Passagio 15.06.2015, 17:31 Uhr 0 3

Gefangen.

Dieses Lied hat sich in meinen Kopf gebrannt wie die schmerzhafte Erinnerung einer heißen Herdplatte auf der nackten Haut.

Ich war gerade mal 16 Jahre jung. Mein Gott,- das Leben war spannend und so verrückt zu diesem Zeitpunkt. Alles was man getan, versprochen und verstanden hat war so neu, war so aufregend, war so anders.

Und dann warst du da. Ich habe dich in dieser Disko kennengelernt in der wir beide immer noch viel zu oft, und viel zu lange unsere Zeit verschwenden. In der du viel zu viel trinkst, und ich viel zu viel rauche. In der wir beide unsere erste Begegnung hatten.

Ich erinner' mich so genau an dich. An jeden Moment. An deine roten langen Haare. Viel zu viel Schminke für ein Mädchen in deinem Alter. Dein Rock,- schwarz. Dein Oberteil- weiß.

Du hattest diesen arroganten „Sprich mich bloß nicht an“- Blick. Und genau das habe ich getan. Ich habe dich nicht angesprochen. Trotzdem hat mein damaliger Kumpel mich dir vorgestellt, mehr Zufall als das ich es gewollt hätte. Du warst mir einfach unsympathisch. Aber nach unserem ersten Dialog, nach unserem ersten gemeinsamen Lachen, nach unserem ersten Treffen wurde mir bewusst, dass ich mich ungewollt verliebt hatte und genau so sehr wusste ich, dass du mich nach unserem letzten Streit noch unzählige Stunden und Tage beschäftigen wirst.

Ich erinner' mich an das Lied als ich dich gesehen habe. Dieses Lied hat sich in meinen Kopf gebrannt wie die schmerzhafte Erinnerung einer heißen Herdplatte auf der nackten Haut.

Nun,- 10 Jahre später sitze ich am Laptop und schreibe diesen Text. Noch immer habe ich dich nicht vergessen können. Noch immer begleitest du mich zu oft, und viel zu lange.

Ich schäme mich, wenn ich mich auf deinem Facebook-Profil verirre, wenn ich dich bei Instagram anschaue, oder deine Nummer immer wieder auf's neue einspeichere, nur um dein Gesicht sehen zu können.


Zwischen uns ist vieles falsch gelaufen.


Der Zahn der Zeit hat an uns genagt, die Routine uns verfolgt und eingeholt. Eine Unmenge an Differenzen und Fehlern die wir nie begehen wollten, Neuversuche die nie hätten stattfinden sollen, all das hat unser Schicksal besiegelt.

Hat aus uns,- ich und du gemacht.

Noch heute trage ich dein Armband das du mir zu unserem dritten Jahr geschenkt hast. Noch immer trage ich das Band mit dem Spruch „Unser neues Ende wird wohl nie einer außer uns verstehen“, spätestens jetzt weißt du wer ich bin. Weißt du an wen dieser Text geht.

Unser Ende wird wohl nie jemand verstehen. Unser Ende bleibt mir selbst ein unlösbares Rätsel.

Ich wünschte ich könnte das Ende endlich finden.

Nichts ist schmerzhafter als unendliche Gedanken.

Vor knapp zehn Jahren habe ich dich kennengelernt.
Manchmal wünschte ich, ich hätte deinen Blick richtig gedeutet.
Manchmal wünschte ich, dieser Tag hätte nie existiert.
Manchmal wünschte ich, du wärst wieder hier.

Ich scheiß' auf die vielen Sprüche,- auf den blöden Vogel der vermeintlich wiederkommt wenn man ihn nur freilässt.

Man, ich vermisse dich.


Tags: liebe, Verlieben, Vermissen, Verstehen, Leben, Erfahrung, Scham, Ende der Liebe, gefangen, Fehler
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