Ein zufälliges Treffen...
„Hallo lange nicht gesehen !“ Sie dreht sich erschrocken um und sofort erstrahlt ein Lächeln auf ihrem Gesicht.
„Hallo lange nicht gesehen !“ Sie dreht sich erschrocken um und sofort erstrahlt ein Lächeln auf ihrem Gesicht.
Ein gutaussehender Mann kommt auf sie zu. „Oh, wie schön dich mal wieder zu treffen.“ antwortet sie und merkt, wie sich ein flaues Gefühl in ihrem Magen ausbreitet. Obwohl sie ihn einige Jahre nicht gesehen hat, hat sie ihn doch sofort erkannt. Die blonden Haare, die blauen Augen, sogar das Grübchen am Kinn, das sie schon damals richtig süß fand. Und bevor sie sich wehren kann hat er sie auch schon in seine Arme geschlossen und ihr zwei Küßchen auf die Wangen gehaucht. „Hey, laß uns doch was trinken gehen und über alte Zeiten plaudern. Hast du Lust?“ Oh, nein, denkt sie, weil sie genau weiß, wie er sich wieder langsam in ihr Herz und ihre Seele schmuggeln wird, wenn sie nur lange genug zusammen sitzen würden, und hört sich doch sagen: „Ja, gerne.“
Bei Rotwein und gedämpftem Licht sitzen sie sich lachend gegenüber und amüsieren sich. Plaudern über die gemeinsame Schulzeit und die alten Freunde, die Hobbies und die Karriere. Sie genießt die Aufmerksamkeit, die Blicke und die schönen Worte, die er für sie findet..
Warum sie nicht erwähnt, dass sie einen Partner hat, weiß sie ganz genau. Er würde sie anders ansehen und ihr andere Dinge erzählen.
Ist verschweigen schon betrügen, fragt sie sich kurz und lacht dann wieder herzlich über den Scherz, den er gerade gemacht hat. Für einen Abend die gemeinsam verbrachten zehn Jahre zu verdrängen kann doch keine Sünde sein. Sich wieder fühlen wie mit 19, sexy, ungebunden und voller Tatendrang.
Er hat an derselben Hand wie sie einen Ring am Finger und spricht auch nicht darüber. Wenn sie ehrlich ist möchte sie ja auch gar nichts hören von einer liebenden Ehefrau und süßen Kindern. Lieber erinnern sie sich gemeinsam an eine vergangene Zeit.
Nein, ein Paar waren sie nie und außer dem bißchen knutschen am Lagerfeuer ist auch nie etwas passiert. Und trotzdem hat sie ihn nie vergessen. Er war nie der Mann für eine feste Partnerschaft. Unzuverlässig und kindisch, rebellisch, unbesonnen und ein Frauentyp. Aber einer der ihr Herz in Flammen gesetzt hat und ihr das Gefühl gegeben hat einzigartig zu sein.
Bei dem Gedanken schaut sie auf die Uhr, die ihr Mann ihr geschenkt hat. Schon viertel nach zwölf. Schnell verabschiedet sie sich mit der Begründung früh raus zu müssen. Er schaut sie an. Lächelnd bittet er sie nach Hause begleiten zu dürfen und blickt ihr dabei tief in die Augen. "JA", denkt sie und wünscht sich, dass es möglich wäre. Dass er die Nacht bei ihr verbringen könnte und sie morgen zusammen frühstücken würden. „NEIN, ich meine, äh, ich bin mit dem Auto da. Danke.“ stammelt sie und merkt, wie sie langsam rot wird. Er hilft ihr in den Mantel und erkundigt sich noch, ob man sich vielleicht mal wieder treffen könnte und schreibt ihr seine Nummer auf. Sie steckt ihn ein. Er bringt sie zu ihrem Wagen und als er sie küssen möchte dreht sie den Kopf so, dass er wieder nur ihre Wange streift.
Langsam fährt sie durch die Dunkelheit nach Hause. Viele Dinge gehen ihr durch den Kopf. Wieso reagiert ihr Körper immer noch so stark auf seine Gegenwart? Warum hat sie ihn nicht geküßt? Was soll sie ihrem Mann erzählen? Wie soll sie ihm denn in die Augen schauen, da sie ihn den ganzen Abend verleugnet hat? Aber es ist doch gar nichts passiert, sie hat sich doch nur nett unterhalten. Und welche Gedanken sie dabei hatte ist doch ihre Sache, oder?
Als sie die Wohnungstür aufschließt zittern ihr leicht die Hände. Er liegt bereits im Bett, hat das Licht aber noch nicht gelöscht. Leise fragt sie, ob er auf sie gewartet hat und gibt ihm einen Kuß. Er zieht sie zu sich und schließt sie in seine Arme. Sie kuschelt sich an ihn. „Ich hab eine alte Schulfreundin getroffen und wir haben etwas zusammen getrunken und ich habe total die Zeit vergessen. Es tut mir leid“
Sie weiß, warum sie ihn anlügt und fühlt sich schlecht dabei. Sie möchte jetzt nicht über ihre Gefühle reden. Er würde sie sowieso nicht verstehen. Sie versteht es ja selbst nicht.
Und auch wenn sie den Zettel vorhin weggeschmissen hat, hat sie doch eine Ahnung, wovon sie heute nacht träumen wird..."Wichtige Links zu diesem Text"
Stahlbad ein Artikel von Neon


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Kommentare
Also, meine liebe Tanea.
06.07.2009, 14:58 von frl_smillaDen Neon-Artikel über die unerwiderte Liebe damals hatte ich gelesen und fand ihn – gelinde gesagt – grässlich.
Ich mag die Geschichte nicht besonders da oben. Zu viele Klischees die ihren selbstzerstörerischen Höhepunkt erreichen, als die Ehefrau ihren Mann auch noch anlügt.
Herz in Flammen und so... Das ist mir viel zu sehr Zuckerguss der mir Augen, Ohren und all den Rest verklebt.
Ich geh mal Händewaschen.
Ich finde das ist gar kein Klischee. So was kann passieren, das man jemanden wiedersieht und genau der lässt einem das Herz aufspringen. Den Gedanken, an ein Abenteuer finde ich auch nicht verwerflich, du hast es ja schließlich nicht getan. Und so darf man ab und zu auch mal davon träumen. Lg. Alexis
13.02.2009, 17:04 von Alexis-NeoIch verstehe nicht warum sie so ein schlechtes Gewissen hat und lügt...
15.01.2009, 11:03 von fairytale_romanceSollte nicht eine starke Beziehung die Vergangenheit aushalten können? Und damit auch die Schatten die von damals bis ins heute reichen?
@fairytale_romance Sie möchte nicht über ihre Gefühle reden. Deshalb muß sie lügen und fühlt sich schlecht.
16.01.2009, 17:17 von TaneaWarum trifft einen das immer mal wieder? Und warum erwischt es einen mit manchen exLieben sofort, wenn man sie nach Jahren wieder trifft, bei anderen überhaupt nicht - obwohl man an beide gleich gute Erinnerungen hat? Es muss im wahrsten Sinne des Wortes etwas mit Chemie zu tun haben.
14.01.2009, 16:21 von Tim123Und damit ist es gerade nicht vorhersehbar....
@[Benutzer gelöscht] @Rote Liebe
14.01.2009, 15:43 von TaneaEhrlichkeit in einer Beziehung oder in der Textkritik?! Wahrscheinlich beides.
@Oceaneyes
ja, mmhm vorhersehbar, vielleicht.
Mit den sprachlichen Klischees ist es so eine Sache. Irgendwie falle ich immer darauf zurück. Muß da wohl noch dran arbeiten ;-)