Kokomiko 30.11.-0001, 00:00 Uhr 57 85

Eine Liebe Geschichte

Wenn sie nichts wirklich suchen, Sie finden es hier. Sie bezahlen mit Träumen und den Rest machen wir.

Schon so oft war ich an dem kleinen Laden in der engen Altstadtgasse vorbei geschlendert. Die Eingangstüre war himmelblau angestrichen. Schöne Wolken waren darauf gemalt. Wie echt sahen sie aus. Wenn man lange genug davor stehen blieb, meinte man, sie bewegen sich. Unter dem Wolkenhimmel war eine Hügellandschaft ganz fein aufgemalt. 2 Bäume, die sich über die Jahreszeiten veränderten. Blühten sie rosa getupft in den Frühling hinein, wurden sie sattgrün im Laub, wenn der Sommer kam. Ganz rotbunt zum Herbst und so kahl, wie die Bäume so sind, wird es Winter. Auch die kleine Landschaft, in der sie standen, lebte in Jahreszeit Blumen hervor, wurde bunt und verlebte zu welk und begab sich in weiß, wie der Schnee vor der Türe es war, wenn er kam. Nur der Himmel blieb stehen in blau wie er ist, wenn er ist und die Wolken darin. Was es für eine ordentliche Arbeit dahinter sein musste, dieses Türchen so ganz dauernd wie oft regelmäßig und neu anzumalen. Nie sah man den Maler davor mit dem Pinselchen. Dennoch lebte das Bild über Jahr unter Himmel wie Kunst. Wie ein Himmel so ist, weil er sein soll und will nur für mich. Nur für mich, dachte ich manchmal und wunderte mich, dass so niemand, nur ich die Notiz davon nahm. Menschen mit Wunsch für Gekauftes und Schönes gingen wohl ein wie auch aus in den Geschäften des Gässchens. Doch sah ich nie jemanden in das Geschäft hinein gehen. Auch kam nie ein Kunde heraus, während ich stand und die Türe besah und mich freute darauf wie darum jedes Mal.

Das silberne Schild mit der verwunderlichen Ansprache in goldener uralter Schrift wurde in feinhölzernen Händen gehalten von einer lebensgroßen Marionette, die im Schaufenster stand mit gesenktem Kopf. In einen rot- wie feinsamtigen Anzug hatte der Kostümschneider, der wohl sein Handwerk aufs Beste verstand, diese mannshohe Puppe ohne sichtbare Fäden gekleidet. Sein dunkelgrünes Hemdchen passte gut zu den glänzendschwarzen Schuhen aus Leder, auf die er hinab, wie zu Boden sah. Als schäme er sich, wie ich meinte. Traurig in Haltung und Sinn stand er stets vor dem Vorhang aus dunkelstblau glitzerndem Stoff, fast wie schwarz, der den Blick in den Laden verhängte. Schon einige Male hatte ich die silberne Klinke, in die allerhand fremde Ornamente wie Labyrinth eingeritzt waren herunter gedrückt, um hinein zu gehen. Neugierig auf das Gewerk und Produkt. Auf die Ware in diesem so seltsamen Laden. Es war immer verschlossen. Bis eines Tages. Auf dem Türchen war Herbst. Es ging auf.

Es war mir nicht wohl dieser Zeit. Sie war gegangen. Aus der einzigen Liebe war Kummer geworden und ich starb vor mich hin, ließ sie gehen. War ganz lautlos dabei und wie sprachlos gefangen in mir und darum. Doch der Sturm ging vorüber und dahinter war ich. Ohne sie ohne alles ganz ausgetobt frei ohne Wunsch war ich still. Das ist Liebe, so dachte ich mir aus dem Kopf weit hinaus. Nur mein Herz hielt sie fest sanft umfangen, weil es einmal nur ist wie es ist..wie Zuhause. Viele andere Herzen waren wohl schon zur Hand. Waren freundlich und lächelten seelenruhig schön. Lachten laut und bereit ihre Sonne in mich. Wie hindurch gingen sie. Und ich schrieb ihre Namen auf blaues Papier, machte Schiffchen daraus oder Flieger. Ließ sie schwimmen und treiben im Flüsschen zum Meer. Ging hinauf auf den Turm, ließ sie schweben.

Nur die Eine, nur diese, sonst keine nie mehr. So geht Liebe.

Ich betrat einen runden Raum, der nach Holz und Zitronen roch. An den Wänden Regale so hoch wie der Raum. Schneekugeln darauf. Eine schöner und lieblicher als die andere. Am Boden ein Teppich so dick, dass er Schuhe zur Hälfte in sich behielt, so die Füße darin darauf standen. Stillschweigendes Licht kleiner Kerzen in Nischen, die in unregelmäßigen Abständen zueinander bis unter die himmelhohe Decke in die Wände gearbeitet waren. Jede brannte in anderer Farbe. In der Mitte ein schwerer Sessel. Darum war eine Apparatur aufgebaut, deren Konstruktion ein Gewirr von Stäben, Gelenken und Ferngläsern war. Ich meinte zu träumen.

„Danke. Aber sie können später bezahlen." Etwas zupfte an meiner Jacke und ich drehte mich um. Die Tür war verschwunden. Ein kleiner Junge mit einer komischen blauen Mütze, die ihm schief auf dem Kopf saß, schaute mich freundlich aus blauen Augen an. „Haben sie Zeit mitgebracht?" fragte der Kleine und legte seinen Kopf schief. „Ja. Ich habe Zeit." „Darf ich sie haben?" Der Kleine sah zu Boden. „Sie gehört Dir." sagte ich und musste lächeln. „Danke schön. Sie ist in guten Händen. Es geht nichts verloren. Bitte setzen sie sich. Ich hole den Kaufmann. Wir haben schon auf sie gewartet." Der Kleine sah mich an und zeigte auf den Sessel. „Bitte. Dort."Ich setzte mich auf den Sessel und es fehlte mir nichts. Sie war hier. Ganz gewiss war sie hier. Ich schlief ein. Und ich träumte.

„Da ist er. Er liebt sie. Und er liebt sich durch sie. Und er sucht nichts mehr. Nie mehr. Er weiß es. Sie ist es. So geht Liebe. Er hat die Tür aufgemacht. Bitte seien sie lieb zu ihm. Er ist reich von allein und er weiß es und sieht es. Sie ist nur für ihn. Es ist richtig. Schauen sie hin und fragen sie ihn." Der Kleine stand mit dem dicken Kaufmann vor dem Sessel und flüsterte eindringlich auf ihn ein. Er sah den Kaufmann an und seine Augen wurden zu Eis. „Und er hat bezahlt." Der Kaufmann rollte mit den Augen. „Jaja. Schon gut. Ich schau mal in ihn rein. Du kannst gehen." Der Kaufmann holte eine kleine verrostete Taschenuhr aus seiner silbernen Weste und zog sie am Rändelrädchen auf. Die Apparatur fing an sich zu bewegen. Quietschend brachten sich die Ferngläser in Position. Er sah hindurch. Ich erwachte.

„Sie sind mir ja mal ein märchenhafter Wanderzirkus." sagte der Kaufmann und blickte durch eines der Ferngläser in meine Augen. „Haben sie schon mal in sich reingeschaut? Tztztz..was es alles gibt. Ich meine ja immer, ich hätte schon alles gesehen. Aber bei Ihnen ist ja alles anders als woanders. Da passt ja nichts zusammen. Da steht ja alles auf dem Kopf. Und diese Farben?! Wo haben sie diese Farben her? Die gibt’s ja gar nicht. Die darf es gar nicht geben. Außer bei uns. Sie bringen ja alles durcheinander. Nein..also..Und die Musik? Wo kommt diese Musik her? Machen sie das mal aus." forderte er mich unwirsch auf. „Ich.." weiter kam ich nicht. „Und schauen sie mal hier. Was ist denn das?! Machen sie mal den Mund auf. Weiter. Weeiiter! Na los." Er drehte am Okular eines kleineren Fernglases, das auf meinen Mund gerichtet war. Ein Objektiv kam zum Vorschein und verschwand zur Hälfte in meinem geöffneten Mund. „Ach du liebe Zeit..ach du liebe Zeit. Ach du liebe Zeit. Ach du liebe Zeeiit!!" „Was denn?" wollte ich fragen. Er kam mir zuvor. „Seien sie still. Sie tragen ihr Herz auf der Zunge. Das gehört woanders hin." Er schraubte das Objektiv zurück. Dann tippte er mir auf die Brust. „Da, mein Freund. Da gehört es hin." „Aber..?" „Sie sollen still sein. Nicht zu fassen. Nicht zu fassen. Nicht zu fassen." „Ist es schlimm? Muss ich sterben?" Ich wurde ängstlich. „Wie lange soll das denn dauern, bis die alle hinüber sind? Sie sind zu viele. Viel zu viele. Viel zu viele auf einmal. Und viel zu viele für alle. Das geht so nicht. Wir müssen aufräumen. Nein. Sie müssen nicht sterben. Wie denn auch?" Er runzelte die Stirn zu wulstigen Falten, holte ein riesiges rot kariertes Taschentuch aus der Hosentasche, nahm seine Brille ab und fing an, sie zu putzen. „Eigentlich wollte ich doch nur.." Er schnitt mir das Wort ab. „Wollte nur. Wollte nur. Jaja. Schon klar. Sie wollten nur. Alle wollen immer nur. Zu oft mein Lieber. Zu oft. Viel zu oft wollten sie nur. Nur was denn? Was wollten sie nur? Wissen sie das noch? Natürlich nicht." fuhr er mich an. „Sie lassen mich ja nicht ausreden.." Er setzte seine Brille auf und steckte die Hände in die Hosentaschen. „Ich sage Ihnen jetzt mal was. Sie müssen gar nicht ausreden. Ausreden waren genug bei Ihnen. Was ich da so eben nur kurz gesehen habe, reicht bis Dorthinausreden. Aus aller Welt hinausreden. Und immer wieder schön einreden. Hineinreden. Sich selbst. Den anderen. Einflüstern. Einschleichen, einschmeicheln, einschmiegen. Und jetzt sitzen sie hier und meinen, sie wissen, wie Liebe geht? Wenn der Kleine nicht von ihnen überzeugt wäre, ich hätte sie schon zum Teufel gejagt. Möchte nicht wissen.." er machte eine ausladende Handbewegung über die Regale an den Wänden .."wie viele von den Schneekugeln sie uns hier abgeliefert haben. Herzen sind kein Spielplatz, mein Freund." Er kam näher, beugte sich zu mir vor und schaute mich prüfend wie zornig an." Mir war unwohl dabei und er sah es. Die bunten Kerzchen flackerten.

Der Kleine mit der blauen Mütze kam hinter einem Vorhang hervor und stellte sich neben den Kaufmann. Seine Augen weinten. Nicht sein Gesicht. Der Kaufmann drehte sich zu dem Kleinen um. „Was willst Du?" „Er weiß es. Er weiß es wirklich." sprach er leise. „Fragen sie ihn. Bitte." Der Kaufmann sah zur Decke und schnaufte durch die Nase aus. „Ich habe es ja immer gewusst, dass Du ein schlechtes Geschäft bist. Ein verdammt schlechtes. In Teufels Namen, frag Du ihn." Er drehte das Rädchen an der Taschenuhr. Die Apparatur fuhr zurück. Ich war ganz in dem Sessel versunken durch das Verhör und die Schelte. Nun setzte ich mich auf und fühlte mich etwas besser. Der Kleine kam heran und stellte sich neben mich. Er zog die komische blaue Mütze vom Kopf und sah mich aus seinen schönen blauen Augen an. „Sagen sie es ihm. Erklären sie es. Wie geht Liebe? Was ist das?" Er streichelte mir über das Gesicht und legte 2 Finger auf meine Lippen. Dann schloss er die Augen und ließ seine Hände sinken.

„..es..es ist, wie wenn Du Licht anfasst. Sofort ist Strom in mir. Mein Herz klopft ganz feste und eine sanfte Sonne explodiert mir ganz leise im Bauch. Alles wird warm bis in die Arme. Dabei ist Gewissheit und Ruhe und Sicherheit. Und alles in mir will zu ihr. Und ich habe keine Angst, etwas falsch zu machen und wenn ich es trotzdem meine zu tun, dann lächelt sie nur und alles ist richtig und das Beste in mir wird ganz hell und es schimmert und glänzt. Nie nimmt sie mehr, als ihr ohnehin gehört. Nie will sie mehr, als ich kann und ist still und sie fragt nie die Fragen und ich muss nichts erfinden. So einfach vertraut. Immer anders dabei. Sie ist schön, wunderschön und meine Beine sind weich wie aus Wachs in der Sonne. Ich darf da sein und sichtbar und darf still sein, wenn ich will..und sie wird immer mehr, immer mehr und sie wächst in mir auf!.."

Der Kaufmann ging 2 Schritte rückwärts. Es wurde heller und heller im Raum.

„..was sie kann, kann sonst niemand. Sie hält mich im Zaum, ist ganz sanft und bescheiden ohne Zwang und Belehrung. Ihre Regeln sind meine ganz leicht wie gemacht. Nie Verlust. Ich bin richtig und gut und ganz einfach für sie. Wenn sie da ist, ist Nähe wie Wunder umgeben und ich sehe sie an von der Seite, bin glücklich und froh in mir drin. Und ich will gar nicht mehr und sie füllt alles aus und sie schenkt mir Gefühl, ich darf da für sie sein, wie ich bin. Und sie strahlt und ist schmiegsam und ich gehöre nur ihr. Ganz aus mir raus und für immer verschenkt und mein Lächeln ist sie ganz allein. Jede Stunde ist Himmel, jedes Denken Geschenk und ich weiß, was ich will, will nur sie! Sie ist alles, ist ich, wir sind Himmel! Und ich will sie wieder haben, bin nichts ohne sie. Jeder Tag ist Vermissen und Weinen darum. Sie ist meine Mitte, mein Traum jeden Tag. Mein Kraftwerk, mein Bollwerk, meine Festung für ewig. Die einzige Frau, zu der ich gehöre..mein Zuhause…ich liebe sie.."

Der Kleine sah zu Boden und hielt seine Mütze in beiden Händen. Der Kaufmann stand mit gefalteten Händen und offenem Mund neben ihm. Das Licht von den Kerzen gleißend und hell wie aus Sonne. .."und.." „Neinneinnein! Es reicht. Sie lassen uns ja die Sicherungen durchbrennen." Der Kaufmann wischte sich die Stirn mit seinem riesigen Taschentuch ab. „Ich habe es verstanden. Sie haben es schon ganz gut erklärt." „Aber ich kann noch weiter. Sie ist noch mehr für mich. Sie ist.." „Gut jetzt." Sagte der Kaufmann in milder Strenge. „Heben sie sich ihre Energie auf. Sie werden sie noch brauchen. Sie sind…für sie." Der Kleine hatte seine komische blaue Mütze wieder schief auf den Kopf gezogen. „Darf ich sie holen?" fragte er den Kaufmann. „Ja. Hol sie."

Der Kleine mit der blauen Mütze verschwand hinter dem Vorhang und erschien kurz darauf mit einer Schneekugel. Er trug sie feierlichvorsichtig in beiden Händen und hielt sie mir hin. Im Inneren der Schneekugel war eine kleine filigrane Frauengestalt aus buntem Glas, die auf einer Mauer saß und weinte. Ihre Tränen fielen vor ihr zu Boden und es wuchs ein kleiner Baum aus der Pfütze. Um sie herum, von dem Ladenlicht und der Bewegung aufgeweckt, flogen kleine Libellen wie winzige Diamanten so schillernd und sanft um sie herum. Der Kaufmann hatte die Hände vor seinem dicken Bauch gefaltet und betrachtete die Schneekugel. Das erste Mal lächelte er. Der Kleine gab mir die Schneekugel in die Hände. Die Liebellen flatterten munter und aufgeregt um die schöne Frau herum. Die Kerzen an den Wänden leuchteten wieder stillschweigend ihr kleines buntes Licht in den Raum.

„Nun gehen sie. Und passen sie gut auf sie auf. Haben sie das verstanden?" Der Kaufmann schaute mich fragend an. „Ja. Dankeschön. Ich habe es verstanden." Der Kleine lächelte vergnügt den Kaufmann an. Dann mich. „Ich bringe sie hinaus." Die Türe war wieder da aus dem Nichts und er öffnete mir. „ Das haben sie gut gemacht. Ich wusste es gleich. Und Dankeschön für die kleine Zeit. Ich freue mich darauf, Ihnen wieder zu begegnen. Das ist eine Liebe Geschichte."

Er strahlte und schloss die Tür hinter mir. Auf ihr war es Sommer geworden.


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57 Antworten

Kommentare

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    Ganz wunderbar!

    24.05.2017, 15:26 von Pesada
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    einfach wunderschön!

    01.04.2012, 14:06 von Eurybia
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  • 1

    Zufällig entdeckt. Die ersten Worte erfasst. Hängen geblieben und mittlerweile viermal gelesen und mit den Gedanken Bilder gemalt. - Sprachlos. - Danke Dir dafür!

    20.03.2012, 22:04 von SunFeather
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  • 1

    Ich hätte gern noch mehr gelesen. Wunderschön, hatte die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht beim Lesen.
    Diese ganzen Farben und Bilder, die Beschreibungen, so schön. Ich hatte die ganze Zeit einen kleinen Film im Kopf parallel laufen.
    Ich habe mich in deiner Geschichte verloren und am Ende gehofft, dass irgendwann jemand meine Schneekugel holt und sie beschützen wird.
    Es ist schön zu wissen, dass es noch Märchen gibt!

    27.02.2012, 19:55 von Koffein
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  • 0

    Einfach fantastisch! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, glaube ich.

    26.02.2012, 10:21 von marleentje
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Den Anfang fand ich persönliche in bisschen holperig, aber danach ist es ein einziger Genuß zu Lesen :) Wunderschön beschrieben!

    20.02.2012, 20:41 von Lady_Hope
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  • 0

    Darf ich diese Geschichte haben und weitergeben, bitte?

    20.02.2012, 19:40 von MmeKorsakow
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  • 0

    Lieber Kokomiko, vielen Dank Dir.
    Ich musste weinen vor Momentenglückseligkeit, und lächeln. Jedes noch so kleine Wort so wunderschön, und genau da, wo es steht, so unersetzlich. Ich kriege meinen Kopf und mein Herz gar nicht mehr weg von den Zeilen, auch nach dem vierten Lesen nicht, auch nach dem vierten Fühlen nicht. Hier blüht was. Von ganzem Herzen danke dafür.

    18.02.2012, 02:07 von lautlosgelebt
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  • 1

    Lieber Kokomiko, da sind Sätze drin, die eigentlich gar keine Sätze sind, und die einzeln genommen unverständlich erscheinen. Wie ein Puzzelteil, was man auf der Straße findet. Aber wenn man den ganzen Text liest und die anderen Puzzelteile findet ergibt es ein schönes Ganzes, ein prächtiges Bild. Filmgewaltige Momente. So geht Liebe.


    Danke sehr, sage ich mit einem kleinen Knix. 

    16.02.2012, 18:13 von limpstone
    • 2

      Ein wenig Wagnis im Experiment. Verbiegt sich die Realität in der Phantasie, dürfen die Sätze, es zu beschreiben gleichdem phantastisch mitgebogen werden? Ich meine sie müssen sogar. Denn es geht über Grenzen hinaus. Dort ist alles erlaubt. So es denn beim Bild bleibt uns nicht zum Selbstzweck wird und sich darin verläuft. Außerdem haben mich die Sätze gar nicht gefragt. Sie wollten so sein.
      Sprache ist ein schöner Malkasten :-)

      Ich freue mich, dass es Dir gefallen hat.

      16.02.2012, 19:48 von Kokomiko
    • 0

      Menschen, die Worte schön und mit Fantasie aneinander reihen können, sind oft auch kreativ im Malen oder Fotografieren. Das ist in meinen Augen Begabung: das bunte oder manchmal auch schwarz/weiße Wirrwar, das durch die Windungen und Räume im Kopf wirbelt, zu Bildern oder Texten zu modulieren, die beim Betrachter/Leser ebensolche Kopfbilder entstehen lassen. 

      17.02.2012, 11:11 von limpstone
    • 1

      Ich mag NEON sehr gerne darum. Oft sieht man in den Profilen, was einzelne User für Paläste eröffnen. Mit dem Fotoapparat und auch mit Pinsel und Farbe. Fotografieren und Malen kann ich leider nicht. Da muss man ein richtiges Handwerk erlernen. Mit Technik umgehen können. Und schwierig finde ich auch, dass man schon eine Aussage braucht, um ein Foto oder ein Bild lebendig werden zu lassen. Die Festlegung, 'was soll das?' Natürlich kann man es nur für sich selbst machen. Dann ist es egal, warum man auf den Auslöser drückt, um rostige Fahrradspeichen in schwarz-weiß festzuhalten, oder eine blaue Wand mit einem weißen Punkt darauf malt.


      Die eigentliche Interdisziplin finde ich interessant. Es gab hier vor kurzen einen Text, der einzelnen Szenen beschrieben hat, die nichts miteinander zu tun hatten. Jeder der 4 waren es, glaube ich, war über 5, 6 Zeilen wie ein Foto, dass eine eigene Geschichte erzählt. Das war 'mandarinenduft', so meine ich. Das funktioniert bestimmt auch umgekehrt sehr gut, denke ich. Du fotografierst irgendetwas und denkst eine Szene dazu aus. Die im besten Fall zu einer Geschichte wird. Daneben schrieb neulich jemand im 'vom Leben gelernt', es sei alles schon mal geschrieben worden. Das denke ich nicht. Vieles wohl. Sehr vieles. Aber noch viel viel mehr auch nicht. Also.. :-)

      17.02.2012, 11:56 von Kokomiko
    • 1

      Also...!!!! :D

      17.02.2012, 19:12 von limpstone
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