glueckskleeblatt 05.07.2009, 18:29 Uhr 0 0

Du, der du bist, den ich nicht kenne

Du bist nicht bloß ein Spiegel für mich, nicht der Spiegel meiner Seele, meines Charakters. Nein, der Spiegel meiner Person.

Ich bin entzückt, ich bin glücklich. Menschen um mich, die mit mir fühlen.
Du, der mit mir Spaß hat. Den ich bewundere. Jeder dem anderen auf seine Weise Respekt zeigt. Ein Stück meines Glücks, was ich fand und in die Hand nahm. Ich weiß nicht, wer du bist. Der mir so viel Wohlwollen gibt.
Du, als fiktive Gestalt meiner Gedanken, zeige mir den Weg zu dir.
Du, der mir Kraft gibt. Der mir hilft, der mich aufsammelt, wenn ich aus einem Durcheinander völlig zerbrochen bin. Eine Hand, die meine Hand nimmt und sie nicht mehr loslässt. Doch immer weiß ich noch nicht wer du bist.

Und doch: Weißt du, du erinnerst mich an mich.
Du zeigst mir ein Stück, was ich sein will. Es nie sein werde: frei und über allem. Du bist nicht bloß ein Spiegel für mich, nicht der Spiegel meiner Seele, meines Charakters. Nein, der Spiegel meiner Person. Du offenbarst mir dein Angesicht, was so sehr geschützt ist, vor allem Einfluss.
Du machst viel, du hast viel zu tun. Vielleicht etwas zu viel, aber nicht zu viel genug, um dabei auch Spaß zu haben. Bei mir ist es ähnlich. Ich mache auch sehr viel, lebe in meiner Freizeit, mache so auch das was mich glücklich macht.
Du hast viele Freunde, kennst überall wen und bist immer noch allein. Aber nicht allein, um nicht allein glücklich zu sein. Ich fühle mit dir, ich fühle mich nicht einsam, ich habe so viele Freunde um mich herum.
Du bist spontan, entscheidest für dich, was auf dich zu kommt. Lebst wie du es magst. Ich bewundere dich manchmal, um diese Charaktereigenschaften. In anderen Augenblicken könnte ich dich hassen, wenn du mich stehen lässt. Ich warte, stehe wie auf einem Bahnhof, wo der Zug nicht rein rollt. Es gesellen sich Menschen zu mir, die ähnlich wie ich warten, bloß ich warte auf dich, vergebens. Die anderen wurden längst schon abgeholt. Du kamst nicht. Auch ein Zeichen von mir weckte dich nicht auf. Ich ging davon.

Nun, was es ist, weiß ich nicht. Wer du bist, ebenso nicht. Du, der mir doch so viel in mein Leben brachte. Kreativ und musikalisch zu gleich, ich könnte alles mit dir machen. Wenn du es nur auch willst. Egal wo wir waren, was wir machten, es war himmlisch herrlich. Du sagtest zu mir: „Du fängst meine Witze auf, du lässt sie nicht an dir abprallen, das gefällt mir“, da verstand ich dich nicht. Nach einiger Zeit ohne ein Sehen habe ich gemerkt, was du meinst. Es war ein Verlagen, kein Bedürfnis, sondern ein zufälliges Aufeinandertreffen, wie es doch immer so schön war.
Heute kenne ich deinen Namen und finde doch keinen Zugang zu deinem Innerem. Die Hülle zu durchbrechen ist für mich so schwierig, ich weiß so viel von dir, wie du verletzt wurdest und nun dieses Schutzschwert um dich legst, als ob es niemanden mehr schaffen darf, dich innig zu berühren.
Es will nicht funktionieren. Woran es liegt, mag ich dich nicht fragen. Du würdest mir vielleicht nicht antworten, das Risiko gehe ich einfach nicht ein. Dann geschieht es. Du bist nicht hier, ich bin nicht da. Wir verlieren uns. Aus den Augen. Doch du bist immer noch bei mir, in meinen Gedanken. Was mich nicht los lässt. Du kommst wieder, wir sehen uns. Du versetzt mich wieder. Was es wird ist mir immer unklar, was ich wollte war mir in diesem Moment so klar wie selten zuvor.

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