fraumucklas 30.11.-0001, 00:00 Uhr 25 41

Du bist nur eine beschissene Gewohnheit.

Und verdammt ich will, dass es sich ändert, ich will rebellieren, mich gegen alles und jeden auflehnen, aber ich kann nicht.

Ich mache keine Umwege,

immer ab durch die Mitte, anders kann ich mich den Problemen des Lebens nicht stellen.

Ich will unabhängig sein, ich will keine Enttäuschungen erleben und keine Illusionen erfüllen. Aber ich tue das schon längst. Wie soll ich unabhängig sein, wenn ich Halt brauche? Vor allem deinen Halt. Wie soll ich ohne Enttäuschungen leben, wenn da immer nur du bist? Morgens und abends, obwohl du weit weg bist. Kilometerweit. Die ganzen Enttäuschungen liegen vor und hinter mir- auf meinem geraden Weg. Daneben kann und will ich mich nicht stellen, ich lasse die Illusionen eben wie Seifenblasen zerplatzen, was auch sonst.

Länger überstehe ich das nicht, das weiß ich. Und verdammt ich will, dass es sich ändert, ich will rebellieren, mich gegen alles und jeden auflehnen, aber ich kann nicht. Ich bin festgefahren in meinen Gewohnheiten und du gehörst auch dazu. Du bist nur eine beschissene Gewohnheit. Schliesslich kann ich auch ohne Dich im Bett liegen und Filme gucken, alleine Pizza bestellen, mir Witze erzählen, mit meinem Kissen kuscheln, alleine kochen, ohne Dich spazieren, jemand anderem die Frisur ruinieren. Geht auch alles ohne Dich- fragt sich nur mit wem?!

Ich würde gerne wegrennen, doch du bist immer überall, da habe ich wohl mein Herz verschenkt. Auf meinem geraden Weg kann ich auch gar nicht entkommen, ich lege mir Steine in den Weg und herumgehen kann ich  nicht. So bin ich und eigentlich mag ich das, wären da nicht das Eigentlich und Du.



Jetzt kennst du mich nicht mehr. Eigentlich weiß ich das nicht einmal so genau, du verhältst dich so, als wärest du gar nicht da. Als wäre ich nicht da.Ich werde nicht weiter warten. Das zumindest ist der Plan, Pläne kann man ja aber wieder verwerfen. Du fehlst.

Morgen werde ich protestieren, aber ich muss erstmal aus dem Heute heraus.

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25 Antworten

Kommentare

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  • 2

    du hast es in worte gefasst. danke fuer das gefuehl, nicht alleine zu sein damit.

    15.01.2013, 22:48 von alltags.heldin86
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  • 0

    gefällt mir sehr gut!


    13.01.2013, 12:03 von Seifenblume
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    sehr gut geschrieben :)

    07.01.2013, 22:20 von camillaf
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  • 1

    Sehr gut geschrieben!

    07.01.2013, 19:12 von seek4happiness
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  • 1

    ich finde mich in dem Text wieder und ich finde ihn sehr schön und passend geschrieben!

    04.01.2013, 15:58 von dieBeere
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  • 0

    ... wer will: findet wege


    ... wer nicht will: findet worte

    02.01.2013, 15:57 von Lichtspiel
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  • 0

    ... tja so sind sie, die kleinen mädchen:

    ich will, ich will, ich will. aber nie verantwortung übernehmen.

    ... bis ins hohe alter. 
    und im zweifel bleibt ja immer noch: der partner, der lover, der mann ist schuld.


    02.01.2013, 15:54 von Lichtspiel
    • 0

      Wer sagt, dass von einem "kleinen Mädchen" die Rede ist? Du schreibst das sehr abwertend, so als wären "kleine Mädchen" minderwertige, geradezu dumm. Und das jemand keine Verantwortung übernimmt, ist auch sehr weit dahergeholt. Kritik bitte sachlich ausüben!

      02.01.2013, 19:08 von fraumucklas
    • 0

      ... da tust du jedem "kleinen mädchen" unrecht, wenn du es als dumm und minderwertig bezeichnest. "kleines mädchen" - damit ist das innere kind gemeint, das nicht erwachsen werden will.


      ... die protagonistin des textes ist wie ein kleines kind. ich will dies, ich will das, aber ich will nicht einsehen, dass ich mit den konsequenzen leben muss.

      02.01.2013, 19:15 von Lichtspiel
    • 1

      Ich habe es nicht so bezeichnet, ich schrieb, es klingt so, als würdest du sie so sehen! Man kann "Ich will" auch durch möchten ersetzen, dann klingt es aber nicht so eindringlich und nur weil ein Mensch etwas will, heißt es nicht, dass er nicht mit Konsequenzen umgehen kann oder leben will. Etwas zu wollen hat ja auch mit der Sehnsucht und dem Wunsch nach einer Sache zu tun, etwas das einem sehr wichtig ist. Und in diesem Fall hat die Protagonistin das Gut ja gar nicht, es besteht also eh schon ein Mangel. Welche Kosequenz soll dann noch entstehen, wenn das Gewollte eh nicht da ist?

      02.01.2013, 19:20 von fraumucklas
    • 0

      es gibt einen unterschied zwischen wollen und wünschen. 

      wenn ich etwas wirklich will, bin ich bereit, alles zu tun, dass ich es erreiche. und mir ist bewusst, dass ich mit konsequenzen zu rechnen habe. aber ich will es und bewege mich genau dorthin
      wenn ich etwas wünsche, dann bin ich eben nicht bereit, die konsequenzen zu tragen. sonst würde ich es wollen. und vor allem würde ich alles tun, um es zu erreichen.

      es stimmt: du hättest der protagonistin ein "ich wünsche" ins gehirn legen sollen, anstatt eines "ich will" :-)

      02.01.2013, 19:28 von Lichtspiel
    • 0

      Das es keinen Unterschied gibt schrieb ich doch gar nicht, sondern, dass es miteinander zu tun hat! Außerdem zieht jedes Handeln Konsequenzen mit sich, gewollt oder gewünscht.

      02.01.2013, 19:31 von fraumucklas
    • 0

      Wie sagt doch die protagonistin:
      "Wie soll ich unabhängig sein, wenn ich Halt brauche?"

      Das meinte ich. sie ist nicht bereit, sich einzulassen und wundert sich, wenn sie keinen halt bekommt. ich bekomme nur halt, wenn ich mich jemand wirklich öffne. und jemand, den ich als "beschissene gewohnheit" ansehe, wird nie bereit sein, einem halt zu geben, auch wenns ihm evtl. nicht bewusst ist.

      02.01.2013, 19:38 von Lichtspiel
    • 0

      Worauf soll sie sich denn einlassen? Und wer sagt sie wäre nicht bereit dazu? Sie hat sich dieser Person geöffnet! Und brauchen ist weder wollen noch wünschen! Das ist mir hier gerade zu sehr wie Puzzleteile suchen ;)

      02.01.2013, 19:45 von fraumucklas
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  • 0

    Falls Erzähl-Ich = Du: Erster wichtiger Schritt. Viel Glück für den zweiten!

    02.01.2013, 11:40 von schmetterlingslachen
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  • 1

    Die letzten beiden Sätze sind super schön, das Davor ist mir etwas zu unverdaut irgendwie...

    30.12.2012, 20:13 von MissesBiscuit
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  • 2

    Du sagst du kannst all diese Dinge auch allein. Warum fragst du dann mit wem du sie tun sollst, wenn nicht mit ihm? Du hast die Antwort doch. Allein. Es geht.

    28.12.2012, 16:52 von MullePull
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