Aentschient_Philosophy 28.08.2014, 09:39 Uhr 0 1

Erklärungsnot - endurchschnitt.

"Weil ich im Moment einfach keinen richtigen Platz in meiner kleinen Welt für dich finde."

Für bestimmte Empfindungen gibt es keine Erklärung. Nicht, weil wir diese nicht erklären wollen, sonder weil wir es nicht können, da sie von der Vernunft nicht erfasst werden.

Du bist so ein Gefühl in mir, weil ich im Moment einfach keinen richtigen Platz in meiner kleinen Welt für dich finde. Ich kann dich nicht in eine Schublade stecken, ich weiß nicht, was du wirklich denkst und eigentlich ist da im Moment auch keine Stelle in meinem Herzen frei. Würde ich dich hineinlassen, würdest du dich wie bei einer Wohnungssuche in einer Großstadt fühlen: So richtig will dich scheinbar keiner haben und obwohl die Stadt so riesig ist, scheint genau für dich kein Platz zu sein. Eigentlich weiß ich nicht einmal, ob du in meiner Welt wirklich leben möchtest, weil du sagst, du weißt selbst nicht was du willst und dass es nicht ginge, in zwei Menschen gleichzeitig verliebt zu sein. An Alle, die schon einmal ihr Herz an zwei Menschen verschenkt haben - vereinigt euch, schreibt Bücher, postet es auf Facebook, damit die Welt erfährt, dass in der Liebe alles möglich ist. Oder lasst es vielleicht lieber bleiben und wir hüten diese Weisheit wie ein Geheimnis.

Und wenn du mich dann fragst, was das zwischen uns ist, was es werden soll, dann komm ich in Erklärungsnot. Weil ich es erstens nicht weiß und zweitens nicht wissen will. Weil ich es gar nicht wissen kann, da ich erst Mitte zwanzig bin und meinen Weg suche, mich wende und drehe und den Wald vor lauter Bäumen doch nicht sehe, weil ich ihn nicht sehen will, da meine Zeit der Selbsterkenntnis gerade erst beginnt.

Wenn ich dann mein Gesicht in die Sonne halte, wünsche ich mir, dass du wartest. Auf mich, auf uns. Du dürftest natürlich dein Leben leben. Die blonde schöne Nachbarin heiraten, dir mit ihr einen Boxer zulegen und ihn Pepe nennen. Sie kocht jeden Abend Nudeln mit Wurstsauce und hat immer ein Krombacher für dich im Kühlschrank. Aber in deinem Herzen, da wäre immer ich. Wenn ich dann irgendwann vor deiner Tür stehe, du mich ansiehst und sagst: “Ich dachte schon, du kommst nicht mehr” dann antworte ich: “Besser später, als nie.” Wenn sich der Himmel dann bewölkt, realisiere ich, dass ich dir gar nicht versprechen kann, dass ich wiederkomme und dass du dann umsonst warten würdest und dieser Gedanke so selbstverliebt und egoistisch ist.

Ich fange an zu sehen, dass die ganze Welt in einer akuten Erklärungsnot steckt, der sogenannte Erklärungsnotendurchschnitt, und dass ich nicht alleine mit meinen wirren Gedanken durch eine erträumte Realität wandere. Dieses Gefühl ist nicht das Los einer Generation, sondern das der Menschheit an sich, weil wir dazu gemacht sind Gefühle zu empfinden, die ja doch niemand versteht.

An einem sonnigen Septembermorgen werde ich ein letztes Mal deine Tür hinter mir schließen, um ganz weit weg zu gehen, um mit einem anderen Mann in diesem Ganz-Weit-Weg zu leben. Für eine Weile. Oder für immer. Und dann schreibst du mir: “Vielleicht erklärst du es mir mal auf entlegen Wegen, in verregneten Städten”. Und auf Fettes Brot antworte ich dir: “Ja, wenn ich es irgendwann lerne, mich mal umzusehen. Aber du weißt ja, wir wollen mehr, mehr." Und mein Clueso und OK Kid toppst du mit den fantastischen und wahren Worten von Fayzen. “Oder du schaffst dir ne eigne welt, dein eignes Paradies, ne heile Welt mit deiner Kraft und deiner Fantasie, bestimmst dann selber was ein Schmerz und was ne Hürde ist, schaffst in dir ne heile Welt, denn da draußen wird das nichts.“


Tags: Erklärungsnot, Erkenntnis, Egoismus, in zwei Menschen verliebt sein
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