taetschbuesi 30.11.-0001, 00:00 Uhr 7 34

Gefangen in Dir, Gefangen in Mir

Jedesmal bist Du geblieben, dort in meinem Kopf. Aber nicht bei mir.

Du hast dich in meinem Kopf festgesetzt. 
Klebst an meinen Gedanken wie schwarzer Teer, ziehst sie an Dich, lässt sie nicht los. Lässt Dich nicht auswaschen, glaub mir ich hab's versucht. Hast als feiner Staub angefangen, damals als ich Dich noch wegwischen konnte. Aber mit jeder Nachricht wurde es mehr. Mit jedem Kuss und mit jeder Nacht neben Dir. Mit jedem Geheimnis und jedem geflüsterten Kompliment. 

Mit jeder Begrüßung und mit jedem Abschied.

Und davon hatten wir viele. Tränenreich, widerwillig, schwer.
Jedesmal bist Du geblieben, dort in meinem Kopf. Aber nicht bei mir.

Nicht in meinem Bett, dass sich seitdem seltsam groß anfühlt. Weil Du mich erinnert hast, dass es dort einen Platz gibt für Dich. Gepasst hat er wie angegossen.
Aber Du bist in deinem eigenen, am anderen Ende der Stadt. Dieser verdammten Stadt, die mich in ihrem Zauber gefangen hat. Wie auch nicht, mit Ködern wie Dir. 
Tanzt vor meiner Nase rum, manchmal zum Küssen nah. 
Hältst kurz inne, für eine Nacht oder zwei, zeigst mir deine Welt, zeigst mir Dich. Und erinnerst Dich daran, dass Du noch nicht fertig bist, dass Du noch ein bisschen weiter musst. 
Hinterlässt ein stilles Versprechen. 
Verfluchst mich mit diesem Gedanken, diesem Wissen, dass Du wiederkommst.

Also warte ich. Wieder und wieder. Bleibe hier, gefangen in diesen Gedanken, die nicht mehr gehen wollen. Gefangen in den Dingen, die Du zurückgelassen hast.
Gefangen in Mir.

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7 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Wer warten kann ist stärker als andere. Geduld ist finde ich wie eine Macht

    08.03.2016, 17:23 von fenster_online
    • 0

      Aber sie kann auch zur Schwäche werden, wenn sie falsch eingesetzt wird. Eine Gratwanderung!

      13.03.2016, 15:19 von taetschbuesi
    • 2

      Stimmt auch. Aber manchmal ist das ja so, egal was man macht, es ist immer falsch.

      15.03.2016, 14:02 von fenster_online
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  • 2

    sticht richtig beim lesen...

    16.02.2016, 23:19 von katikat
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  • 0

    Absolut genialer Text!

    16.02.2016, 11:52 von unterwegsunterwegs
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  • 4

    Man wartet und kann kaum mehr warten. Gleichzeitig hofft man irgendwie ganz unbewusst, dass es lang genug dauert, sodass man irgendwann vergessen hat, worauf man überhaupt wartete. Doch dann, wenn man glaubt, es könnte diesmal klappen, dann springt das Gefühl auf einmal wieder unerwartet aus einer dunklen Ecke!  

    13.02.2016, 00:42 von kopfkinokaos
    • 0

      Genau das! Danke :)

      13.03.2016, 15:20 von taetschbuesi
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