frl.sommersprosse 24.10.2011, 20:05 Uhr 21 40

Ein Lied lang.

Und ich bin froh, dass es dich gibt. Dass es dich für mich gibt.

Es ist ein trauriges Lied, das da im Radio läuft und doch erinnert es mich an dich, weil wir immer beide mitsingen, wenn wir im Auto sitzen. Wie viele Gedanken passen in ein Lied? Und ich versuche mich an die Zeit vor dem Mitsingen zu erinnern, die Zeit vor dir. Die Zeit, als mein Herz noch gut aussah. Heile und schön, weil niemand bis dahin sich je gewagt hat diesem Herz etwas zu nehmen.

Ich weiß noch genau, wann ich dich das erste Mal gesehen habe, wie wir uns unterhalten haben über ein Lied. Es war Wind of Change von den Scorpions. Ich glaube du dachtest damals ich sei nur ein kleines Mädchen obwohl ich nur ein Jahr jünger bin als du, aber als wir uns unterhielten, damals, über dieses Lied und über Musik merktest du, dass da noch mehr hinter steckte. Dann kamst du in meine Klasse, wir saßen nebeneinander und ich habe nichts mehr mitgekriegt. In diesem Jahr, als du auf einmal da warst in meiner Klasse, in meinem Leben, hatte ich die schlechtesten Noten in der ganzen Schulzeit. Wir wurden keine Freunde, jedenfalls keine, die sich trafen, nach der Schule. Ich hatte meine Freunde und mein Leben und du deines. Aber wir  hatten etwas anderes. Irgendetwas verbindet uns seit damals. Ich konnte es nicht ertragen, wenn du mir von deinen Freundinnen erzählst und du hast mich mehr als einmal gebeten meinen Freund für dich zu verlassen. Aber du hast es nicht getan und ich auch nicht.

Dann hast du die Schule abgebrochen und Zivildienst gemacht. Da kam unsere Zeit. Dachte ich. Ich war ständig bei dir. Wir haben geredet, gelacht die nächte durch Filme geguckt und ich bin erst gegangen, wenn die Sonne aufging und du eingeschlafen warst. Dann kam der eine Abend. Wir haben getrunken, gefeiert und dann bin ich mit zu dir. Wir haben uns geküsst und du hast mich in den Arm genommen zum Einschlafen und ich dachte, das ist es. Ich bin aufgewacht, und du hast mir das Herz gebrochen. Und ich weiß noch wie ich es gehört habe, das Brechen des Herzens, weil es so laut war, so unglaublich schmerzend. Und mein Herz, für dass es das erste Mal war, das es gebrochen wurde, weinte und fragte mich um Rat und wollte Hilfe von mir, aber ich konnte nicht und mein Herz es war traurig und gebrochen wegen dir und sauer auf mich, weil ich nichts tun konnte.

Ich wollte das nicht nochmal. Und so strich ich dich aus meinem Leben. Du warst nicht mehr da und ich dachte nicht mehr an dich. Ich bin stark und unabhängig und du nur ein Traum, den ein Mädchen hatte. Du zogst weg und ich habe versucht, dich zu vergessen und dann und wann in manchen Augenblicken hat es geklappt und ich war so unglaublich erschrocken darüber, dass du sofort wieder da warst, irgendwo in meinen Gedanken.

Und dann, dann kam die SMS. Die, mit der ich nicht gerechnet habe. Eine SMS von dir, der du immer da warst irgendwie, wenigstens aber ganz tief hinten in der verstaubten Ecken meiner Gedanken war da immer ein Stück DU. Nach über einem Jahr wieder du.

Das war der Zeitpunkt, als du dich entschlossen hast, mein geordnetes, behütetes Leben gründlich auf den Kopf zu stellen. Meine Welt verdrehte sich. Du, den ich mit allen Mitteln ausgeschlossen hatte aus meinem Jetzt, warst zurück. Und du wolltest wieder dahin. Du wolltest einfach deinen Platz zurück und alles stellte sich gegen mich, die ich dich doch vergessen hatte, irgendwie und selbst mein eigenes ich, mein Herz, von dem ich dachte es hätte den Schmerz noch nicht vergessen, den du ihm zugefügt hattest, empfing dich mit offenen Armen und ich musste aufgeben. Du warst wieder da.

Und bist es noch. Zwei Jahre später. Und mein Herz? Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander. Die zwei Jahre sind nicht spurlos an uns vorbei gegangen. Mein Herz hat viele Narben und ab und zu schmerzt es, wegen dir. Aber es liebt dich. Ich liebe dich.

Du liebst mein mich und mein Herz auch. Du hast versprochen ihm nicht absichtlich weh zu tun. Du hast dein Versprechen gehalten. Du singst mit mir traurige Lieder im Auto und hälst dabei meine Hand, weil du weißt, dass ich das brauche und weil du es auch brauchst, irgendwie und weil es einfach das Richtige ist. Nach all der Zeit mit dir mit mir ohne dich. 

Es ist ein trauriges Lied, das da im Radio läuft und jetzt ist es fast vorbei und ich merke wie ich mitsinge und an dich denke.

Mein Telefon klingelt.

Ich wollte dir nur kurz sagen, dass ich an dich denke. Ich liebe dich mein Engel, sagst du und mein Herz lächelt leise vor sich hin und ich bin froh, dass es dich gibt. Dass es dich für mich gibt.

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21 Antworten

Kommentare

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    Oh.. Happy End.. wie schön :-)

    24.11.2011, 16:27 von Blume1985
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    wunderbar!

    17.11.2011, 16:44 von vergluckt
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    mutige Entscheidung.. Hut ab :)

    12.11.2011, 15:21 von MademoiselleCinCin
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    Sehr schön! :) man kann sich gut in dich hineinversetzen. ich zumindest..
    achja und: sommersprossen rule!

    11.11.2011, 19:50 von faon
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    Wundervoll geschrieben!

    28.10.2011, 13:07 von AnnaX
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    mir gefällt die geschichte und wie du dein herz personifizierst und als anderes wesen wahrnimmst :)
    -gut beschrieben und geschrieben ..

    25.10.2011, 23:17 von intelektuelle_Liebe
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    fein :-)

    25.10.2011, 23:05 von DonLamello
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    Es freut mich wenn das Herz wieder lächeln kann.. :) Schön geschrieben.

    25.10.2011, 21:33 von oneheartbeat
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    klingt sehr vertraut, was du da schreibst. schön, wenn jemand die eigene Geschichte besser schreiben kann als man selbst ^^

    25.10.2011, 19:02 von marxgeliebte
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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      hihihi herrlich :)

      26.10.2011, 11:12 von Faraduna
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