Gina_Jen 30.11.-0001, 00:00 Uhr 55 37

Entfernungen

Die Entfernungen zwischen uns werden immer größer, immer ernster, immer vertrauter.

Ich zähle leidenschaftlich gern Entfernungen.


Bis Weihnachten sind es noch einhundertzwanzig Tage und nach Berlin braucht man knappe einhundertachtzig Kilometer. Unser Erstes gemeinsames Weihnachten - mein Erstes Weihnachten ohne meine Eltern -, in unserer ersten gemeinsamen Wohnung, mit unserem ersten echten Weihnachtsbaum. Dazu chinesisches Essen an deinem Arbeitsplatz und Kevin allein zu Haus in der Glotze - besser hätte es nicht sein können.
In der Nacht zuvor machten wir uns mit einem Eimer und unseren Händen bewaffnet zu Kleinkriminellen, indem wir lachend, kichernd, knutschend, Sand von einem Spielplatz klauten, um daraus einen Weihnachtsbaumständer zu basteln. Sieben große Schippen Sand.
Die von dir angezettelte Verfolgungsjagd endete wild keuchend vor unserer Haustür, an welcher du mich begierig küsst, während Sand, wie Schnee aus dem feuchten Eimer rieselt und wir die Kälte der Nacht um uns herum vergessen.

Fünf Meter bis zum Schlafzimmer, vier grüne Ampelphasen, die wir jedes Mal verpasst haben, weil wir damit beschäftigt waren, tierisch verliebt ineinander zu sein und drei Monate seit der Trennung.
Es sind siebenundsiebzig Tage, in welchen ich jeden Morgen dein Gesicht vor meinem vermisse und es doch nicht zugeben darf. Siebenundsiebzig Tage, an denen du einfach über die Ampel läufst, ohne dabei an mich zu denken. Siebenundsiebzig Tage und es wird nicht leichter. Denn nach lausigen einundzwanzig Tagen hast du mich schon durch deine beste Freundin ersetzt.

Die Entfernungen zwischen uns werden immer größer, immer ernster, immer vertrauter.

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55 Antworten

Kommentare

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  • 0

    ich verstehe es gut

    13.09.2013, 09:32 von sarilove
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  • 1

    Ich mag es aber.

    29.08.2013, 21:32 von Rotschoepfin
    • 0

      danke!

      03.09.2013, 00:42 von Gina_Jen
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  • 0

    Bis Weihnachten sind es noch 120 Tage und nach Berlin braucht man nur
    knappe 180 km. Das letzte Weihnachtsfest habe ich dennoch mit dir
    verbracht.

    Versteh ich nicht. Haben sie jetzt in Berlin gefeiert? Dann wäre das "nur" fehl am Platz. Oder ist ihre Familie in Berlin, sie hat aber mit ihm gefeiert?

    28.08.2013, 10:00 von halbkindmf
    • 1

      Das habe ich auch nicht ganz verstanden

      28.08.2013, 10:14 von Onkel_Fester
    • 0

      Mich stört später eher das "dennoch", weil sie doch schon zusammen in Berlin gewohnt haben, oder nicht?

      28.08.2013, 10:17 von Matsumoto
    • 0

      Naja, eben diese Kombi aus "nur" und "dennoch" ist es, die mich iritiert.

      28.08.2013, 10:18 von halbkindmf
    • 0

      Ich fühle mich verwirrt.

      28.08.2013, 10:19 von Onkel_Fester
    • 2

      Wer weiß, vielleicht wohnen sie in Buxtehude und Berlin hat gar nichts damit zu tun.

      28.08.2013, 10:20 von halbkindmf
    • 8

      Vielleicht sind die Zahlen im Text auch ein Geheimcode und sie sind der Schlüssel zur Weltherrschaft.

      28.08.2013, 10:23 von Onkel_Fester
    • 0

      oder vlt ist das einfach ihre Art zu Reden.
      und das hat sich alles ganz heimlich da sohinein geschlichen, dass es gar nicht weiter auffällt

      28.08.2013, 18:41 von Yoma
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  • 4

    IMHO:

    Ich kann mit dem Text nich viel anfangen:
    Wrum?
    1.Ich hasse Zahlen. Zuviele Zahlen entziehen dem Text den Lesefluss. Die Dinger machen den Text kalt. Statistiken und Bilanzbücher sind ja auch nich romantisch.
    2. Das Thema ist, naja. Beziehung futsch, jemand wird ausgetauscht. buh.

    (War das jetzt etwas konstruktiver?)

    28.08.2013, 09:53 von Jingeling89
    • 0

      Ja, das geht auf jeden Fall in die richtige Richtung;)

      28.08.2013, 10:01 von Antonia_Friemelt
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  • 3

    Und, nachdem ich die anderen Kommentare gelesen habe...
    An dich, Gina_Jen: wenn jemand so kleinkariert kritisiert, rennt er volle Pulle am Wesentlichen vorbei. Ich habe den Text sofort verstanden und gemocht.
    An die kleinkarierten Kritiker: Habt ihr schon mal was von Poesie gehört? Schöpferische Freiheit? Nein? Dann lest weiter den Börsenteil.
    Bei allem Respekt. Konstruktive Kritik geben ist angesagt.

    Dazu: Da es mehreren aufzustossen scheint, kannst du vielleicht für die "Ampelphase" ein anderes Wort finden. Aber die Repetition (5, 4, 3, etc) ist ein gutes Mittel um näher ranzukommen.

    28.08.2013, 08:52 von Hannelanna
    • 0

      Poesie??? Ich bitte dich!

      28.08.2013, 09:43 von RAZim
    • 0

      Worum?

      28.08.2013, 09:45 von Hannelanna
    • 1

      Weil dieser Text nichts, aber auch gar nichts mit Poesie zu tun hat.

       

      28.08.2013, 09:47 von RAZim
    • 1

      Beim Thema konstruktive Kritik geben kann ich nur zustimmen. Nur seine subjektive Meinung zu äußern finde ich ein bisschen zu einfach. Das bringt einem als Autor bzw. Textverfasser nichts. Wenn jemand seine Meinung begründet und sich konstruktiv äußert dagegen schon.

      28.08.2013, 09:48 von Antonia_Friemelt
    • 3

      Also ich habe mir jetzt die Kommentare von:
      RAZim, Matsumoto, Tanea, Fieseise etc durchgelesen.
      Was isn daran schlechte Kritik?

      Freie Meinung undso. Steht direkt neben "Schöpferische Freiheit" und  "Poesie"

      28.08.2013, 09:48 von Jingeling89
    • 3

      Sehe ich anders. Wer seinen Text hier reinstellt, sollte mit Kritik umgehen können (solange sie den Autor nicht persönlich angreift). Egal ob subjektiv oder objektiv. Ob begründet oder unbegründet.

      Son hingetipptes "find ich voll gut" ist auch nicht begründet.

      28.08.2013, 09:52 von RAZim
    • 0

      ging an antonia

      28.08.2013, 09:52 von RAZim
    • 0

      Laut Wikipedia (meine Enzyklopädie habe ich gerade nicht in der Tasche) hat RAZim teilweise Recht. Aber auch nur teilweise. Die klassische Definition von Poesie als gedichtete Gattung der Literatur hat die Autorin wohl verwehlt. Nicht aber folgende Definition von Poesie:

      Der Begriff bezeichnet im übertragenen Sinn ferner eine bestimmte
      Qualität. So spricht man etwa von der „Poesie eines Moments“ oder einem
      „poetischen Film“
      und meint damit in der Regel, dass von dem Bezeichneten eine sich der
      Sprache entziehende, oder über sie hinausgehende Wirkung ausgeht, etwas
      Stilles, ähnlich wie von einem Gedicht, das eine sich der Alltagssprache
      entziehende Wirkung entfaltet.

      Diese Wirkung hat sie erreicht.
      Ausserdem scheint der Text die Geister zu spalten, für PR sei also schon mal gesorgt.

      28.08.2013, 09:54 von Hannelanna
    • 2

      ich geh kacken

      28.08.2013, 09:55 von RAZim
    • 0

      Viel Spass dabei.

      28.08.2013, 09:57 von Hannelanna
    • 0

      Aber ein "Find ich gut" ist eine Bestätigung des Textes, des Schreibstils, der Idee, während man mit einem "Find ich scheiße" nichts anfangen kann als Verfasser.

      28.08.2013, 10:03 von Antonia_Friemelt
    • 9

      Unsinn Antonia. Wie oft steht dieses "find ich gut" in Zusammenhang mit der persönlichen Situation, durch die man sich mit dem Text identifizieren kann?

      Oft sind es doch gerade die Herz/Schmerz-Textchen, die auf große Resonanz stoßen, gerade weil es eben vielen ähnlich geht. Das ist dann keine Bestätigung des Stils, der Idee, sondern lediglich ein Ausdruck von "oh, mir gehts ähnlich - wie schön.

      Ich finde bspw. den Text schlecht, weil er mich, wie gestern schon geschrieben, nicht erreicht. Mich nicht berührt.

       

      Abgesehen davon ist das hier ja kein Literaturkurs und jeder halbwegs Erwachsene sollte auch mit "Find ich scheiße" umgehen können.

      28.08.2013, 10:09 von RAZim
    • 2

      Razim: <3, danke! Jetzt muss ich nichts mehr dazuschreiben - hast ja alles gesagt!

      28.08.2013, 10:24 von Bender018
    • 4

      Antonia, das sehe ich nicht so. Find ich gut und find ich scheisse sind beides unbegründete Aussagen und auf der gleichen Stufe. Da ist nicht eines besser, nur weil es positiv ist. 

      RAZim trifft es auf den Punkt.

      28.08.2013, 13:52 von miss_mel
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  • 1

    Selbst zwei Fernbeziehungen hinter mir. Du triffst es auf den Punkt. Danke für ein wenig Poesie im Alltag!

    28.08.2013, 08:46 von Hannelanna
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    • 0

      danke dir!

      03.09.2013, 00:42 von Gina_Jen
  • 0

    und 50 Meter bis zum Sandkasten!

    28.08.2013, 00:18 von Tora
    • 1

      Ist auch sehr reif, dieser Kommentar. Danke dafür.

      28.08.2013, 00:57 von Mamalina
    • 0

      manchmal muss man sich auf die gleiche Ebene begeben.

      28.08.2013, 01:01 von Tora
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    • 0

      Ich habe es noch mal gelesen und mich hat der Absatz irritiert. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was denn für 4 Meter? Aber sie stehen ja noch vor der Haustür.


      Aber wenn sie 3 Ampelphasen verpassen, dann gehen sie doch bei rot über die Straße?

      27.08.2013, 22:27 von Matsumoto
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    • 0

      Hast ja recht, aber der Satz verwirrt mich. Wegen dem "bis" zur Trennung und das mit den Ampelphasen ist dann schon Vergangenheitsform. Außerdem sind Phasen keine Entfernungen, die sie ja so gerne zählt.

      27.08.2013, 22:52 von Matsumoto
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    • 2

      Okay,


      ich gehe jetzt 8 Schritte ins Bad und mache mich bettfertig. Lese den Text morgen noch mal.

      27.08.2013, 22:58 von Matsumoto
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    • 0

      Fiesi, sooo weit hätte ich da aber auch nicht gedacht. Aber, ein interessanter Einwurf.

      28.08.2013, 21:53 von Tanea
Seite: 1 2

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