Stjaernaflicka 13.07.2008, 19:16 Uhr 3 5

Ein Feld voller Sonnenblumen

Barfuß, mit nackten Zehen im Sand, steht die Welt ab und an einfach still.

Wir träumen so gern.
Von eigenen, kleinen Perfektionen.
Eine Komposition, eine Sinfonie ..
Alles.
Alles hineingezwängt in Jahreszahlen.
Sekunden. Minuten. Stunden.
Tage. Wochen. Monate. Jahre.
Weil die Zeit rennt.
Weil wir nicht schnell genug sind.

Wir verwischen sie so gerne.
Die Grenzen.
Die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit.
Und dann träumen wir.
Von eigenen, kleinen Perfektionen.
Kompositionen, Sinfonien –
deren Rhythmus sich in Traum und Wirklichkeit viel zu sehr unterscheidet.

Wir lassen ziehen.
Kampflos. Enttäuscht.
Sehen was war und sein sollte –
und sind blind für das, was wirklich ist.
Weil es nicht schnell genug war.
Weil es nicht mithalten konnte
mit der rasanten Geschwindigkeit unserer Gedanken.
Unserer Vorstellungen und Wünsche.
Unserer Träume.

Die Menschen sind im ganzen Leben blind ..

Aber weißt Du was?
Lass uns anhalten. Dem ewigen Drehen eins auswischen.
Dort drüben, im Feld voller Sonnenblumen.
Da will ich Kreise drehen, will den Boden unter den Füßen verlieren.
Will schmutzige Kleider mit Spuren von Erde und Blütenstaub, Gras und Pflanzengrün.
Lass uns laufen. Bis zum Meer.
Im Sand das Gleichgewicht verlieren. Schwitzen.
Mit schmutzigen Kleidern im salzigen Wasser der Zeit ins Gesicht lachen.
Heftig küssen. Nicht loslassen.
Du bist Du. Ich bin ich.
Und wir, wir können Deinen Atem und meinen Atem zu unserem Atem machen.
Und nur wir bestimmen, wann und wie und wie schnell.
Luftholen.

Barfuß, mit nackten Zehen im Sand, steht die Welt ab und an einfach still.
Manchmal.
Und dann kannst Du sie durchatmen hören. Ganz tief.
Ein.
Und wieder aus.

Und wir schließen die Augen.
Atmen ein ..
.. und wieder aus.

Und meine Hand schmiegt sich in Deine. Ganz selbstverständlich.
Und ich rieche die Erde, die Blüten, das Wasser, den Strand.
Und ich rieche Dich.
Dort.
Da, wo die Welt ganz einfach einmal still steht.

Du bist Du. Ich bin ich.
Und das alles hier sind wir.
Ist uns. Ist möglich.
Wenn man sich nur die Zeit zum Innehalten nimmt.

Dann kannst Du sie hören. Wie sie die Luft tief einatmet.
Zuweilen genießend, manchmal ein wenig angestrengt.
Und langsam, ganz langsam atmet sie aus.
Die Welt.
Die, die ich teilen will.

Gepackt in Jahreszahlen.
Sekunden. Minuten. Stunden.
Tage. Monate. Wochen. Jahre.
Und in ein Feld voller Sonnenblumen.

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3 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Gerade wieder gelesen.
    Einfach nur wunderbar und deswegen muss ich es nochmal erwähnen.
    Super!

    07.10.2008, 18:17 von shinyshoes
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  • 0

    Das mag ich..

    17.07.2008, 22:36 von shinyshoes
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