saesh 16.06.2009, 07:35 Uhr 1 1

Eine kleine Lebensgeschichte - Teil 2

Er wacht auf. Niemand neben ihm. Er streichelt die Bettseite auf der sie immer gelegen hat.

Er weiß noch nicht, dass sie nie wieder dort liegen wird. Die Sonne scheint, eigentlich ein wunderschöner Tag. Alles ist verschwommen. Die Auswirkungen der Party vom Vorabend sind noch zu spüren. Langsam wird alles etwas klarer. Ein kurzer Blick zum Handy wie jeden morgen, um zu sehen, dass er über die Nacht keinen Anruf und keine SMS verpasst hat. Jedoch kann er auf dem, von der Sonne erleuchteten Display erkennen, dass er dich etwas verpasst hatte. ´Kurzmitteilung eingegangen` steht auf dem Display. Verunsichert beginnt er die SMS zu lesen, ´Wir müssen unbedingt reden. Bitte ruf mich an wenn du wach bist!`, Ihr Name beendet die SMS. Ihm ist klar, dass bedeutet nichts Gutes. Er schlägt die Hände über seinem Kopf zusammen. Gefühle und Gedanken machen ihn nahezu handlungsunfähig.
Er greift zum Telefon. Er wählt ihre Nummer. Plötzlich übermannen ihn seine Gefühle, er kann nicht anrufen. Er legt das Telefon wieder beiseite. Nach einigen Momenten des Zögerns wählt er erneut und wartet auf das Freizeichen. Es ertönt. Noch einmal und noch einmal und noch einmal. Ihre Mutter nimmt ab. Wie paralysiert fragt er nach seiner Freundin mit dem Vermerk, dass sie ihn gebeten hatte anzurufen und dass sie unbedingt reden müssten. Die Mutter gibt keinen Ton mehr von sich. Plötzlich ist sie am Telefon. Seufzend fragt sie ob sie bei ihm vorbeikommen dürfte. Ihm ist bewusst, dass sie nur eins von ihm wollen kann. ´Aber…aber…Ich liebe dich doch… na gut, komm in 10 Minuten. Ich muss mich noch anziehen, bin grade erst aufgestanden.` sagt er, bevor er das Telefon durch das Zimmer schleudert. Es prallt gegen die Wand und zerfällt in seine Einzelteile.
Er zieht sich schnell etwas an und setzt sich auf sein Bett. Die letzten 1 ½ Jahre ziehen immer wieder vor seinen Augen vorüber. Eine Träne nach der anderen strömt aus seinen Augen. Nach etwa 10 Minuten klopft es an seiner Zimmertür. Seine Mutter hatte sie herein gelassen. Der Türgriff neigt sich. Die Tür öffnet sich.
Sie tritt in sein Zimmer. Die Schönheit ist aus ihrem Gesicht verschwunden. Ihre Augen sind voller Tränen. Ihr Blick sieht traurig und doch erbarmungslos kalt aus. Sie sehen sich in die Augen. ´Und?` fragt er. Jetzt sollte ein Satz über ihre Lippen dringen, den er wohl nie wieder vergessen würde. ´So kann es nicht weiter gehen. Es tut mir leid! Ich weiß nicht warum, irgendetwas hat sich verändert! Es ist vorbei!`
Er bricht zusammen. Sinkt zu Biden. Die Welt scheint still zu stehen. Alles scheint zusammen zu fallen. Er spürt wie sein Herz zerbricht. Es fühlt sich an als würden tausend Messer sich durch seinen ganzen Körper bohren. ´Es tut mir Leid, ich wollte dich wirklich nicht so verletzen, du weißt, dass ich dir niemals wehtun wollte, aber so kann es nicht weitergehen. Ich kann das nicht. Es tut mir Leid!` sind ihre letzten Worte bevor sie das Zimmer verlässt und aus seinem Leben verschwindet.
Sein Leben zerbricht. Alles wird schwarz. Dunkel wie die Nacht. Das Lachen, die Fröhlichkeit ist aus ihm verschwunden.
Liebe, was bedeutet ihm die Lieben. Liebe bedeutet für ihn Hass, Erniedrigung, Schmerzen, unendliche Schmerzen, Dunkelheit, Kummer. Liebe, was ist Liebe?
Warum lassen Menschen sich von der Liebe zerstören?
´Warum ich? Warum lass ich mich von der Liebe zerstören?` fragt er sich immer und immer wieder. Nichts, rein gar nichts ist ihm geblieben. Nie wieder wird er neben ihr aufwachen. Nie wieder wird er ihr beim Schlafen zusehen können. Nie wieder wird er in ihren Armen liegen können. Nie wieder wird er sie küssen können. Nie wieder werden sie auch nur ein Wort miteinander wechseln.
Alles in seinem Leben hat sich verändert. Der Tag wird zur Nacht. Die Sonne scheint nicht mehr. Wolken, dunkle, große Wolken bedecken den gesamten Himmel. Es regnet. Es donnert. Es blitzt. Liebe wird zu Schmerz. Freundschaft wird zu Hass. Das alles wegen 10 Sekunden. Wegen einem Satz. Wegen einer Entscheidung.
Schicksal – „von einer höheren Macht über jemanden Verhängtes, ohne sichtliches menschliches Zutun sich Ereignendes…“
Ist sein Schicksal zu leiden? Gibt es ein Schicksal? Wenn ja, kann er es beeinflussen? Kann überhaupt jemand ein Schicksal beeinflussen? In seinem Fall war sie es, sie hat beeinflusst was mit ihm geschieht. Seine Freunde distanzieren sich von ihm. Seine beste Freundin bricht den Kontakt zu ihm ab. Was bleibt ihm? Nichts. Nichts außer seinem Selbsthass und seinen Selbstzweifeln. Alleingelassen versucht er weiter zu leben. Er versucht zu überleben. Er schaltet ab. Alles ist ihm nun egal. Die Welt ist ihm egal. Warum auch nicht? Was soll jemand ohne Freunde und jeglichen Spaß am Leben noch tun?
Die nächsten Tage, Monate, Jahre sind für ihn die Hölle auf Erden. Wunderschöne Momente, die ihn hoffen lassen, hoffen lassen auf eine bessere Welt, die ihm noch bevorsteht. Immer wieder gefolgt von schrecklichen Momenten. Tage des Alleinseins. Tage der Trauer. Tage des Hasses. Tage der Dunkelheit. Ein niemals enden wollender Kreis.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Immer wieder schießt ihm dieser Gedanke durch den Kopf. Es scheint zu stimmen. Immer wieder fasst er neuen Mut. Er lernt Menschen kennen, die ihm Vertrauen schenken und ihm Kraft geben. Kraft, das erlebte zu verarbeiten.


… Teil 3 heißt: „Die große Unbekannte“

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1 Antworten

Kommentare

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  • 0

    bin so gespannt auf den 3. teil!

    du machst mich verdammt neugierig:P

    17.06.2009, 19:49 von MaryK
    • 0

      @MaryK hehe... das war der plan ;)
      aber keine angst, du bist die erste die erfährt, wenn es was neues gibt ;)

      und teil 3 ist jez auch live... aber das weißt du ja schon ;)

      17.06.2009, 20:15 von saesh
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