hast. Die Gleichgültigkeit. Die Wohnungen, in die wir nie eingezogen sind, weil du Panik bekamst. Die Nacht, in der du mich das erste Mal verlassen hast. Den Tag, an dem du deinen Vater begraben hast und meine Anwesenheit nicht erwünscht war. Die Gespräche über das Wetter, als ich dir noch so viel zu sagen hatte und du längst nicht mehr zuhörtest. Die SMS, in der du mir heute mitteiltest, dass du eine Andere hast."Wichtige Links zu diesem Text"
Bullets



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Kommentare
So Schade, dass etwas kaputt geht, was doch auch so schön war.
17.04.2009, 13:02 von TaneaDu hast es gut dargestellt. Und wenn man es kann, die guten und die schlechten Momente getrennt zu betrachten, ich glaube, dann hat man sicher für sich selbst viel gewonnen und mitgenommen.
Mir gefällt der Text richtig gut.
Und unter dem Text kein "Fuck U" von Archive sondern die Bullets...auch nicht schlecht.
14.04.2009, 15:41 von frl_smillaDas mit der Liebe.... ach. Respekt für eure immer wiederkehrenden Versuche.
Wenn solche Texte dabei rauskommen, dann nur weiter...
Eigentlich gibt es bei Neon schon genug von diesen nie-abgeschickten-Exfreund-Briefen, die mehr selbsttherapierende Tagebucheinträgen ähneln und zu viel das Wort "Du " gebrauchen.
14.04.2009, 15:05 von Tim123Aber dieser ist anders. Dieser ist schön :-)
Alter Schwede... ist das der, von dem Du erzählt hast? Gott, da kann man ja Seiten als Antwort schreiben...
13.04.2009, 19:50 von DunnaghEnde und Ende ist eben nicht das Gleiche - aber, so scheiße sich das jetzt anfühlt, vielleicht ist es genau das, was Dir hilft, drüber weg zu kommen... hach