evamaja 25.04.2009, 10:58 Uhr 8 7

Du bist so schön, wenn du schläfst.

Mitten in der Nacht standest du vor meiner Tür, ein wenig betrunken und außer Atem, weil du die Treppen hoch gestürmt bist.

Du liegst neben mir, in meinem Bett. Dein Atem ist ganz ruhig und gleichmäßig, dein Struwelkopf liegt auf deinem einem Arm, den anderen hast du um meine Taille geschlungen. Ich kann noch gar nicht glauben dass du hier, bei mir, bist. Mitten in der Nacht standest du vor meiner Tür, ein wenig betrunken und außer Atem, weil du die Treppen hoch gestürmt bist. Und kannst mir noch nicht einmal genau sagen, warum du jetzt zu mir wolltest. Egal, Hauptsache du bist da. Ich streiche dir die wilden Haare aus der Stirn, du wirst kurz wach, lächelst mich schlaftrunken an, packst mich fester und schläfst sofort wieder ein. Deine Arme sind stark, deine Finger schön und schmal, du bist schon ein ganz bisschen sonnenverbrannt, das steht dir gut. Wir kennen uns noch nicht lange, aber ich weiß jetzt schon nicht mehr wie es ohne dich war. Wir sind kein Paar, nein, das wollen wir nicht. Keine Gefühle heißt die Abmachung, die ich im Stillen doch schon längst gebrochen habe. Du zuckst ein bisschen, ich schaue dich noch weiter an, schlafen wäre jetzt eine Verschwendung, jetzt wo ich dich einmal so schutzlos neben mir habe. Tagsüber ist deine Zunge scharf, dein Ton ironisch, dein Blick oft spöttisch. So wie jetzt bist seh ich dich selten. Deine Haut riecht gut, ich fahre mit meiner Nase langsam deine Schulter entlang, küsse dein Ohrläppchen, das so unglaublich weich ist. Du weißt nicht was du willst, sagst du. Vielleicht nur träumen. Ich will meine Freiheit, unbedingt, aber seit ich dich kenne, denke ich eh viel zu viel an dich. Aber das weißt du nicht. Denn ich weiß auch nicht was du denkst. Ich habe Angst zu viel zu sagen, denn dann wärst du weg. Also schweige ich.
Dein Körper ist so schön warm, nicht verschwitzt, und ich schmiege mich an dich, schaue dir ganz fest ins Gesicht und hoffe dass du wach wirst damit du mir in die Augen sehen und da lesen kannst, wie es mir geht. Wie gut es mir geht, mit dir. Scheiße. Und jetzt? Ist das ein Anfang oder ein Ende?
Ein kleines Lächeln umspielt deinen wunderbaren Mund, ich wüsste gern was du träumst. Draußen fangen die Vögel an zu singen, ich atme tief ein und lege meinen Kopf neben deinen. Hauptsache du bist da.

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8 Antworten

Kommentare

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    wunderschön.und mir leider nur zu gut bekannt.ich hoffe ja, du hast es ihm gesagt

    05.01.2010, 13:12 von wimpernwunsch
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    SCHÖN GESCHRIEBEN

    22.10.2009, 17:54 von jlauer74
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    11.09.2009, 18:39 von ich.lese.gern
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    Hm...sehr schön geschrieben, aber auch sehr traurig im Subtext...

    05.08.2009, 11:44 von Plutarch
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      @Plutarch klar, ist ja auch ein bisschen traurig, für mich...

      05.08.2009, 11:45 von evamaja
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    großartig. kann ich sehr gut nachempfinden.

    19.06.2009, 18:07 von pusteblue
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    wirklich schöner Text, vorallem der Anfang gefällt mir.


    an plamen:
    du hast vllt ein glück!


    29.04.2009, 21:29 von sonnenstich
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    wunderschön! genau das erlebe ich seit monaten tag für tag.

    27.04.2009, 22:55 von Plamen
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