Holzgeschichten 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 1

Es fehlen Konstanten

"Das ist die Geschichte von Tim und Lotta. Lieber Gott, lass sie nicht traurig enden."

Zittrige Beine, Arme und Hände. Mein Herz schlägt unberuhigend schnell und ich fühle mich ausgelaugt. Ein Arztbesuch wäre wohl das Vernünftigste.

Und nun wird mir klar, dass meine Gefühle sich einen anderen Weg durch meinen Körper bahnen. Denn die rationalen Gedanken verdrängen sie und wollen sie nicht zulassen. Doch ich kann nicht länger dagegen halten, mich nicht länger schützen. Es war zu viel.
Zu viel Druck, Zurückweisung, Unzufriedenheit und Unsicherheit. Es fehlen Konstanten. Diese wöchentliche Wechsel und Anpassungen erschöpfen zu sehr. Vermutlich habe ich mich auch zu wenig mit all diesen Situationen auseinander gesetzt.
Die ständig fehlende Zufluchtsmöglichkeit zerrt an den Nerven und Kräften. Ich dachte, ich hätte es akzeptiert; doch wie es scheint ist der Mensch wirklich darauf gepolt seine zweite Hälfte zu finden. Das fehlende Stück, welches sich mir anpasst ohne große Anstrengungen und Bemühungen. Denn es passt einfach, ohne Komplikationen, Fragen, Kompromisse oder Spielchen. Wer weiß, ob auch jeder es schafft den richtigen Weg dafür einzuschlagen.

Mir fällt immer wieder auf - es fehlt etwas. Diese große Kleinigkeit.
Und sie macht doch so viel aus. Ich kämpfe alleine - gegen Alltagsprobleme, große und kleine, weltbewegende und nebensächliche. Und jedesmal muss ich mir wieder eingestehen, dass es wirklich nur für mich alleine ist. Denn die eine Person habe ich verloren. Egal wie oft ich es mir auf´s Neue eingesteh´ - es fällt nicht leichter. 
Das Akzeptieren tut jedes mal gleich weh, es zerreisst mich immer mehr, immer tiefer wird der Schmerz, der sich so schnell nicht mehr lösen lässt.
Einsicht ist in diesem Fall wohl nicht der erste Schritt zur Besserung. Jegliche Bemühungen diesen Teil als vergessen und geschehen zu betrachten kosten so viel Anstrengung und Kraft. Zu viel, denn ich muss diese Kraft sorgsam verteilen und aufbringen. Ist es das also noch wert - dieses Ankämpfen?

Besser gehen wird es mir damit nicht, denn so oder so habe ich dich nicht mehr in meinem Leben. Dass du so einen bedeutenden und wichtigen Teil davon eingenommen hast war mir damals noch nicht klar. Denn dann hätte ich wohl niemals so viel zugelassen. Dafür ist es nun zu spät und ich lerne aus den Fehlern: ich lasse nichts mehr zu. Zu groß war die Zurückweisung damals und auch heute noch. Du weißt nicht wie sehr es schmerzt, heute noch mehr als damals. Denn es ist Geschichte und ich habe keinen Einfluss mehr auf die Vergangenheit. Nur noch auf die Gegenwart, welche mir leider wesentlich weniger wert ist. Denn die Hoffnung schrumpft mit jedem Gedanken an dich.

Vor einem Neuanfang müsste ich diese Angst hinter mir lassen. Und die Erwartungen - die so hoch sind - da ich weiß wie es sich anfühlen kann und noch immer tut. 
Wie kann ein Mensch nur so wenig Einfluss auf seinen Körper, seine Gefühle und seine Gedanken haben? Ich fühle mich dem Ganzen vollkommen ausgeliefert und bin überfordert. Es ist zu groß für mich. Eine Macht, die mich zu überrollen scheint und über die ich keine Kontrolle habe.

Ablenkungen sind kurzfristige Hilfen, doch unterschwellig kommst du hoch - immer und immer wieder. 
Und ich bin es leid.


Tags: Reflexionen, Hoffnung, die bessere Hälfte
1

Diesen Text mochten auch

0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare