salzstange. 19.06.2008, 20:08 Uhr 4 4

Dreh dich um.

Wir haben uns verloren auf dem Weg, den wir einst gemeinsam meistern wollten. Du hast meine Hand losgelassen, die du immer halten wolltest.

Du hast sie einfach losgelassen. Erst ganz langsam und dann immer mehr. Ich bilde mir noch immer ein deinen festen Druck in meiner Hand zu spüren Und ich glaube immer noch zu spüren wie deine Fingerspitzen an meine Hand streifen. Doch du bist gegangen.
Die vielen bunten Lichter der großen weiten Welt blendeten dich, brachten dich ab von mir und ließen dich mich vergessen.
Ich erreiche dich einfach nicht mehr und stehe allein im Dunkeln. Ich kann dich einfach nicht mehr sehen und schreie stumm deinen Namen. Aber du hörst mich nicht mehr. Du bist Taub vom Lärm der großen Stadt. Ich habe es wirklich versucht dich zurück zu holen. Manchmal glaube ich das auch.

Ich strecke meine Hand nach dir aus und will dich wieder erreichen, aber weißt du, ich kann einfach nicht mehr. Ich habe keine Kraft mehr meine Hand nach dir auszustrecken und ich habe keine Kraft mehr dir nachzulaufen. Ich gehöre einfach nicht auf deinen Weg und nicht an den Ort, an dem du gerade bist. Ich bin zu oft hingefallen bei dem Versuch dir zu folgen in diese neue Welt, habe mir zu oft die Knie blutig geschlagen, habe zu oft alte Wunden aufreißen lassen. Und du bist und warst so mit dir beschäftigt, dass du mir nicht helfen konntest wieder aufzustehen.
Solang warst du an meiner Seite, wieso bist du nur gegangen? Warum hast du mich nicht mitgenommen?
Du bist so schleichend fort, dass ich es einfach viel zu spät bemerkt hatte bei unserem zuletzt viel zu eintönigen, gleichmäßigen Marsch. Und jetzt bist du schon soweit weg, dass ich dich nicht mehr sehen kann, nicht mal mehr erahnen kann.

Ich kann nicht einmal mehr sagen, wie das Gefühl ist deine Hand in meiner zu spüren, mit dir gemeinsam zu gehen. Ich kann nicht einmal mehr sagen, wie es ist mit dir eins zu sein.
Ich fühle mich wie betäubt, weil du einfach nicht mehr ein Teil von mir bist. Du bist weg. Das macht mir Angst. Ich frage mich, ob ich überhaupt ohne dich gehen kann, ob ich ohne dich leben kann. Du warst viel zu lang der Sinn meines Weges und mein Antrieb weiter zu machen. Wie soll ich mich zurecht finden, wenn du nicht mehr da bist? Wie soll ich den richtigen Weg finden ohne dich?

Ich würde dich zu gern dafür hassen, dass du mich verlassen hast. Aber ich kann nicht. Ich empfinde einfach gar nichts mehr für dich außer diesem tauben, leeren Gefühl. Ich kann dich nicht mehr lieben und ich kann dich nicht hassen. Und ich kann dich nicht loslassen. Zu gern würde ich deine Hand ergreifen und dich wieder zurückziehen - zu mir, auf unseren Weg. Aber weißt du, ich kann das nicht mehr. Du musst alleine zurückfinden zu uns. Ich werde weiter stehen bleiben und weiter auf dich warten, bis du dich vielleicht ein letztes Mal umdrehen wirst und mich vielleicht sehen wirst.
In welche Richtung du nun gehst, bleibt allein deine Entscheidung.

Unser Weg ist hier zunächst vorbei. Ich weiß nicht, ob mein Herz noch einmal mit dir auf Tour gehen kann. Das Licht auf unserem Weg ist schon lang ausgegangen. Du musst jetzt selbst zurückgehen, ohne mich.

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4 Antworten

Kommentare

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    gut geschrieben...und es steckt sehr viel wahrheit in deinem text :)

    29.08.2009, 05:01 von queenofchaos
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    Ach Herzchen...

    jetzt versteh ich das...

    22.09.2008, 01:51 von HeavenKnowS
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    ...schön Josi, dass du wieder öfter schreibst, freut mich! ^^

    05.07.2008, 15:00 von Kiyan
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    Du stehst einfach in der Mitte.
    Betrachtest die Dinge die kommen und gehen.
    Deine Freunde und Menschen um dich herrum wollen dich aufmuntern, mitnehmen, neues zeigen.
    Du belibst stehen..vielleicht drehst du dich, aber bewegen tust du dich nie!
    Auch wenn du allen anderen manchmal das Gefühl vorspielst.

    Doch du bleibst da.
    Weil du wartest.
    Auf ihn.
    Dein Herz ist langsam hart geworden.
    Und du denkst, dass es nur ein Mensch wieder aufbrechen kann. Er.
    Doch ob er kommt und ob das alles so wird wenn er da ist. Ungewiss.

    Wo auch immer er ist,
    was auch immer er tut,
    mit wem auch immer er unterwegs ist.

    Du stehst nur da und wartest
    und machmal weißt du gar nicht auf was.


    ja... ich verstehe dich!
    doch eine antwort und lösung finde ich leider selbst nicht.

    22.06.2008, 19:11 von against
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