Es war so schön, dich wiederzusehen
Zwei Jahre sind vergangen, doch die Zeit schien still zu stehen.
Dass du dort sein würdest, auf diesem kleinen, aber feinen Open Air-Konzert im Schlosspark, hatte ich mir gedacht. Schließlich wohnst du nur wenige Meter entfernt. Dass ich dir begegnen würde, nachdem ich dir zwei Jahre konsequent aus dem Weg gegangen bin, war mir nicht recht, irgendwie. Aber wirklich erschüttert hat es mich nicht.
Denn es war schön zu sehen, dass du immer noch der Alte bist, und dass sie immer noch an deiner Seite ist. Dort konnte sie sich prächtig entwickeln.
Herrlich, was die Cellulite aus ihren Beinen gemacht hat! Von ihrer Bruststraffung ist auch nichts mehr zu erkennen. Dass Brüste sich so schnell wieder auffüllen, wundert mich. Die ihren scheinen sich nach dem Boden zu sehnen, obwohl sie ihn wegen der Speckwulst, auf der sie so gemütlich ruhen, wohl nie erreichen werden. In den Gesetzen der Schwerkraft liegt viel Schönes, findest du nicht?
Es war auch schön zu sehen, wie locker du neben ihr stehst. Ohne sie zu berühren, mit baumelnden Armen. Schön auch, wie sie immer wieder nach deiner Hand griff, um sie sich wie einen nassen Topflappen auf die Hüfte zu pappen. Ja, das signalisiert auch dem dümmsten Beobachter, wie innig ihr verbunden seid. Eine gelungene Schau, nur für mich.
Euer Beziehungsbarometer stieg noch um 3 Harmoniepunkte, als du mich endlich erblicktest. Du kamst auf mich zu und breitetest lächelnd die Arme aus, sehr überrascht und sichtlich erfreut.
(Wieso eigentlich? Erinnerst du dich nicht, wie oft ich wortlos aufgelegt habe, bis du mich nicht mehr anriefst?)
Tut mir leid.
Aber ich sah dich gestern nicht.
Zehn Meter Abstand zwischen dir und mir sind wie ein Fluss voller Piranhas. Unüberbrückbar für mich. Näher lasse ich dich nie wieder an mich heran. Ich will nicht mehr herausfinden, was mich an dich bindet. Ich bin darüber krank geworden. Deshalb: besser nicht.
Deine zierliche Elfe sah ich noch aufatmen, bevor du stopptest und mir verblüffst hinterher sahst. Ihr strenger Blick sprach Bände: Husch, ab ins Körbchen! Und du kuschtest brav.
Auch daran hat sich in den beiden Jahren nichts verändert. Wie schön!
Vielleicht hat sie dir später noch die Hölle heiß gemacht, so wie früher? Ach, ich wünsche es dir von Herzen. Denn deine Erektion war nicht zu übersehen, weder für sie noch für mich.
Ja, es war wirklich schön, dich wiederzusehen. Weiß ich doch jetzt, warum ich dich so lange gemieden habe. Und ich freue mich schon auf die nächsten zwei Jahre.
Ohne dich.


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Kommentare
Böse abgelästert, meine Liebe.
18.07.2007, 11:06 von NinaBerthAber ein dickes Bravo zu deiner Konsequenz.
:)