vaniazinha 01.07.2007, 23:48 Uhr 0 0

Drei

Drei. Drei Tausend. Drei Jahren. Drei Sekunden. Drei sollte die Nummer des Glücks sein. Ist sie aber nicht.

Es war alles mehr oder weniger so als wir uns vor drei Jahre kennen gelernt haben: Du hast mich geküsst. Ich habe dich eingeladen, MIT mir zu schlafen. Ich meinte aber BEI mir und du hast mich verstanden. Dein letzten Satz: „Hast du einen Wecker?“
Wir wurden ein Paar Wochen später aufgeweckt. Es war schön mit dir zu träumen, die Sterne zu gucken, Fußball anzuschauen. Es war schön dir Portugiesisch beizubringen, deine Schlüssel zu verstecken, strangemusic.com mit dir zu hören.

TRRRRRRRRRRRRRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM….. Ich musste zurück nach Hause. Wiedersehen? Unbestimmt. Drei Tausend Kilometer Entfernung einen Haufen Tradition und kulturelle Unterschiede zu überqueren. Wie sollte es dann weiter gehen?

Wir haben es einfach so geliebt. Ständig das Neue, das Andere zu entdecken. Du hattest Astronomie studiert. Ich Literatur- und Sprachwissenschaft. Du gehst gerne zum Fußballspiel und ich zum Rock Konzerte. Um 6Uhr morgens stehst du auf. Ich komme endlich ins Bett. Es gab aber immer Zeit fürs Erzählen: deine Träume und meine Abenteuer. Wir liebten unsere Unterschiede. Die machten unsere Beziehung «unique». Du hast dich bewundert, weil ich unbedingt nach Wuppertal. „Wo ist das Problem?“ fragte ich dich mit meiner dummen kindischen Stimme. Du hattest sie aber doch auch geliebt. Ich fand es toll, dass du mit 24 Jahre alt immer noch Astronaut sein wolltest. Ich habe von deiner Träume geträumt.
Mit dir habe ich gelernt, dass man die Eltern auch Freunde nennen kann, und du hast erfahren, wie schwierig es sein kann, in eine Fassaden-Gesselschaft zu leben, in der Lüge und Hypokrisie die Hauptrollen spielen. Du hast Portugiesisch gelernt und ich habe mein Deutsch verbessert. Wir hatten immer so viel zu geben, so viel zu erzählen, so viel zu zeigen.
Drei Jahre sind schnell gegangen. Du warst sechs Monate in Porto, hast mein Alltag erlebt, meine Freunde, mein Land kennen gelernt. Ich bin wieder nach Deutschland gekommen und unsere drei Tausend Kilometer Entfernung waren plötzlich nur drei Hundert. Wir haben Pläne gemacht, wir hatten gemeinsame Träume. Ich sollte auch nach Heidelberg gehen. Ich sollte meinen Master anfangen. Wir wurden endlich zusammen wohnen.

Nicht mehr als drei Sekunden hast du gebraucht, um diese schöne Welt wackelig zu machen. Unsere Unterschiede hatten eine Mauer zwischen uns gebaut. Und ich habe es nicht bemerkt. Auf einmal war es nicht mehr genug was ich dir noch zu zeigen hatte und auch nicht mehr interessant meine Einleitung in der Welt der Astronomie vorzubereiten. Meine dumme kindische Stimme war nicht mehr so lustig und das Telefonieren macht dich langsam müde. Du wünschst dir eine «normale» Beziehung (Was auch immer «normal» bedeuten soll….) mit einer Freundin, die bei dir ist und mit dir das Alltag teilt. In drei Sekunden habe ich unsere drei Jahren Beziehung in einem „Fast rewind“ Modus wieder erlebt: Was uns zum Lachen gebracht hat, was unsere Träne aufgebrochen hat. Für mich war unsere Welt so schön wie sie war und ich glaubte an die Stärke unsere Beziehung.

TRRRRRRRRRRRIMMMMMMMMMMM……..Klang den Wecker wieder in deinem Herz und hat wieder unsere Beziehung gerettet. Drei Sekunden hättest du gebraucht, um die Bühne meines Lebens zu verlassen.

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