stella.filante. 30.11.-0001, 00:00 Uhr 10 41

Ein Gefühl zu viel

Manchmal muss man eben kaputt machen was einen kaputt macht. Liebe kann wirklich ein Arschloch sein.

Ich wollte Weihnachten mit dir verbringen. Viel mehr aber noch den Rest meines Lebens. Ich habe dich so sehr geliebt – mit meinem ganzen Herzen und mit allem was ich besitze. Ich hätte nicht alles für dich getan, nein, ganz sicher nicht. Aber mehr als du für möglich gehalten hast. Und auch mehr als du je verdient gehabt hättest.
Ich konnte gerade noch rechtzeitig die Reißleine ziehen. Die Reißleine, die zu dem Zeitpunkt sowieso schon dünn genug war. Ich war auf dem besten Weg mich selbst zu verlieren. Immer wieder aufs Neue hast du mir das Gefühl gegeben, in deinem Leben keinen Platz zu haben. Es war dir alles zu viel. Ich war dir zu viel. Anderes wichtiger.
Mich von diesem Gefühl und vor allem von dir zu lösen, war absolut kein einfacher Schritt, aber der wohl einzig Richtige. Du hast mich mit deinem Verhalten und deinen Worten so sehr auseinander gerissen, dass mir nichts anderes übrig blieb als uns zu zerreißen. Manchmal muss man eben kaputt machen was einen kaputt macht. Liebe kann wirklich ein Arschloch sein. 

Trotz allem halte ich noch immer an unserer gemeinsamen Zeit fest. An den Erinnerungen. An dir. Egal was ich tue, am Ende bist da immer du. Ich klammere mich an schmerzhaften Erinnerungen fest wie an einem Rettungsring. Du bist immer da, aber nie hier.
Ich vermisse dich. Ich vermisse uns. Das, was wir anfangs waren. Unfassbar glücklich und verrückt nacheinander.
Ich vermisse deine Hand in meiner. Dein Kopf auf meiner Brust. Deine Arme um meinen Körper. Manchmal liege ich auf der Couch und starre vor mich hin. Ich starre auf die Tür und warte vergebens. Darauf, dass sich das Schloss in der Wohnungstür bewegt und du die Tür reinkommst. Ich stehe in der Küche, schließe meine Augen und kann spüren wie dein Atem mein Ohrläppchen kitzelt. Wie du von hinten deine Arme um mich schlingst, mich ganz fest an dich drückst und mich auf den Hals küsst. Ich war so unbeschreiblich verrückt nach dir. Nach uns. Wenn ich dann die Augen wieder öffne, finde ich mich auf dem Küchenboden wieder. Verheult. Verzweifelt. Verletzt. Verloren.
Ich wollte noch so viel mehr von diesen Momenten. Wollte noch so viel mehr von dir und mit dir. Am allermeisten wollte ich uns. Aber wir waren ganz einfach nicht mehr das, was wir einmal waren. Du warst nicht mehr das, was du anfangs warst.

Ich möchte so gerne loslassen. Dich gehen lassen. Aus meinem Kopf. Aus meinem Herz. Damit da irgendwann wieder Platz ist für jemand Neues. Jemand, der wirklich auf mein Herz aufpasst – so, als ob es sein eigenes wäre. Aber da ist ganz einfach noch ein Gefühl zu viel. Eine Erinnerung zu viel. Und definitiv ein Stück Herz zu viel.

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10 Antworten

Kommentare

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    ein stück herz zu viel! :/

    30.12.2014, 13:31 von lil_ann
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    beautiful! 

    12.12.2014, 16:25 von WhoamIandifyes
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    ich sitze hier und weine.. gerade das ende ist so schön geschrieben! wundervoll

    11.12.2014, 18:25 von heartlines
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  • 2

    schöner Text, aber irgendwie der 700. zu diesem Thema

    10.12.2014, 09:51 von tom13
    • 3

      Vielleicht geht es ja such nicht darum, wie viele Texte es davon gibt. Es ist doch viel wichtiger, dass man hier das sagen kann, was einen beschäftigt. Einfach, um es loszuwerden.

      14.12.2014, 23:14 von Lasseerdassein
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  • 1

    Gefühle gelungen in einen Text verpackt, würde ich sagen. 1-2 Sätze gefielen mir besonders, weil sie die Situation Perfekt beschrieben haben.

    Am Anfang tut es weh und es ist hart daran festzuhalten, aber mit der Zeit wird es besser. Stell dir vor, du wärst wieder zurück zu ihm, dann würde es dir bestimmt nicht besser gehen und du kannst die jetzige Situation leichter ertragen.

    10.12.2014, 06:51 von -Maybellene-
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  • 0

    Als würdest du mir aus der Seele sprechen.

    09.12.2014, 21:36 von Kristine
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  • 0

    einfach wunderbar-ich fühle genauso und mit dir!

    08.12.2014, 22:45 von violett84
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