Eisiges Lächeln
„Achtung Zug fährt ein!“. Die schwarz-weiß blinkende Schrift an der U-Bahnhaltestelle riss mich aus meinen Gedanken.
Mit einem Satz erreichte ich die schon volle Bahn und drängte mich zwischen einen Kinderwagen und ein Touristenehepaar. Schrecklich diese Nähe. Man kann förmlich spüren wie sich Bazillen und andere Krankheitserreger ausbreiten. Ein Kind schreit.
Kurz bevor die Türe sich schloss stieg ein junger Mann – voll bepackt mit Koffer und Rucksack, eingepackt in Schaal und Daunenjacke – ein. Langsam schob er seinen Koffer in meine Richtung und machte einen Schritt auf mich zu. Er stand in der Lichtschranke.
Die Leute um uns herum verdrehten die Augen – meine jedoch strahlten.
„Ich dachte immer um 5 wären Freitags alle schon Daheim“, sagte er und lächelte mich an. Er hob seinen Arm und beugte sich so weit über mich, bis er die Glasschreibe mit den Fingern erreichte.
„Vielleicht sind die Leute schon wieder unterwegs. Und vergiss die ganzen Touristen nicht“. Wahnsinnig schlaue Antwort. Schon allein mein Dialekt verriet, dass ich nicht aus der Gegend stammte.
„Ja wahrscheinlich“, wieder traf mich sein Lächeln.
„Nächste Station: Hackescher Markt, Ausstieg in Fahrtrichtung links“. Verdammt, schon da.
Die Türen öffneten sich, doch mein grinsender Mitfahrer bewegte sich keinen Millimeter von mir weg. Sein Arm, der immer noch über mir lag, verhinderte meinen Ausstieg.
Die ersten Personen schoben sich an uns vorbei und auch er wich einen Moment von mir. Ich schlüpfte unter seinem Arm durch und befand mich am Ausgang.
Mit einem von ihm gehauchten „Ciao“ schlossen sich die Türen und sein Lächeln verschwand im eisigen Wind der davon rauschenden Bahn.


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Kommentare
@[Benutzer gelöscht] leider =(
31.01.2010, 19:52 von laptite0207Oh man, was soll das?
25.01.2010, 17:47 von SurecampMachst uns erst heiß und dann kommt nichts mehr??!