aygnes 06.03.2017, 21:37 Uhr 28 1

fremdgehen beginnt im kopf

Ich zittere. Ich weine. Ich vermisse und ich weiß dennoch nicht was ich vermisse.

Ich könnte mit meinem Leben so zufrieden sein, es fehlt mir an nichts. & dennoch treiben meine Gedanken so weit von der Realität davon, dass ich mich in meinem Traum lebe, atme und spüre.

Spüre wie seine Hände meinen Körper abtasten, sich langsam unter mein Shirt schieben. Zaghaft, vorsichtig, fast schon schüchtern. Ich genieße seinen Atem in meinem Nacken, bekomme Gänsehaut. Lasse mich treiben. Ich höre wie sein Atem schneller wird, seine Hände nach mehr fordern. Ich merke, dass sich etwas in seinem Blick geändert hat. Er fordert mich. Er willst mich. 

Ich genieße es - begehrenswert zu sein. Ich schmecke seinen letzten Drink - den bitteren Gin, von dem du einen Schluck zu viel genommen hast, rieche seine Zigarre, welche er vor nicht allzu langer Zeit noch geraucht hattest. Und ich weiß, dass er nur mich will. Das ich ihn mit meinen Küssen um den Verstand bringe, das zaghafte Knabbern an seinem linken Ohrläppchen hat auch nach all den Jahren die selbe Wirkung auf ihn, sowie seine Küsse in meinem Nacken. Ich verliere mich. 

... und öffne meine Augen - es war nur wieder ein Tagtraum, der mich härter trifft wie erwartet. Hintergehe ich meine bessere Hälfte, wenn ich meine Gedanken so weit schweifen lasse, mich so meinen Wünschen hingeben? Vermisse ich den einen, der Jahre ein Teil von meinem Leben war und nun zu einer Randfigur geworden ist. Betrüge ich meine besser Hälfte? - Ich kann es nicht beantworten. Wenn mich einer vor mehr als fünf Jahren gefragt hätte, dann hätte ich gesagt "Nein, Fremdgehen ist das sicher nicht, es spielt sich nur im Kopf ab." Doch inzwischen bezweifle ich diese Aussage. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich wieder einmal so weit weg von der Realität träume. Denn es ist nicht nur etwas, was in meinem Kopf stattfindet. Ich spüre alles, als ob es just in diesem Moment passieren würde. Ich rieche das Aftershave, schmecke den Gin. 

Wenn ich im Stau sehe, meine Zigarette rauche und eigentlich an meinen Arbeitstag denke, selbst da schweifen meine Gedanken ab - jedoch nicht zu meiner besseren Hälfte, sondern zu ihm. Und das macht mir Angst. 

Egal ob tausende von Kilometer zwischen ihm und mir liegen oder er nur drei Meter von mir entfernt lässig an der Bar lehnt - ich denke an den Sex mit ihm, an die Zeit mit ihm.

Doch nach jedem Tagtraum wird mir klar, warum ich nicht neben ihm aufwache sondern neben meiner besseren Hälfte. Es hätte nie funktioniert. Dieser Perfektionismus, der uns ausgemacht hat - er wäre unser Genickbruch geworden. Und noch einmal einen Genickbruch - ich würde es nicht überleben. Ich liebe meine bessere Hälfte genau aus dem Grund, weil er eben nicht perfekt ist, aber perfekt zu mir passt. Mit Ecken und Kanten, die sich an meine angepasst haben. Die zueinanderpassen, wie ein Puzzle. Eben auf die andere Art und Weise "perfekt".

Wann beginnt fremdgehen? Und was ist das überhaupt? Ist es der bloße Gedanke, jemanden anderen zu küssen, seine Lippen auf der eigenen Haut zu spüren?

Oder ist es wirklich erst die Tat? Für einen jeden von uns ist es eine andere Auffassung dieses Wortes - "fremdgehen"... Wenn mich einer fragt, wo es für mich beginnt - ich kann es nicht pauschal beantworten. Ich würde niemals beichten, dass ich, wenn ich meine Gedanken kreise lasse, an jemanden anderen denke. An die Zeit, die ich mit diesem jemand verbracht habe. Wie er mich angesehen hat und ich wusste, dass er mich begehrt. Wie sich seine Hände auf meiner Haut angefühlt haben. Auch nach so langer Zeit weiß ich noch genau, wie es sich anfühlt diesen jemand zu küssen. Wie seine Lippen erst zaghaft an den meinen genagt haben und dann immer mehr gefordert haben. Wie ein Kuss im Nacken ein Stöhnen von ihm ausgelöst hat.  

Und doch stelle ich mir manchmal vor, wie es wäre mit diesem jemand zusammen zu sein. Mit ihm mein Leben zu teilen, so wie ich es nun mit meiner besseren Hälfte tue. Für einen kurzen Augenblick habe ich wieder diese Gänsehaut. Spüre die Küsse, die Hände. Rieche das Aftershave, lache über das Kitzeln der Barthaare in meinem Gesicht. 

Es gibt aber auch Momente, wo es mir die Tränen in die Augen drückt, weil ich meine Gedanken so weit schweifen lasse und mir vorstelle wie es wäre wenn... ja was denn überhaupt? Für diesen jemand und mich war von Anfang klar, dass es niemals etwas ernsthaft Dauerhaftes zwischen uns werden konnte. Auch wenn dieser jemand bis zum heutigen Tage ein Teil meines Lebens ist. Und dennoch waren die Fronten zwischen uns geklärt - wenn die Lust auf Befriedigung zu groß wurde, wenn die Sehnsucht nach dem anderen nicht auszuhalten war und wenn man nicht gerne alleine war - ein Anruf hat genügt und alle Probleme waren gelöst. 

Das sich irgendwann bei einem von uns die Gefühle ändern würden, dass wussten wir beide und haben uns dennoch darauf eingelassen. Doch die Abmachung, welche wir getroffen haben, wiegte schwerer als das vermeintlich "verliebt" sein. Sobald einer von uns jemanden gefunden hatte, mit dem er sich vorstellen konnte das weitere Leben zu verbringen, rückte der andere in die zweite Reihe. Es wurde mit offenen Karten gespielt und keiner wurde verletzt. Niemals. Wir wussten beide, dass irgendwann der Tag kommen würde, das sich der jeweils andere in jemanden verliebt. Mit sämtlichen Konsequenzen. 

Doch ich habe auch manchmal ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner besseren Hälfte. Nur ich kann nicht sagen warum. In meinen Augen gehe ich nicht fremd, betrüge keinen, hintergehe keinen. Und dennoch nagt es an mir. Ich kann es nicht beantworten, ob das fremdgehen bereits im Kopf beginnt, oder nicht...

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28 Antworten

Kommentare

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  • 3

    Er willst mich. 

    ich konnte nicht umhin zu lachen. 

    ansonsten ist alles im leben verhandlungssache. auch das. wer über jahre hinweg mit mehr als einem menschen schlafen möchte - und das geht halt den meisten so - sollte das rechtzeitig merken und entsprechend ins gespräch bringen. es gab sehr selten in der menschheitsgeschichte die totale monogamie. was halt meistens schmerzt ist die diskrepanz zwischen "so müsste es doch laufen, wieso läuft es bloß nicht so?" und "ich will mit dem/der halt ins bett". 
    wie auch immer: es gibt leute, die fahren gut mit monogamen beziehungen, andere halt nicht. man sollte sich selbst verstehen lernen und dann kucken, wie man gerne leben möchte. und da kann man dann auch irgendwelche seltsamen moralischen zwänge weglassen, die sich die gesellschaft immer mal wieder gerne auferlegt: solange man fair und offen kommuniziert, ist das in ordnung. der andere muss da nicht mitziehen aber damit muss man dann halt rechnen. alles andere ist halt unreifes noch-nicht-fertig-gedacht. 
    und: man kann es auch durchaus aushalten, nicht mit jedem, den man körperlich und geistig attraktiv findet, in die kiste zu steigen. kann man aber machen. wenn alle beteiligten d'accord sind.

    31.05.2017, 10:56 von YOLK
    • 0

      Du bist so unromantisch...

      Sehr schön dargelegt

      31.05.2017, 11:13 von sailor
    • 0

      ej, ich bin voll ramontisch!


      danke. 

      31.05.2017, 11:28 von YOLK
    • 0

      Du willst doch nur meinen Körper.

      Weitermachen...

      31.05.2017, 11:31 von sailor
    • 0

      ja garnicht! 


      jut. :D

      31.05.2017, 13:08 von YOLK
    • 0

      tach, ihr zwei Suessen. Sonst alles klar ?

      31.05.2017, 23:02 von Dr_Lapsus
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  • 1

    liebe aygnes,


    ein schlechtes Gewissen kann man nur bekommen, wenn man weiss,  dass der Partner  "betrogen"  wurde. Also aus meiner Sicht. Wuerde vorher alles abgesprochen sein,  welche Interessen auch waehrend der Partnerschaft  vorherrschen,  entstuende dieser "Stress"  nicht. 

    Dass viele Frauen, wenn sie mit ihrem Partner "schlafen",   gern an Brett Pit denken,  ist nicht neu.  Aber nur die Gedanken daran koennen eher nicht als  "fremdgehen"  bezeichnet werden ?  Sehe das mehr als  "Lustverstaerker". hihi

    geniesse dein Leben, in dem du das auslebst, was dich gluecklich macht und auch  befriedigt.  Aber vergiss  dabei nicht  deine  "bessere"  Haelfte :-)

    10.03.2017, 15:10 von Dr_Lapsus
    • 4

      Lieber Dr. Som, äh Lapsus, wenn ich mit meinem Partner schlafe, träume ich immer von einem Pinguin. Ich stelle mir vor, wie dessen Flossen über meinen Körper gleiten. Ist das noch in Ordnung oder betrüge ich schon meinen Partner. Ich bin wirklich am Ende mit meinen Nerven, bitte hilf mir. Lieben Gruß, Finny. 

      10.03.2017, 16:50 von Fin_Fang_Foom
    • 1

      dass du ueberhaupt einen Partner gefunden hast,  gehoert fuer mich zu:  Wunder gibt es imma wiidaaaaaaaaaaa

      10.03.2017, 17:10 von Dr_Lapsus
    • 2

      Ja, mein Ken und ich lieben uns über alles. Es ist eine tolle Beziehung, so praktisch, er passt in jede Handtasche. :)

      10.03.2017, 17:15 von Fin_Fang_Foom
    • 1

      Pinguine sind bei Eskimofrauen sehr beliebt, die rasieren den Pinguin aber immer.

      10.03.2017, 19:45 von Freyr
    • 0

      wo denn, Freier, am Po oder am Pinsel ??

      31.05.2017, 23:00 von Dr_Lapsus
    • 0

      Den Schnabel. 

      01.06.2017, 07:30 von Fin_Fang_Foom
    • 0

      Der Pinguin wird komplett Rasiert. :)

      01.06.2017, 15:20 von Freyr
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  • 0

    Fremdgehen kommt in meinem Vokabular nicht vor.

    10.03.2017, 13:53 von sailor
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  • 4

    ich denke Menschen, die in sich selbst gehaltener sind, die einen guten Vorrat an Selbstliebe anfuttern konnten als Kind und später nicht so sehr auf die Liebe anderer angewiesen sind, insofern, sich selbst als schön und liebenswert wahrnehmen zu können, eine gewisse Zufriedenheit haben, sich unabhängig genügen können, die halten es auch eher aus in ihrem Partner nicht immer und alles zu finden, was ihnen ihre kühnsten Phantasien und Wünsche ins Herz flüstern. 

    Welche Vermessenheit liegt bei manchen eigentlich darin, zu sagen, einer oder eine allein würde jemanden nicht glücklich machen ? Wer ohne Beziehung nicht ein gewisses Maß an Zufriedenheit erreichen kann, wie sollte er/sie dann ausgerechnet andere oder gleich mehrere andere glücklich machen?  

    Da zeigt sich ja auch der  Kern der Sache, das Stopfen von eigenen Löchern mit fremdem Inhalt, die unter diesen Voraussetzungen langfristig nie ein solches Maß an Erfüllung bzw Zufriedenheit haben werden, das trägt ohne zu schaden.

    10.03.2017, 12:46 von schauby
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      erstens
      ist es in zusammenhang mit dem thema „fremdgehen“ schon lustig, wenn man von „stopfen
      von eigenen löchern mit fremdem Inhalt“ redet. witzig.
       



      zweitens
      ist es nicht die aufgabe von menschen andere menschen glücklich zu machen. das
      kann man bei sich selbst das ganze leben versuchen und hoffen, dass man es auf
      lange sicht mehr unscheiße als scheiße hat.



      natürlich
      ist es ein alter hut, dass man sich erstmal selbst glücklich machen muss, bevor
      man in einer beziehung kein arschloch mehr ist.
       



      dass
      allerdings erfüllte menschen mit glücklicher kindheit es eher monogam
      aushalten, halte ich allerdings für eine steile these. das klingt halt so, als
      wäre monogamie das einzig seligmachende und alle anderen lebensentwürfe wären
      scheiße und zu verdammen. was halt bullshit ist. scheiße ist es, wenn man sich
      selbst nicht klar darüber ist, was man will aber immer munter drauflos rammelt
      ohne entsprechend zu kommunizieren. das verletzt halt andere. da man aber
      sowieso nicht durchs leben kommt, ohne andere zu verletzen, weil menschen sich
      selten voll im klaren darüber sind, was sie tun und warum, gerade wenn die
      hormone einschießen, ist es halt so, dass man mit einem gewissen grad an
      verletztheit rechnen sollte, ohne gleich komplett durchzudrehen.
       



      und
      warum sollte man irgendwas aushalten müssen? gerade in bezug auf partnerschaft
      und beziehung? da hat man doch die freie wahl, warum sollte man sich also in
      konstrukte drücken, die einem nicht behagen? das ist doch gaga. für was bitte?
      damit man, kurz bevor die den deckel über einem zumachen noch ordentlich was zu
      bereuen hat?

      31.05.2017, 11:27 von YOLK
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  • 1

    Doch ich habe auch manchmal ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner besseren Hälfte. Nur ich kann nicht sagen warum. In meinen Augen gehe ich nicht fremd, betrüge keinen, hintergehe keinen. 


    Aber wenn wir ehrlich zu uns selber wären, wüssten wir, das es den anderen verletzen würde,wenn er von den Tagträumen erfahren würde. Denn nicht deine bessere Hälfte spielt darin die Hauptrolle sondern "Er" nach dem du dich insgeheim sehnst. 
    Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, mir geht es ähnlich, wenn nicht sogar genau so. Und doch belasse ich alles beim alten, in der Hoffnung die Tagträumerei verblasst irgendwann und die Vergangenheit holt mich nicht mehr ein. 
    Definitiv ein toller Text, und schön zu wissen das man irgendwie nicht alleine so ist. 

    10.03.2017, 09:33 von Line_88
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  • 3

    Fremdgehen ist eine Tat.


    Erotische und sexuelle Bedürfnisse, die sich nicht auf den Partner beziehen, sind natürlich. Problematisch werden sie erst, wenn sie sich zunehmend auf eine bestimmte reale Person beziehen, dann für ein Unrechtsbewusstsein sorgen und das Gewissen belasten.
    Um dir diese Belastung zu nehmen, kannst du dir überlegen, welcher Art und Natur eben jene starken Bedürfnisse sind, die du offenbar mit deinem Partner nicht auslebst. Es liegt nah, dass ein Partner, den man als bessere Hälfte bezeichnet, nicht unbedingt jemand ist, der Leidenschaft in einem entfacht und von dem man sich begehrt fühlt.
    Ich entnehme deinem Text, dass das Zusammenspiel von Begehren und Begehrtwerden eine zentrale Rolle in deinem Erleben spielt und du dieses wechselseitige, rauschauslösende Moment innerhalb der Partnerschaft nicht verorten kannst.
    Es obliegt deiner Fantasie, einen Weg zu finden, deine Leidenschaft mit deinem Freund auslebbar zu machen oder aber ihn grundlos zu erschießen, dir einen Spitz zu kaufen und nach Mexiko auszuwandern.

    07.03.2017, 11:36 von JackBlack
    • 0

      Wahre Worte. Jedoch muss ich dir teilweise widersprechen - für mich ist und bleibt mein Partner meine bessere Hälfte von mir. Ich degradiere ihn nicht. Und will es auch nicht tun. Ich habe eben schlechte Seite, von denen ich weiß und sie dennoch nicht ändern oder ablegen werde. Sie gehören einfach zu mir. Und genau wegen diesen schlechten Seiten, die in meinen Augen jeder Mensch hat, bin ich froh darüber einen Partner zu haben, der zu mir steht, mich liebt und der auch Leidenschaft in mir weckt, bzw. ich in ihm. Ich kann aus tiefer Überzeugung und mit reinem Gewissen sagen - ich liebe ihn. Und das ist das was zählt. 


      Letztlich ist dieser Post eine Kurzaufnahme von einem Moment des Zweifelns. Ob man das nun pauschal so sehen will, dass hier eine permanente Tat ist - persönliche Meinung. 
      Aber ich finde es super, dass du den Text gelesen hast und dir deine Meinung dazu gebildet und sie mit mir geteilt hast!

      07.03.2017, 19:38 von aygnes
    • 0

      Hatte den Text jetzt nur überflogen, weil ich so lange Sachen online grundsätzlich nicht lese.

      Was mich entlang deiner Ausführungen interessiert: Hältst du die Liebesbereitschaft deiner besseren Hälfte dir gegenüber für eine gute oder schlechte Eigenschaft?

      Letztlich zeugt es von einem starken Charakter, seine schlechten Seiten zu akzeptieren und darauf zu bestehen, dass das auch andere tun. Nebenher entspricht diese Haltung sogar dem Zeitgeist. 
      Solltest du jenseitig des vergangenen Moments nochmal die Abwandlung haben, in plötzlicher Leidenschaft für eine potentiell schlechtere Hälfte zu entbrennen, kannst du dich mit folgenden Alternativfakten beschwichtigen: Fremdgehen ist eine Tat der Schwäche, für die dein Partner dich noch mehr lieben wird. Und auch andere Männer brauchen Zuwendung und körperlichen Trost - dich also quasi als bessere Hälfte eines Fremdgängers anzubieten, hat etwas latent Aufwertendes und kann helfen, die Liebe einer selbstanhängigen besseren Hälfte mit besserem Gewissen anzunehmen. Nicht vergessen: Malle und Fasching sind nur 1 Mal im Ja lol
      Entdecke die Möglichkeiten!

      08.03.2017, 10:44 von JackBlack
    • 0

      seltsam, warum zerbrechen dann so viele Beziehungen am Fremdgehen ? 

      Die sind wahrscheinlich alle zu doof halbe Sachen und Abgespecktes als erfüllend/schön/befriedigend zu erleben.

      oder warum sind mehr oder weniger offene Mehrfachbeziehungen nicht wenig problematisch als monogame ? 

      Wie wahrhaft und praktiziert jemand seine als schlecht empfundenen Seiten tatsächlich akzeptiert als darüber zu theoretisieren,  sieht man leicht daran, wie jemand damit umgeht, wenn diesen Eigenschaften in anderen begegnet und damit konfrontiert wird. Wobei eben etliche das gar nicht realisieren. Sich selbst fabelhaft und andere kritisch zu sehen, ist das banalste und auch gleichsam tragische der Welt. 

      ich wüsste nicht, was daran ausgerechnet Stärke sein sollte, sich auf etwas auszuruhen, nach dem Motto "so bin ich nunmal.", kann man nicht ändern, was einen gerade bei anderen deutlich belastet. Dabei spielt es keine Rolle, ob das jemand reflektiert oder projiziert. Entscheidend ist doch ganz basal: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu."

      Genau dort scheitert es ja auch meist: Sich an den Ansprüchen an andere selbst messen zu lassen.


      10.03.2017, 11:52 von schauby
    • 0

      Schaubs, mein Kommentar ist zu 96;32 Prozent ironisch gemeint.

      Ich teile deine Einschätzung in weiten Teilen.
      (Okay, der Rock is ziemlich eng, gehe später vielleicht noch fremd)

      10.03.2017, 15:41 von JackBlack
    • Kommentar schreiben
  • 1

    Ich genieße es - begehrenswert zu sein. Ich schmecke seinen letzten Drink - den bitteren Gin, von dem du einen Schluck zu viel genommen hast, rieche seine Zigarre, welche er vor nicht allzu langer Zeit noch geraucht hattest.

    Hier bist du ein wenig viel geschwommen...wenn du weißt was ich meine.
    Generell stell ich dir eine andere Frage in den Raum: warum bezeichnest du deinen Partner als deine "bessere Hälfte"?
    Das ist degradierend. Deine bessere Hälfte klingt nach Doppelhaushälfte (heißt: du kannst dir leider kein ganzes Haus leisten). 
    Durch diese Bezeichnung nimmst du deinem Typen nämlich schon mal die Möglichkeit den Aspekt "Leidenschaft" mit sich führen zu dürfen. Du entsext ihn. 
    Dies ist was ich eine Konstruktion nenne. Du liebst nicht mit ihm zusammen, du lebst neben ihm. 
    Der Text ist sehr interessant und gut, nicht dieser dumme kleine emotionale Schmarrn von manch weiblichem NeonFisch noch der männliche Sexabenteueraufzählungsblödsinn der männlichen Fische. Er ist Auseinandersetzung. Er provoziert Kommentare. Er passt eigentlich ganz gut hierher. Nur hätte ich die Überschrift nicht so whatsappig gemacht. Auch wenn man sich dann doch freuen kann, großgeschriebene Substantive im Text zu finden. Denn auch hier läuft irgendwas komisch: die "bessere Hälfte" ist exemplarisch für konservative Spießigkeit, wohingegen der whatsapp-Stil eher Beweis für noch-nicht-erwachsen ist. Aber das sind ja alles bekanntlich Klischees.
    Eine Antwort auf deine Frage? Das Fremdgehen beginnt schon bei der Bezeichnung seines Partners ;-) denn Sex ist ein wichtiger Bestandteil einer glücklichen/funktionierenden Beziehung.

    07.03.2017, 10:35 von Filousoph
    • 1

      Gegenfrage - Vielleicht bin ich mit einer Doppelhaushälfte mehr als zufrieden, weil ich mir nicht mehr leisten will, sondern lieber auch noch in andere Dinge investiere? 

      Und nein ich finde nicht, dass ich meine bessere Hälfte degradiere - denn ohne sie wäre ich nur eine schlechte Hälfte. Ich bekomme meine Befriedung, ich begehre ihn, ich liebe ihn und so unter uns - er weiß was er tut, damit der Sex zwischen uns immer zum Höhepunkt wird. Ying und Yang. 

      Tendenziell würde ich dir ja die konservative Spießigkeit vorwerfen wollen, da du dich an einer Bezeichnung aufhängst, die unterschiedlich aufgefasst werden kann und entsprechend unterschiedlich ausgelegt werden kann, um eine Beziehung zu einem Menschen zu beschreiben. 

      Aber richtig erkannt -  der Text zielt auf Konfrontierung ab, und scheinbar hat es funktioniert. Ich habe deine Meinung dazu gehört und freue mich, wenn der Text bei dir angekommen ist und scheinbar das Gefühl geweckt hat, etwas zu schreiben. 

      Aber wie schon auf das andere Kommentar geantwortet - Momentaufnahme. Die Welt dreht sich weiter! 

      07.03.2017, 20:05 von aygnes
    • 1

      Das andere Kommentar...:)

      Nee, ich bin echt kein Spießer!
      Ich bin eher ein Spiegler, wenn es diesen Begriff gäbe, jenen Persönlichkeitszug.
      Sexuelle Befriedigung in diesem Zusammenhang klingt wie Arturo Vidal der stolz auf ein 5:1 ist,was nur aufgrund einer Fehlentscheidung des Schiris zustande kam.
      Eine aktuellere Antwort auf deine Frage lautet: lies Phillipe Dijan.

      08.03.2017, 15:09 von Filousoph
    • 2

      eine Partnerschaft besteht nun mal aus mindestens zwei  "Parteien"/Menschen.  Wenn sie also von ihrer besseren  Haelfte spricht,  dann degradiert sie diese Haelfte nicht, sondern wertet sie auf.  :-)

      Solche Texte sind klasse.  Sie locken die Spiesser aus  nah und fern an.  haha

      Fuer mich kam immer nur  bekanntgehen infrage.  Das andere Modell  hat mich immer "befremdet". :-)
      Meine Partnerinnen waren so souveraen, in dem sie mir empfahlen:  Wenn du schon ne Andere voegelst, dann bitte mit  "Schutz".  DAS  ist doch eine klasse Beziehung !?

      10.03.2017, 14:55 von Dr_Lapsus
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