leonie_loewenherz 26.12.2015, 22:43 Uhr 0 0

Faktglaublich.

Zum ersten Mal betrittst Du bildlich meine Welt. Es ist real, es ist Fakt. Doch irgendwie unglaublich. Es ist faktglaublich.

Und dann stehst Du wieder vor mir. Mit Deinen blauen Augen und Deiner kleinen Narbe über der Oberlippe, auf der Du anfängst zu kauen, wenn Du nervös bist oder Dich etwas beschäftigt.

Doch diesmal wirkt Dein Blick klar, selbstsicher, erleichtert mich zu sehen. Du wirkst ausgelassen.

Und ich...

Ich stehe nur an meiner Türschwelle und empfinde Deine Anwesenheit immer noch als unwirklich. Es ist Fakt, dass Du vor mir stehst und mir wieder zwei Küsse auf die Wange drückst. Diesmal an der Haustür meiner eigenen Wohnung. Zum ersten Mal betrittst Du bildlich meine Welt.

Es ist real, es ist Fakt. Doch irgendwie unglaublich. Es ist faktglaublich.

Und trotz meiner schwirrenden Gedanken, versuche ich den Augenblick zu genießen, den Dingen ihren Lauf zu lassen ohne viele Erwartungen, mit der Absicht nicht wieder enttäuscht zu werden.

Du bist hier um Deinen inneren Kampf hinter Dir zu lassen, Fehler zu korrigieren, Dein Leben irgendwie aufzuräumen. Du versuchst Deinen Kampf zu beenden, während ich das Gefühl habe, dass meiner gerade erst beginnt.

Ich bin gefesselt zwischen den Verletzungen, die stattgefunden haben, den Ratschlägen engster Vertrauter, Dich zum Teufel zu jagen und meinen eigenen Gefühlen für Dich, von denen ich Angst habe, dass sie mich einfach nur wieder blenden. Jetzt, wo ich so sehr entschlossen war nach vorne zu sehen und begonnen hatte mit allem abzuschließen.

Und da sitzt Du nun. Auf meiner Couch. Es ist Fakt und so unglaublich. Es ist faktglaublich.

Als könntest Du in mich hineinsehen, fragst Du mich offen nach meinen Ängsten. 

"Hast Du keine Angst was uns betrifft?" 

"Klar, ich hab' scheiß Angst!" bricht es ohne Zögern aus mir heraus.    

Doch was soll ich machen, frage ich mich. Mich für den Rest meines Lebens für die Liebe verschließen, nur weil sie manchmal nicht funktioniert? Ist das Risiko zu scheitern durch unsere Geschichte vorprogrammiert? So viele Fragen, auf die man jetzt keine Antwort weiß. Nur der Glaube an das Gute, der immer noch vorherrscht und die Gefühle und Gedanken, die uns immer wieder zueinander treiben und von denen ich wusste, dass Du sie in dir trägst, werfen keine Fragen auf.

Sie sind der Moment. Sie sind unglaublich, aber Fakt. Sie sind faktglaublich.

Dass Du sie selbst noch erkennst, hätte ich so schnell nicht mehr vermutet. Ich dachte vielleicht irgendwann, wenn es zu spät ist. Doch anscheinend ist schon jetzt irgendwann. Da sitzen wir nun. Mit diesen Fragezeichen, die den ganzen Raum zu erfüllen scheinen. Und ich überlege, sind es zu viele? Bilden diese Fragezeichen zu große Hindernisse? So viele, dass wir die meisten Antworten vielleicht niemals finden werden? Und steht dieser Fakt vielleicht über dem Glauben, dass alles gut gehen kann? Liegen Fakt und Glaube doch zu weit auseinander?

Und dann essen wir Pizza und trinken Rotwein, Deine Augen suchen meine und wir lachen miteinander, als gäbe es nur uns. Und irgendwie schaffen wir es uns fallen zu lassen. Unerwartet. Ich hatte den Glauben daran verloren, dass dies jemals passieren würde. Doch der Kuss ist Fakt. Genauso wie die Küsse danach und die gemeinsamen Tage und Wochen. Bis heute.

Und Stück für Stück bringt es mir die Gewissheit zurück, dass etwas Unglaubliches vielleicht doch zum Fakt werden kann. Wenn man nur fest genug daran glaubt.

Du bist mein Fakt, Du bist unglaublich. Für mich bist Du faktglaublich.    

 

 

 

 

 


Tags: Herzmenschen, Hindernisse überwinden, Neubeginn
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