SaschaSushi 19.12.2012, 03:38 Uhr 1 3

Eigentlich ist es zu früh um sentimental zu werden

Genau aus diesem Grund verfehle ich jegliche Vernunft, aus guten undenkbaren Grund.

Eigentlich ist es erst Dienstag- somit viel zu früh um überhaupt sentimental zu werden.

Es ist schrecklich, aber fast schon wieder viel zu schön, denn eigentlich sollte ich schlafen, wir haben jetzt viertelvorzwei! 

Schnell auf Neon einloggen und ein wenig ablenken, von der übermüdenden Langeweile, die die Nacht mit sich bringt und die verpflichtenden Gespräche, mit dem mir Gegenüber. 
Ich les viel über Liebe, Glück, Sex, Vertrauen, über das kommende Jahr und über all das was die blühende Fantasie von kleinen Poeten so überliefert.


Schnell den richtigen Suchbegriff eingetippt, und schon folgen, auf mich zugeschnittene Seitenhiebe, der Verbalen Schlagfertigkeit, jedes einzelnen Artikels. 
Und plötzlich muss ich an dich denken. 
Der Zusammenhang zwischen uns und den verschieden Tabs bei mir im Browser, sind zufällig aufeinander abgestimmt und in einer sorgfältigen Selektion, je mehr ich lese verfeinert.


Du bist so stur, fies, stolz, unabhängig und Frei! 
Nur warum lässt du mich einfach nicht in Ruhe? 
Wir haben uns jetzt fünf mal gesehen- Dates, nein keine Frage! Ok, zugegeben, eins hatten wir, aber du hast die Falschen fragen gestellt und ihn die falschen Antwort gegeben, aber das wurde mir erst am nächsten Tag bewusst. 
Oder was antwortet man auf:"Soll ich dich jetzt nach Hause fahren, oder?"

Auch wenn mich meine Bronchitis zu dem Zeitpunkt fast niedergestreckt hat, musste ich kurz überlegen- Was würde Schulz von Thun jetzt tun?!.
Natürlich wäre ich gerne mit zu dir gekommen, aber mein Körper sagte nein, und außerdem bist du mir unheimlich- Das war sicher nicht meine Antwort - Aber sie klang genau so dämlich im Nachhinein. 

Ansonsten lädst du mich einfach zu dir ein, um stundenlang mit dir zu diskutieren über alles und allem was ich sage. Eigentlich macht das Spaß- wenn zwischendurch nicht eine völlige Wertlosigkeit meine Argumente zu ersticken erscheinen. 

Ich weiß einfach nicht wie weit ich bei dir gehen kann, denn ich halte richtig viel von dir; du faszinierst mich, du hast diese pulsierende Ausstrahlung, welche sämtliche Synapsen in meinem Kopf, verrückt im Dreieck springen lassen. Aber ich versage kläglich- Du meintest, du könntest dich gut mit mir verbal auseinandersetzen, aber statt ein liebliches hinundher, ist es für mich eher eine verbales Massaker, ein Krieg indem jedes Adjektiv zum Sieg führen kann, wo Verben bestochen und Nomen ohne Kommentar, exekutiert werden.

Schnell hast du gemerkt, dass ich dir wenig entgegensetze, nicht nur weil ich keine Notwendigkeit darin sehe, sondern auch mein leer geblasener Kopf, der sich bei dir anfühlt, als würden meine Augen wie wild in ihren Höhlen rum rollen, meine Ohren merkwürdige Geschwüre sein und aus meinem Mund nur Sabber kommen. Aber du sagtest ja schon, als ich meinte, ich würde nur sehr ungerne mit dir alles ausdiskutieren, dass dies nicht so schlimm sei, da ich ein Mann bin. 


Dieses primitive Leitbild, was du hast, fand ich unglaublich, ich hab es versucht zu ändern aber ich komm einfach nicht an dich ran. Die Frage nach einem weichen Kern, amüsiert dich sichtlich. Ein weicher Kern wie ein Kugelfisch, von der Anatomie erdenklich gleich aber das solle ich selbst herausfinden.


Wer stolz ist, baut gerne Mauern, Wer ängstlich ist baut gerne Verstecke, wer Verletzt wurde baut gerne Waffen, wer lieben möchte baut Türen in die Mauern.
Aber Türen aus Stahlbeton, tausend Nerven dick und hunderte Diskussionen hoch?
Es tut mir Leid, aber ich bin eine 1-Mann-Armee, unbewaffnet und nackt.

So steh ich vor den Toren Trojas und baue Sandburgen, im Kühlen Sand, des Schattens deiner Mauern. 
Wir verbringen Silvester zusammen, mein erstes Seit vielen Jahren, ich freu mich irgendwie, aber momentan würde ich mich über alles freuen, was von dir kommt. 
Wir sind bei Facebook Freunde, seitdem du meine Nummer aus dem Handy von Benutzer Kumpel geklaut hast , jetzt weiß ich wenigstens, dass wir die gleiche Musik mögen, wir gemeinsame Hobbys haben, du den gleichen Humor hast wie ich und ich mag dein Profilbild. 
Unser letzter Whatsapp Kontakt, vor 9 Stunden, mittlerweile schläfst du sicher, auch wenn du meintest, dass ich dich ruhig wecken kann, wenn ich heute Abend Langeweile bekomme. 
Aber dieser Text erschien mir als so viel sinnvoller. 
Als Schlusswort, möchte ich nur eins sagen, Wenn sich das kämpfen nicht lohnen wird, war wenigstens der Weg dorthin sehr amüsant. 


Danke.

Das Ende:

Ich muss sagen, dass mit uns beiden hat nicht geklappt,
Wir waren zwar Glücklich, aber das war nicht wichtig.
Du nahmst mir die Luft zum Atmen, du schnürtest meine Kehle jeden Monat ein weniger weiter.
Ich wollte mein bestes geben, doch wir haben versagt.
Ein Jahr ist es her, dass ich dich das letzte mal sah, heute ist es wo ich den Text ein letztes mal las.
Der Text schmeckt sehr nach Melancholie.
Du warst die Letzte Frau für die ich ein solches Gefühl empfinden vermochte- Leider.
Wir hätten Prinz und Prinzessin sein können, stattdessen waren wir Duellanten auf einem brodelnden Vulkan, um den Kampf und Leben, dessen weg aussichtslos schien, aber jeder Kämpft gewiss um die Hoffnung.

Bitte.





Tags: Necken, Diskussionen, Verlieben
3

Diesen Text mochten auch

1 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 1

    "Wer stolz ist, baut gerne Mauern, Wer ängstlich ist baut gerne Verstecke, wer Verletzt wurde baut gerne Waffen, wer lieben möchte baut Türen in die Mauern.
    Aber Türen aus Stahlbeton, tausend Nerven dick und hunderte Diskussionen hoch?
    Es tut mir Leid, aber ich bin eine 1-Mann-Armee, unbewaffnet und nackt." schön :)

    25.12.2012, 22:39 von Loula.
    • Kommentar schreiben
  • Fabelhafte Fundstücke

    Glück ist eben doch käuflich – die folgenden 10 Fundstücke, die die Moderedaktion für euch aufgespürt hat, sind der beste Beweis.

  • 12 Dinge, die Christine vom Praktikum gelernt hat

    Was lernen die NEON-Praktikanten so in drei Monaten? Diesmal: Christine, Online-Praktikantin.

  • Horror-Links der Woche #33

    Diesmal u.a. mit kotzenden Kürbissen, dem gruseligsten Wald der Welt und einer bösen Gute-Nacht-Geschichte.

Neu: NEON für dein iPad!

Neueste Artikel-Kommentare