sonnentanzmitdemregen 23.04.2018, 21:49 Uhr 4 2

Ein Tschüss zur dir ist wie ein Tschüss zur Luft zum Atmen.

Wenn man sich von dem Menschen verabschieden muss, der alles war. Der alles ist. Und der es nie wieder sein wird.

Ich habe verdammt oft gehofft, dass Du noch irgendwas sagst, schreibst, von mir aus malst oder denkst. Aber genau wie Du damals in mein Leben gekommen bist - unerwartet und doch so intensiv - so bist Du gegangen. Es sind Monate vergangen, seitdem Du Dich von mir getrennt hast. Seit Du Dich das letzte Mal bei mir gemeldet hast. Es sind Jahre vergangen, die wir miteinander geteilt haben. Und ich habe es wirklich geschafft, für diesen Abgang wütend auf Dich zu sein. Mehr noch als bei den Geschichten während unserer gemeinsamen Zeit. Zum Beispiel als ich erfahren musste, dass Du nicht ehrlich zu mir sein kannst. Dass es andere Frauen neben mir gab. Frauen, die Du schlichtweg gef***t hast. Frauen, die Dich nicht berührt haben, wie ich es anscheinend getan habe. Frauen, die ich Dir verziehen habe, weil ich das UNS und Dich mehr geliebt habe, als mein eigenes Leben. Weil ich nicht bereit war, Deine Sucht nach Anerkennung und Ego-Stillung unsere Liebe kaputt machen zu lassen. 

Ich habe es geschafft, Dich für Deine Kälte endlich - das erste Mal seit ich Dich kenne - wirklich zu verabscheuen. Zumindest für eine Zeit. Wie konntest Du so wenig Empathie und Respekt walten lassen, mich am Telefon zu verlassen? Direkt nachdem ich mein Studium und meinen Master beendet hatte? Wozu? Vor was hattest Du Angst? Hätte es zu ernst werden können?
Ich weiß noch, wie Du gegen Ende unserer gemeinsamen Zeit sagtest, dass ich Dich wahrscheinlich so gut kenne wie niemand anders. Und Gleiches gilt auch für Dich. Vielleicht war das Dein Grund. Aber diese Art der Trennung hatten wir nicht verdient. Nicht nach allem. Den schönen gemeinsamen Erinnerungen wie Du sagst. Das war so respektlos, so abgeklärt und kalt. Ich weiß nicht, was passiert ist nach dem gemeinsamen Silvester. Ich will es auch gar nicht mehr wissen, weil ich mein Bestes versuche, Deine Entscheidung einfach zu akzeptieren. Ich will nicht mehr darüber nachdenken. Ich will mir keine Fragen mehr stellen. Mein Glück war vielleicht, dass ich immer alles irgendwie im Gefühl hatte. Sonst hätte ich all das Schöne der letzten Monate in meinem Leben vermutlich eher weniger genießen können. Das schönste Gefühl davon war, als ich meinen Master in der Tasche hatte. Und das, obwohl die letzten Wochen einfach nur die Hölle waren. Danke, dass Du es wieder geschafft hast, mir ins Gesicht zu lügen, als ich Dich mehrfach wie eine Gestörte gefragt habe, ob denn wirklich alles okay ist. Mir hingegen tut es leid, mit welchen Worten wir uns verabschiedet haben - oder vielmehr ich. Ich wollte es einfach nicht glauben. Wieso Du? Du hattest immer gesagt, Du gehst nicht mehr. Du hast dich in den letzten gemeinsam verbrachten Monaten so geöffnet. Und auf einmal eröffnest Du mir, dass du keinen Mehrwert mehr an uns siehst. Und auf einmal war er weg, mein sicherer Boden. Meine Liebe. Der mit dem ich besser als Letty & Javier war. Mittlerweile bin ich nicht mehr böse auf Dich. Mittlerweile sind es nur noch die kleinen Dinge, die mir den Boden unter den Füßen wegziehen. Die Dinge, bei denen Du immer gesagt hast, dass wir sie eh noch ein ganzes Leben miteinander erleben würden. Und wahrscheinlich damals schon wusstest, dass es nie so sein wird. Vielleicht mussten wir deswegen beide immer weinen, wenn es um Gefühlsbekundungen ging? Wie auch immer: unsere gemeinsame Zeit war immer begrenzt. Und manchmal bin ich deswegen ein kleines bisschen böse auf mich selbst, weil ich es hätte sehen müssen und die gemeinsamen Sekunden nicht noch mehr hätte beschweren sollen. Aber ich will eben immer mehr, ich wollte Dich für immer und nicht nur für ein Jetzt. 

Und trotzdem gibt es so oft Momente, von denen ich Dir so gerne berichten würde. Einfach, weil Du gleichzeitig wie mein bester Freund für mich warst. Und wenn ich dann auf meiner Welle auf der Euphorie eine kleine Pause einlege, merke ich immer: ich kann es Dir jetzt nicht mehr erzählen. Du bist nicht mehr da. Es ist fast, als wärst Du tot. Für alle anderen lebendig, nur eben für mich nicht mehr. Und das ist das schrecklichste Gefühl, das ich Dir beschreiben kann. 

Ich weiß nicht wieso das Leben sowas macht und für was es gut ist, aber irgendwann werden wir sicher auf unser Leben zurückschauen und es wissen. Ich hoffe so sehr, dass es Dir gut geht und dass Du glücklich bist. Ich wünsche es Dir wirklich. Egal was zwischen uns vorgefallen ist, Du verdienst nur das Beste. Und das wirst Du ganz sicher finden. Und dann werde ich mich mit Dir freuen können. Ich hoffe nur, dass ich irgendwann aufhören kann, Dich zu vermissen. Bei den kleinsten Kleinigkeiten. Bei jedem Frühstücksei, das mir fast im Hals stecken bleibt. Wehtun wird es vermutlich immer, nur wird es mit der Zeit einfach weniger. Und die Erinnerungen verblassen.

Ich weiß nicht, ob Du jemals verstanden hast, aber allein die Tatsache, dass es Dich gab, hat mein Leben so schön gemacht. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht wusste, dass solche tiefgründigen Gefühle gegenüber einem anderen Menschen überhaupt existieren. Es wird sicher einen Grund geben, wieso wir uns damals getroffen haben und wieso wir das miteinander erlebt haben, was wir erlebt haben. Die schönen und die weniger schönen Dinge. Auch wenn wir oft wie Gift füreinander waren, vielleicht haben wir uns gegenseitig genau das beigebracht, was wir lernen mussten. Ich bin zwar noch jung, aber ich bezweifle, dass jemals wieder etwas so Intensives passieren wird. Egal was war, diese Liebe zu Dir blieb. Immer. Es hatte bestimmt einen Sinn. Daran halte ich mich fest. Ich hoffe Du bereust es nicht, dass wir es nochmal versucht hatten.

Vielleicht sehen wir uns irgendwann durch Zufall wieder und können dann darüber lachen, wie wir es damals fast geschafft hätten durch alle unsere Berg- und Talfahrten, bevor wir uns dann beide gegenseitig das Herz gebrochen haben. Vielleicht können wir dann wieder normal reden, als wäre es nicht das Schlimmste, sondern das Schönste, das uns miteinander verbunden hat.

Pass immer gut auf Dich auf. Und wenn es irgendwann irgendetwas gibt, was ich für Dich tun kann - was auch immer es ist - dann melde Dich bei mir. Ich werde Dich nie vergessen.


Tags: byebye, liebemachtaua, letgo, liebemachtaua
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      Da ich bei Dir gesperrt bin (ich fühle mich geehrt), hier ein letzter Kommentar an Dich:
      Sehr höflich, Dein Kommentar. Schönen Tag noch.

      27.04.2018, 10:03 von smillalotte
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