DayDreamingNightThinking 08.01.2019, 22:30 Uhr 0 0

Flut.

Ebbe. Flut. Ebbe.

Nun ist es soweit. Du bist da. Du. Dieser Mensch, dem ich mein ganzes Vertrauen schenken kann. Dem ich all meine Geheimnisse erzählen will und von dem ich alles wissen möchte. 

Es ist schon ziemlich lächerlich, wie ich mich jahrelang geweigert habe, mich zu öffnen, jemanden an mich ranzulassen und wie das jetzt, jetzt wo ich genau das tue, wie das jetzt auf mich zurückfällt. Ich habe fast alle meiner Ängste mit dir überwunden, wir haben zusammen schon einige Mauern eingerissen und jetzt, jetzt will ich auch den nächsten Schritt wagen, die nächste Mauer. Aber jetzt, jetzt geht genau das nicht. 

Warum? Weil ich mir vor Jahren, dieses Versprechen gemacht hab. Das Versprechen, dass ich niemals meine Ziele, Träume oder Wünsche aufgeben werde für einen anderen Menschen. Dass ich immer meinem Weg folgen werde. Grade wünsche ich mir also mal wieder, ich wäre einfach im Büro geblieben. Hätte so vor mich hin gelebt. Mit dir. Könnte jetzt, mit dir zusammenziehen. Könnte dich sehen. Wann immer ich will. Und du willst. Könnte mit dir am Küchentisch sitzen und zusammen könnten wir uns unsere Zukunft ausmalen. Ich könnte dich und dein Leben noch besser kennenlernen. Deine Vergangenheit und dein Jetzt. Könnte mich dir von allen Seiten zeigen, neu vorstellen. Würde mit dir meine inoffizielle, nicht niedergeschriebene Bucketlist erledigen. Könnte mehr Zeit mit deinen Interessen, deinen FreundInnen verbringen.

Aber ich sitze nur hier. 900km weg von dir. Schreibe das alles nieder, weil’s mich grad wieder so schmerzt. Ich weiss, es ist grad mal zwei Tage her, seit wir uns das letzte mal gesehen haben. Aber genau deswegen, ist es wieder so schwierig grade. Ich weiss auch, es wird bald besser. Ist jedesmal so. 2-3 Wochen und ich lache wieder. Denke aber noch genau so oft an dich und daran, dass wir, wenn ich anders gehandelt hätte, grade zusammen wohnen könnten. Aber es bringt nichts, sich in diesem Selbstmitleid zu baden. Klar.

Es fühlt sich nur grad wirklich so an, als ob mich die Welt, meine kleine Welt grad bisschen verarschen will. Wahrscheinlich ist’s aber nicht einfach nur lachhaft und schmerzhaft, wahrscheinlich ist’s schon richtig so. Vielleicht würden wir grade gar nicht zusammen ziehen wollen. Vielleicht würden wir eher an eine Trennung denken. Vielleicht ist diese Geduldsprobe ganz gut. Um rauszufinden, wie echt es ist. Ob es hält. Ob es wirklich so kommt, wie wir, oder ich mir das vorstellen könnte.

So zu denken, nimmt mir ein kleines bisschen den Schmerz. Aber es macht mir auch Angst. Weil weisst du, dann denke ich daran, dass diese drei Jahre vielleicht wirklich so verlaufen, wie ich mir das vorstelle. Dass, wir dann immer noch zusammenziehen wollen. Dann stellen sich plötzlich noch viel mehr Fragen. Ich kann dir nicht sagen, wo ich in drei Jahren hinziehen werde, möchte oder muss. Das erschwert vielleicht einiges. Da krieg ich Angst, dass es immer so sein wird. Dass ich mich immer, für meine Ziele, die nicht dich betreffen, entscheiden werde und du dich für deine. Eigentlich genau das, was ich gut finde. Was ich mir versprochen habe und was ich auch für dich hoffe. Aber ich will uns dadurch nicht verlieren. Und immer, immer wenn die Gedanken so weit gehen, merke ich, dass es sinnlos ist, soweit zu denken. Wer weiss denn schon, wie unsere kleinen Welten in zweieinhalb Jahren aussehen? Niemand. Ich muss einfach lernen, in mich und dich und das Leben zu vertrauen.

Ich liebe dich.


Tags: zuviel, gefühlsüberflutung
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