withoutshelter 05.12.2017, 18:58 Uhr 0 0

Flucht.

Hass. Wut. Kälte. Das ist alles was ich gerade für dich spüre...

Ich flüchte vor dir, versuche nicht da zu sein. Will das alles selber nicht wahrhaben. Erzähle mir die ganze Zeit wie toll du bist. Halte mir vor Augen, dass ich dich nicht verdient habe. ..in der Hoffnung, dass ich wieder Liebe spüre.


Aber die ist gerade nicht da... verdrängt von all den negativen Gefühlen. Verdrängen. Es klappt nicht mehr. Ich hab's versucht. Doch gestern ist die Illusion geplatzt, wie eine Seifenblase. Ganz plötzlich, von jetzt auf gleich war ich voller Hass. Ich lag neben dir im Bett, die tränen flossen stumm aus mir heraus. Ich wollte nur noch weg von dir. Du hast mich nicht beachtet, mir den Rücken zugedreht.. und trotzdem fühlte ich mich erdrückt von dir. 

Schnell raus, laufen laufen laufen... weg von dir. Ich konnte wieder atmen, aber der Hass war noch da. Und die Tränen hörten nicht auf aus mir rauszufließen. Ich habe dich verflucht, vor allem unsere Hochzeit. Wie gern würde ich sie gerade rückgängig machen. Ich könnte einfach flüchten, weg von dir. Aber ich bin an dich gekettet - in guten wie in schlechten Zeiten. Ich muss die Hoffnung aufrecht erhalten, dass wir all das hinbekommen. Eine Lösung finden.

Nur wie? Was kann ich tun um diesen Hass beiseite zu schieben? Ich dachte, wenn wir weg von hier wären würde alles gut werden. Er wäre weg. Ich würde mich wieder ganz auf dich konzentrieren. Aber er ist gar nicht das Problem. Er ist die Konsequenz. Er ist all das was mir fehlt..

Du lädst alles auf mir ab. Lässt mich jede Entscheidung treffen. Während du nur abhängst. ..und ich unter der Last fast zusammenbreche. Du achtest nicht auf dich: trinkst, rauchst, kiffst. Wie ein Looser. Und wenn ich was sage beginnt das große Drama. Du limitierst dich selbst; willst ein Looser sein. Denkst du könntest es nicht besser, dabei gibst du nicht mal 20%. Wie soll ich dich respektieren, dich achten?? 

Ich habe versucht alles für dich zu machen, jede Entscheidung zu treffen, alles organisieren, dich kontrollieren. Aber das will ich nicht! Ich will nicht der nervige Hausdrache sein, der nur am meckern ist. Für den du nie genug bist...

Ich will, dass wir frei sind. Dass jeder sein Ding durchzieht, auf seine eigene Weise... und uns gegenseitig dabei unterstützen.. dass jeder an seinen Zielen arbeitet und wir uns motivieren - nicht kontrollieren. Also habe ich aufgehört. Aufgehört mich um dich zu kümmern. Denn vielleicht würde es ja klappen, denn vielleicht würdest du nur alles anders machen, aber es würde funktionieren.. vielleicht würdest du es nicht gleich machen, sondern später und es würde funktionieren.

...aber du hast nichts gemacht. Und ich habe die Hoffnung verloren. Habe uns dabei irgendwie verloren. Habe mich für ihn geöffnet und bin da kopfüber hineingestürzt. Weg von dir, direkt in seine Arme. Ich sollte mich schlecht fühlen, ich sollte ein schlechtes Gewissen haben... Was ist nur aus uns geworden.

Wir sind um die Welt gereist. Waren so lange weg. Es war unglaublich. Unglaublich mit dir. Wir haben so viel gesehen, erlebt, gelernt. Und haben uns verändert. Gemeinsam. Neue Ziele, neue Ideale. Sind Kilometer gerannt auf den Weg ins Ziel. Wollten so viel machen wenn wir wieder zuhause sind. Jedenfalls alles anders machen. ...nur stehe ich jetzt alleine da. Und du stehst Kilometer hinter mir.  

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