wear.your.heart 02.03.2012, 19:27 Uhr 0 3

// Geschenk. //

Ich erzähle es niemanden.

Immer wieder sagst du, dass du nicht bei mir bleiben willst.
Aber du bleibst.
Warum versteht keiner.
Keiner versteht, warum du nicht schon längst weg bist.
All die Außenstehenden, denen du es erzählst, schütteln mit dem Kopf.
Sie schütteln mit dem Kopf, über das, was ich mit dir mache und
über das was ich dir angetan habe.
Alle sagen:
Du solltest gehen.

Viele Tage sind ins Land gezogen.
Viele Tränen hast du vergossen,
und noch mehr Tränen für noch mehr Herzschmerz.
Oft sind sie von alleine getrocknet.
Bekanntlich heilt Zeit alle Wunden.
Bei dir nicht.
Auf der Oberfläche deines Herzens befinden sich kleine Narben.
Kleine Narben, die aber nur einen Bruchteil deiner Wunden widerspiegeln.
Manchmal reißen sie auf.
Das schmerzt sicherlich sehr.
Aber die großen Wunden, die sitzen tief und fest verankert im Inneren.
Und wenn du irgendjemand erzählst, wie es deinem kleinen pochenden, dich am Leben erhaltenden Organ geht, sagen alle:
Du solltest schon lange gegangen sein.
Aber du bleibst an meiner Seite.
Warum versteht keiner.

Immer wieder sage ich, dass du bei mir bleiben sollst.
All den Außenstehenden, denen ich erzähle,
dass du bleibst, schütteln mit dem Kopf.
Sie schütteln mit dem Kopf, über das was ich mit dir mache
und über das was ich dir angetan habe.
Alle sagen:
Lass sie gehen!

Ich erzähle es niemanden.
Keiner weiß,
auch auf der Oberfläche meines Herzens befinden sich kleine Narben.
Kleine Narben, die nur einen Bruchteil meiner Wunden widerspiegeln.
Manchmal reißen sie auf.
Das schmerzt sehr.
Jedoch meine großen Wunden sitzen tief
und fest verankert im Inneren meines Herzens.

Und immer noch sagen wir:
Dein Herz ist meins gewesen.
Und mein Herz ist deins gewesen.

Mit Geschenken können wir einfach nicht umgehen.


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