Cold_Coffee 30.11.-0001, 00:00 Uhr 13 22

Eine Nacht von vielen

Deine Haare bewegen sich wild und fliegen planlos umher. Schweißnass schließt du deine Augen und legst den Kopf in deinen Nacken. Es ist dein Lied.

Der Bass hämmert aus den Boxen. Seit Stunden nur Musik. Du bekommst ein Bier in die Hand gedrückt. Von wem, wissen wir beide nicht.
Deine leere Flasche lässt du einfach auf den Boden fallen, nimmst einen Schluck.
Hier drin müssen über 40 Grad sein. Es ist einer dieser Clubs, die man von außen nicht bemerkt. Mitten in der Stadt. Dreckig. Unscheinbar. Hinter einer dicken Stahltür geht es in den Keller. Im Fahrstuhl kann man den Bass dröhnen hören. Man kommt nur hier an, wenn man den Weg kennt. Fernab aller Touristen. Aber es sind die richtigen Menschen hier.
Wir waren im letzten Jahr so oft hier, dass uns die Leute hinter der Bar schon nicht mehr fragen müssen, was wir trinken möchten. An unseren Gesichtern können sie mittlerweile die Zeit ablesen und kennen unsere Getränkereihenfolge. Weist du noch, wie der DJ am ersten Sommertag extra nur für uns beide eine Zugabe gespielt hat? Der Club war leer. Nur du , ich und das letzte Bier des Abends. Als wir nach draußen gingen brannte uns schon die Sonne ins Gesicht. Es war eines dieser Wochenende, dass ich nie in meinem Leben vergessen werde. Das warst du, das war ich, das waren wir und die Musik.

Deine Haare bewegen sich wild und fliegen planlos umher. Schweißnass schließt du deine Augen und legst den Kopf in deinen Nacken. Es ist dein Lied. Du beginnst zu tanzen und ich weiß, dass du genau in diesem Moment einfach nur glücklich bist. Du bist eins mit der Musik. Dein Körper bebt im Rhythmus des Basses. Ich liebe diesen Anblick. Ich liebe es dich zu beobachten und an den Sommer unseres Lebens zurückzudenken.
 
Oft habe ich auf diesem alten Sessel neben der Bar gesessen und dir in diesem Moment einfach nur zugeschaut. Ich weiß, dass ich genau jetzt fehl am Platz wäre. Dein Lied und deine 3:26 Min. Ich liebe den Anblick wie du eins mit der Musik wirst und habe jede Sekunde dieses Anblickes immer in mich aufgesaugt. Es gibt Tage, an denen geht es dir nicht so gut. Du arbeitest viel zu viel, bringst viel zu viel mit nach Hause, dass weißt du. Aber wir wissen beide genauso gut, dass du alles vor dieser alten großen Stahltür lassen kannst. Hier in unserem Mikrokosmos strahlst du einfach nur.

Du setzt dich zu mir. Lächelst mich an. Die Nacht ist noch jung, meinst du, willst noch mit deinen Freunden weiterziehen. Ich bin zu müde sage ich, obwohl ich noch hellwach bin.

Als wir den Club verlassen, schaust du mich an. Deine schweißnassen Haare kleben noch an deiner Stirn. Du fasst meine Hände, küsst mich und flüsterst mir ins Ohr, dass du mich liebst.  Wir geben uns einen letzten Kuss für diese Nacht und ich steige ins Taxi.

Alleine einschlafen ist nicht schlimm, denn ich weiß, dass du irgendwann zu mir kommst. Ich warte nicht auf dich, nein das habe ich nie, aber ich spüre genau den Moment, an dem du den Schlüssel ins Schloss  schiebst. Ich liebe den Moment, wenn du unter meine Decke kriechst, deine Hand in meine fährt und du deinen Kopf auf meine Brust legst. Ich lieb deinen warmen Atem auf meiner Haut. Du bist da und das richtig und gut.

Du weißt, dass ich immer für dich da sein werde. Du weißt, dass ich dich auf Händen trage und dir den Rücken freihalte.
Du bist die Frau, die einfach da ist, wenn ich sie brauche. Du bist die Frau mit dem Lächeln, das mich alle Sorgen vergessen lässt. Du weißt, dass ich dich nicht loslassen kann. 

Wir sind die beiden, die nachts auf dem Dach sitzen und Seifenblasen machen.

Ich weißt, dass ich immer warten werde, bis du nach Hause kommst. 

Du bist die, die diese Nacht wieder mit ihm geschlafen hat und glaubt ich würde es nicht wissen.

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13 Antworten

Kommentare

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    damn it!

    14.10.2012, 22:43 von snaty
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    Sad but lovely!

    19.05.2012, 10:40 von Downtowngirl
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    Aua

    21.04.2012, 19:44 von projekteins
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    Oh nein, mit dem Ende hast du alles kaputt gemacht! :( Aber hast mich natürlich trotzdem erwischt: Ich mags.

    05.03.2012, 16:13 von Luluf
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    Es las sich für mich zuerst wie eine Kopie deines letzten Textes. Das Ende stimmt versöhnlich.

    05.02.2012, 20:34 von justanotherpicture
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  • 4

    Für mich hätte der Text hiermit aufhören müssen:
    Du bist da und das richtig und gut.

    Danach folgt zu viel Schnulziges. Der letzte Satz haut da leider auch nichts mehr raus, sondern erinnert mich an eine schlechte Kopie dieses Textes: http://www.neon.de/artikel/-/-/waehrend-du-mit-ihm-schlaefst/644862

    05.02.2012, 18:06 von lalina
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    Du kennst meine Meinung, Wursti...Aber der Satz mit den Seifenblasen war da vorgestern noch nicht! Den mag ich...seiner Romantik wegen :)

    05.02.2012, 14:51 von Lila_Monkey
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