dierotehaarspange 30.11.-0001, 00:00 Uhr 43 1

Du warst perfekt

Und ich hatte Angst vor Perfektion.

Neulich musste ich an dich denken. Ich habe zum ersten Mal seit unserer Trennung länger als 5 Minuten von dir gesprochen. Ich konnte nichts dafür, ich wurde gefragt...nach unserer Geschichte, wie das denn alles so war bei uns. Eigentlich eine normale Frage, wie sie schon an so vielen Abenden von einem flüchtigen Bekannten bei Bier und Zigaretten gefragt wurde...aber diesmal war es irgendwie anders.

Sie fragte mich, wieso ich dich verlassen habe. Hat wohl Geschichten vom Arschloch erwartet, der keine Träne wert war. Aber ich war ehrlich.

Ich sagte, du warst perfekt. Ich erinnerte mich an die Wochenenden, welche wir zusammen im Bett bei Wein und Schokolade verbracht haben.
Daran, wie ich immer vor deiner Tür stehen konnte, wenn es mir beschissen ging, egal wie spät es war.
Daran, wie du mir immer mein Lieblingsessen gekocht hast, egal ob wir es die letzten 3 Tage schon gegessen haben.
Ich erinnerte mich an deinen Blick, wie du mich mit Liebe durchflutet hast.
Ich dachte an die unzähligen Stunden, als ich dir erklärt habe was Osmose ist, weil mir das beim Lernen geholfen hat.
Ich dachte an deinen perfekten Körper, deine perfekte Haut, deinen Geruch.
Ich dachte daran, wie es sich angefühlt hat, wenn du mich berührt hast, wie man die Blitze fühlen konnte, so sehr hast du mich begehrt.
Ich dachte daran, wie du ausgesehen hast, wenn ich nachts spät zu dir ins Bett gekrabbelt kam, du sahst so rein und friedlich aus. Ich habe versucht dich nicht zu wecken...es ist mir nie gelungen.

Es ist mir auch nie gelungen dich so zu lieben, wie du mich.
Es ist mir nie gelungen mir einzugestehen, dass ich ersticke unter deiner Liebe, dass ich meinen Freiraum brauche, dass ich Angst vor der großen Liebe habe.

Ich wollte um dich und deine Liebe kämpfen, stattdessen hast du die ganze Zeit um mich gekämpft.

Du hast verloren.

Ich wollte diese heile Welt nicht mehr. Ich habe dich betrogen, belogen und dich verletzt. Trotzdem hast du zu mir gehalten.
Du bist zu schade für so was.
Du bist etwas Besonderes.
Darum hab ich dich verlassen, ich wollte ein ganz neues Leben beginnen, ohne Schuldgefühle.

Nun sitze ich hier und vermisse die Klammer, welche mir die Luft abschnürt und mich daran hindert, die große weite Welt zu entdecken.
Ich vermisse dich, ich breche in Tränen aus, wenn du mich anrufst.
Ich will nicht hören, dass es dir gut geht. Bitte sag mir, dass du auch leidest.

Es geht dir nicht gut, dass weiß ich, aber ich spüre, wie es dir immer besser geht...

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43 Antworten

Kommentare

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    Wow, bin begeistert!
    Das ist haargenau das, was wirklich abgeht.
    Verflucht scheisse.

    09.04.2006, 23:35 von Metenpsychosis
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    Der tollste Text, den ich je hier gelesen habe.

    15.03.2006, 15:13 von Schall_und_Rauch
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    Verdammte Scheiße nochmal, das geht ja echt ans Herz. Solche privaten Sachen das ist ja wirklich mies sowas zu lesen sowas zu schreiben!

    28.01.2006, 16:54 von OnkelMeeres
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    Ich kann's nicht glauben! Woher kennst du MEINE Geschichte???

    01.11.2005, 22:06 von schokivomland
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    Am schönsten fand ich deinen eigenen Beitrag zur "Diskussion", in welchem du schreibst, dass du den text gerne löschen würdest.

    Ich wollte eigentlich über Verdrängungsmechanismen schreiben, aber wen interessiert das?

    wahnsinnig kurzer (somit unwesentlicher) Aspekt deines facettenreichen Gefühlslebenebens.

    find ich recht schön.

    10.08.2005, 22:51 von princessoverthere
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    wunderschöner Text, bitte nicht löschen lassen, wäre zu schade...

    17.06.2005, 22:37 von KMM
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    Wie wahr.

    Männer sollen ja immer die Schweine sein. Stimmt nicht.

    Aber wir, was fehlt uns, dass wir nicht richtig lieben können?

    06.06.2005, 15:19 von bellythebutton
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    Schlimmer ist doch, wenn man in der selben Stadt wohnt. Sie macht jetzt auf Freundschaft, als ob nie irgendwas mal war! Schön, das man sehr schnell vergessen kann!!! ;-)
    Aber Kontakt ist doch möglich!!!

    05.06.2005, 11:45 von KoenigDerNarren
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