Pseudolale 28.12.2012, 02:38 Uhr 0 2

Error

Wir sahen uns wieder,lagen einen ganzen Abend nur da, wie das alte Liebespaar am Anfang von diesem Fehler, du verabschiedest dich mit einem Ciao Bella

Kennst du diese Fehler, wobei du dir schon während du sie machst denkst, lass die Finger davon, das wird nichts gutes. So in der Art wie wenn du ein Wort schreibst, und felsenfest überzeugt bist, das hast du falsch geschrieben. So ein Fehler begann ich mit dir.

Am Anfang wusste ich nicht wer du bist, und ich wollte es garnicht wissen.
Du kamst mir komisch vor, verlassen, ein einsamer Hund auf der Suche nach seiner Beute, ich stieß dich bei unserem ersten kennenlernen weg, aber plötzlich waren wir alleine, alleine in diesem Bett gelegen, wir fingen an zu reden, über deine und meine Probleme, über die Welt die uns nicht versteht und was alles besser sein könnte, wenn die anderen es nur auch so sehen würden wie wir. Ich wachte durch mein Weckerklingeln am nächsten Tag auf, positioniert wie ein altes Liebespaar, Arm im Arm. Ich schob deinen beiseite und schlich mich aus der Wohnung unseren gemeinsamen Freundes.

Ich erfuhr erst Tage später wer du bist, wir wuchsen gemeinsam auf, bloß du warst der Freund meines zehn Jahre älteren Bruders, du warst der beste Freund meiner jetztigen Romanze, du warst dieser böse Mister, über den meine Bekannte Hasslieder schrieb.

Ich dachte ich sehe dich so schnell nicht wieder, und legte dich in die Schublade der Ausrutscher dazu, und plötzlich standest du vor mir, erzähltest mir wie einzigartig es zwischen uns war und fragtest warum ich dir nie geantwortet hätte. In der zuvor beschriebenen Nacht, sagte ich zu dir, dass du ein Frauenversteher bist, jede abbekommen kannst die du willst-Du hast es mit mir gepackt, mich um den Finger gewickelt.
Wir trafen uns oft am Fluss, wir redeten nur, sonst nichts, und das stundenlang, so kannte ich mich nicht. Du hattest zu der Zeit noch eine Wohnung mit deiner ehemaligen, aber über sie wolltest du nicht reden, wir wussten immer über die anderen Personen in unserem Liebesleben Bescheid, und es machte uns nichts aus, so war unser Deal. Der Deal war teuflisch, aber so haben wir es ausgemacht, wir wollen nicht wieder diese Gefühlsduselei, wir wollen wir sein, sobald sich einer für ein uns entscheidet, musste dieser leider gehen. Es ging den ganzen Sommer lang gut. Wir passten zusammen, egal was mir meine und deine Freunde über dich sagten,wir wollten es so und wir hatten es unter Kontrolle.
Bis du mich nicht mehr an dich rangelassen hast.
Wir waren uns an diesem Abend so nah so ausgeglischen und doch so fern wie nie zuvor.
Du erzähltest mir von deiner Arbeitskollegin und ich beglückwünschte dich, umarmte dich wie toll es denn sei. Nachdem wir uns verabschiedet haben, ging ich am Fluss entlang, es war dunkel und ich setzte mich an unsere Stelle und weinte.
Nachdem ich mir die Tränen wegwisch kam ich wieder hoch in deine Nähe, nie hatte ich vorher das Gefühl gehabt, wir müssten beieinander seien, an diesem Abend spürte ich es, es war kein wollen mehr, es war ein müssen.
Eine Woche später hast du dich wieder gemeldet, aber ich las es schon bei dir ab, du hast nur geschrieben um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen.
Deine Mutter war im Urlaub, du solltest nach ihrem Haus ausschau halten, und ludst mich dazu ein.
Da waren wir wieder. Ohne Mitleid sondern wir. du zeigtest mir jedes Kinderbild von dir, dein altes Kinderzimmer und dass ich das erste Mädel bin dass hier offiziel ist. Wir kümmerten uns um die Hunde und verbrachten den ganzen Nachmittag auf der Couch, das, wofür wir uns liebten.
Du musstest spät abends noch zu einem Termin und wir trennten uns, und kaum war ich zuhause schriebst du mir, dass wir uns doch bitte bald wieder sehen und wie sehr ich dir gefehlt habe.
Wir sahen uns wieder und lagen einen ganzen Abend nur da, wie das alte Liebespaar am Anfang von diesem Fehler, du verabschiedest dich mit einem Ciao Bella, und halt bloß die Augen offen für die heißen Typen auf dem Seminar, ich melde mich wieder wenn du da bist.
Und ich kam zurück, immer noch vor Freude nach unserem letzten Treffen, und du warst weg.
Ich schrieb dir stark angetrunken eines Abends, du sagtest ich solle noch einmal vorbei kommen und an diesem Abend hast du mir erklärt, dass das mit deiner Arbeitskollegin etwas ernstes langsam wird und du das zwischen uns, so leid und weh es dir doch tut beenden musst, aber du mehr für mich gefühlt hast, aber immer dank unseren Paktes nichts mit mir anfangen konntest. Ich sagte auch hier wieder zu dir, wie sehr ich mich für dich freute und ging und weinte. Ich dachte damals noch ich würde nicht über uns weinen, sondern darüber, dass ich nicht mehr lieben konnte.
Und so verging die Zeit, bis wir uns wieder sahen und du diesen Fehler gemacht hast, den du immer noch bereust. Du wolltest es umbedingt erklären, bist aber nach Amerika geflogen und so verjähte sich die Erklärung um einen Monat. Bis du mich wiedersahst. Du sagtest zu mir wie du all das bereust, das du nicht mehr glücklich mit deiner Freundin bist und dass du sehr oft an mich denkst.
Ich sollte dir sagen wie ich das sehe, und meine einzigste Antwort war, du hast nun eine Freundin. Du fragtest mich ob ich nie mehr wollte. Meine einzigste Antwort war, du hast jetzt eine Freundin. Du wolltest mich küssen, aber ich wisch aus. Du fragtest mich ob es mir den egal wäre ob du eine Freundin hättest oder was aus dir geworden ist. Ich antwortete dir, dass es mir nicht egal ist, dass du eine Freundin hast, aber ich warten werde bis du keine Freundin mehr hast oder mir eine Katze zulege. Du fragtest mich warum ich nie für dich gekämpft habe, ich sagte nichts mehr und ging.

Ich schrieb dir an diesem Abend noch einmal und sagte dir dass es trotz allem schön war dich wieder zu sehen und ging unser Treppenhaus hinab. Der Bewegungsmelder war an. Ich ging hinaus und wollte die streunenden Katzen verjagen,  öffnete die Tür, und du standst vor mir, es war keiner dieser alltäglichen Träume, es war real, leider.

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