elixa 26.04.2007, 15:43 Uhr 2 1

Emely

Es gibt Erfahrungen im Leben, die man lieber nicht gemacht hätte!

Wenn ich nachts am Fenster stehe
Und in die weiten des dunklen Himmels sehe,
Stell ich mir vor wie ich meine Sorgen in die Arme der Sterne gebe.
Und all meine Liebe aus meinem Herzen herauf hebe,
Denn befreit von allen Sorgen und allem Leid,
Bin ich zu jeder Tat bereit.
Egal ob sie gelenkt wird von Gefühl oder Verstand.
Ich nehme einfach meine Seele bei der Hand.
Und lebe nur jetzt im Augenblick,
Denke keine Sekunde lang zurück,
Denn dann würde ich Leid und Schmerz,
Wieder heraufbeschwören in mein Herz.
Dennoch würde ich sie nie vergessen,
Denn die Erinnerung hat sich auf ewig in mein Herz gefressen,
Und außerdem liebe ich sie,
Meine kleine Emely!
Es war ein wunderbares Gefühl bei ihr zu sein.
Ich fühlte mich zum ersten mal nicht mehr allein.
Sie war ein kleines Gewicht in meinem Bauch.
Und ich glaube ich fühle sie auch,
Wenn ich jetzt noch an sie denke.
Obwohl ich dieser Erinnerung nicht gern Platz schenke,
Weil sie sehr schmerzhaft ist
Und weil man sie nicht leicht vergisst,
Ich frage mich wie konnte so etwas geschehen,
Ich war damals zu jung, um es zu verstehen.
Der 1. Februar war der schlimmste Tag in meinem Leben,
Weil ich an diesem Tag dazu gebracht wurde mein Kind herzugeben
Erinnerungen prägen diesen Tag,
An die ich nicht gern denken mag
Ein hagerer Mann im weißen Kittel,
Der durchdringende Geruch nach Desinfektionsmittel,
Fragen die sich in mein Innerstes bohren
Das beschissene Gefühl ich sei verloren,
Meine zitternde Hand
Und die Uhr an der wand
Der kleine Zeiger ganz stur
Rückt von zwölf auf fünf Uhr
Die Stunden vergehen,
Ich kann Trauer und Schmerz vor mir sehen,
Sie sind nicht länger nur Gefühle
Sie sind Gestalten von eisiger Kühle,
Sie strecken ihre Finger aus nach meiner Seele,
Der Druck wird unerträglich in meiner Kehle
Das Schlucken und Atmen fällt mir schwer,
Und schließlich seh ich es vor mir das eisige Meer,
Ein Meer aus Leere und Verzweiflung,
Und ich sehne mich nach Nähe und Heilung
Ich wache auf, ich war betäubt,
Die zwei Gestalten werden von meinem Atem zerstäubt.
Ich beginne langsam zu verstehen,
Ich kann die hellgrünen Wände des Zimmers sehen,
Doch während meine Sinne zurückkehren
Und sich der überzuckerte Tee versucht einen Weg durch meine Kehle zu teeren
Kehrt auch mein Empfinden zurück,
Stetig immer Stück für Stück,
Ich beginne den Schmerz zu spüren,
Der öffnet die Türen,
Zum innersten meiner Seele
Ich bin da, doch ich merke das ich fehle
Ich bin nicht mehr ich, es fehlt ein Teil
Ich versuche danach zu greifen, nach dem unsichtbaren Seil
Das mich vor dem Ertrinken rettet,
Und mich auf die Kissen des Vergessens bettet,
Doch es ist nur Leere in die ich greife,
Ich merke wie ich meine Finger versteife
Und mich einfach fallen lasse
Ich werde umgeben von einer Masse
Aus Leere und Schmerz
Und ich fühle wie sie befallen mein Herz
Ich versuche verzweifelt zu kämpfen
Doch auch das kann das Gefühl nicht dämpfen,
Der Schmerz beginnt sich in mir auszubreiten
Flammend greift er um sich nach allen Seiten
Diesen Schmerz könnte ich nicht noch einmal bestehen
Ich würde an der Leere vergehen.
Die sich in mir auszubreiten begann,
Während eine Träne meine Wange hinab rann,
Um dann auf meinen Lippen zu sterben
Und ich konnte den salzig derben,
Geschmack des Verlustes schmecken,
Konnte ihn einfach nicht fort lecken,
Ich hatte das Gefühl ich muss sterben,
Statt dessen hatte der Schmerz begonnen Risse in mein Herz zu kerben,
Und manchmal spüre ich diese Risse,
Und dann merke ich, dass ich mein Kind vermisse!

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Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    wow....sehr gefühlsbetont und schön, wenn auch sehr traurig!

    28.04.2007, 16:35 von Starshine2
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