WieSieSehnSehnSieNix 30.11.-0001, 00:00 Uhr 108 9

Drama

In Beziehungen habe ich häufig das Problem nicht verstanden. Vielleicht ist das meine Schuld.

Ich habe Drama noch nie gemocht.
Das liegt an meinen Eltern, schätze ich.
Die waren auch immer mehr so sachorientiert und das muss sich auf mich übertragen haben.
Die haben aber auch im Laufe ihres und meines Lebens viel ausgeschwiegen und Konfliktvermeidung betrieben, muss man dazu fairerweise sagen.

Alles immer auf eine Sachebene herunter zu brechen ist also nicht zwangsläufig der ideale Weg. Aber was ist es dann?

Wenn auf einer Metaebene Beziehungen besprochen werden, dann wird es schnell emotional. Auf einer rein logischen betrachtet Ebene betrachtet kann das nicht gewollt sein, weil es häufig eher zu einer Vertiefung des Konfliktes beiträgt.

Ironischerweise macht mich das Wütend. Das ist eigentlich ziemlich lustig, wenn man das mit Abstand betrachten kann. Das kann ich in dem Moment natürlich meistens nicht. Es macht mich sauer, wenn jemand nicht versucht seine eigenen Muster zu durchbrechen und sich Stress richtig sinnfrei immer wiederholt.

Dabei bin ich natürlich genau so schuldig daran.
Ich erkläre es an ein paar Beispielen.


Beispiel 1: Der Vorwurf

Vorwürfe sind ungefähr so Zielführend für ein Beziehungsgespräch, wie George W. Bush Jr. es für den Weltfrieden gewesen ist. Analog zu dieser Metapher sind sie extrem ineffektiv für beide Seiten und erreichen buchstäblich nichts. Nehmen wir an, es gibt den berühmten Beziehungskrach eines Paares und ein Partner schmeißt dem anderen an den Kopf, dass der andere ihn oder sie ja gar nicht mehr liebe.

Jetzt bitte mal den "Pause" Knopf drücken und gut überlegen.

Lieber Partner 1. Wo möchtest du damit hin? Setzt du deinen Liebling gerade von einer Tatsache in Kenntnis? Müsst ihr dann dieses Gespräch noch führen? Denn wenn Partner 2 dich wirklich nicht mehr liebt und dir das als Tatsache bekannt ist, wozu führt ihr dieses Gespräch?

Oder willst du eigentlich zum Ausdruck bringen, dass du das Gefühl hast nicht wert geschätzt zu werden?

Und frag' jetzt nicht wo der Unterschied ist Partner 1! Denn das eine impliziert eine Verfehlung, nicht eingehaltene Verpflichtung oder Unvermögen deines Partners und das andere konzentriert sich auf dich und deine Gefühle. Die Chance bei letzterem im Gesprächsmonopoly auf eines der "Wie kommt es, das du dich so fühlst?", oder "Was können wir dagegen tun?" Ereignisfelder zu kommen steigt dabei enorm!

Merkt ihr schon, wo mein Fehler liegt? Vielleicht hilft euch ein zweites Beispiel weiter.


Beispiel 2: Die Erwartungen

Von seinem Partner kann man ja einiges erwarten. Körperhygiene, ordentliche Tischmanieren, gemachte Brüste und so weiter. Aber wer entscheidet denn was man erwarten darf? Da scheiden sich Ehepaare und Geister. Was ich aber schon häufig erlebt habe ist, dass ein Partner die gesellschaftliche Norm auf seiner Seite wähnt und deswegen natürlich recht haben muss.

Partner 2 verzieht bei Anblick der Jogginghose das Gesicht. "Man zieht sich für die Stadt ordentlich an!"

Partner 1 empört sich, als es um die Planung der näheren Zukunft geht: "Es ist doch völlig Normal, dass man sich jeden Tag sieht! Das tun alle Leute die in einer Beziehung sind!".

Partner 2 starrt Partner 1, der gerade eine Szene aus Macbeth mit den Pommes unter dem Einsatz einer Menge Ketchup nachspielt, böse an. "Man spielt nicht mit dem Essen."

Sind Erwartungen falsch? Ich finde nicht. Aber man kann sich fragen warum sie häufig mit gesellschaftlichen Normen begründet werden? Warum nicht dazu stehen und sich auf das eigene ästhetische Empfinden beziehen oder mit den eigenen Bedürfnissen begründen? "Mir gefällt es nicht was du da machst. Ich will dich gern häufig sehen, ich glaube das tut uns gut."

Warum das seltener gemacht wird? Weil es praktisch ist, die eigenen Bedürfnisse von Mehrheitsverhältnissen begründen zu lassen. Dann muss man nicht auf die eigenen Gefühle eingehen, sie begründen oder an Kompromissen arbeiten, sondern kann dem Partner einfach das Gefühl geben, dass er sich nicht "richtig" oder konform verhält, wenn es nicht nach dem eigenen Willen geht.

Es wird schon klarer was ich falsch mache wette ich.

Letztes Beispiel.


3. Das Timing

Es gibt für alles den richtigen Ort und die richtige Zeit. Der richtige Ort ist nicht immer "hier" und die richtige Zeit nicht immer "jetzt".

"Achso, du willst von unseren Problemen weglaufen ja?" sagt Partner 1 mit bösem Funkeln in den Augen, als Partner 2 vorschlägt, man könne vielleicht erst einmal den Rausch ausschlafen und das Gespräch über die korrekte Verhaltensweise gegenüber Expartnern in Diskotheken dabei gleich aus der Diskothek nach Hause verlegen.

"Nein wir müssen das jetzt fertig diskutieren." ruft Partner 2 heiser, nach 2 Stunden kontinuierlicher Nachbarschaftsbespaßung.

Die Kompromissfähigkeit nimmt häufig zu und die übermäßige Emotionalität ab, wenn man ein Problem nicht sofort nach Auftreten ausdiskutiert. Warum auch nicht? Das Problem läuft ja häufig leider nicht weg und darüber nach zu denken schadet beiden bestimmt im dann folgenden Gespräch bestimmt nicht.
Außerdem besteht die Chance das beide Seiten doch etwas überreagiert haben.


Aber all diese Erkenntnisse und Theorien schützen mich nicht vor Stress in Beziehungen. Erfahrungsgemäß wirft man mir gern vor, dass ich gern zu meinem Vorteil hin versachliche, und von oben herab diskutiere.



Das ist natürlich völlig haltlos.

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108 Antworten

Kommentare

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  • 2

    Diese schlauen BeziehungsratgeberKüchenpsychologen wollen ja neuerdings auch die Streitkultur reglementieren.
    Das nervt mich gehörig. Wenn ich mich streite will ich mich doch nicht roboterhaft an irgendwelche Axiome halten denn dann bin ich voller Emotion, die will dann raus und die will auch ein Klärung..und zwar sofort (bitte :D )
    So bin ich.
    Mein Gegenüber meistens aber nicht.
    Tscha..
    Da hammwa den Salat.
    So ist das Leben nunmal und die Kunst besteht doch darin, sich an Anderen zu reiben und dadurch zu lernen. Es gibt nunmal in Beziehungen kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch.
    So und dann hau ich noch ein Superpädagogenwort raus, nämlich
    Leute, seid authentisch, denn ihr wollt doch um euer selbst Willen geliebt werden.  Das funktioniert aber nicht unbedingt wenn ihr nur die neuesten Erkenntnisse der Kommunikationswissenschaftler anwendet "weil man es eben so macht".

    12.04.2014, 21:44 von Igel75
    • 2

      Also beim letzten Treffen des Küchenpsychologenverbandes hat niemand irgendwelche besonderen Anstrengungen unsererseits erwähnt.

      Ich will Klärung übrigens auch baldmöglichst. Aber ich hätte die gerne, ohne mir Ohropax rein tun zu müssen. Vor allem finde ich es doof, wenn durch Emotionalität erst mal der ganze Zorn abgespult werden muss, und gar keine Klärung verfolgt wird.

      Im Übrigen gehören roboterhaft vorgetragene Axiome zu meiner Authentizität. Eine andere habe ich leider nicht.

      12.04.2014, 22:23 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      mr kopf himself ;)

      12.04.2014, 22:45 von yuhi
    • 1

      Gut, Wiesiesehensehensienix, dann bist du so.
      Dein Gegenüber ist aber manchmal vielleicht nicht so.
      Es wäre doch aber möglich, dadurch das man den Anderen in seiner ihm eigenen Streitkultur ernst nimmt oder annimmt, die ganze Sache zu entschärfen.
      Du sprichst von Zorn, nun ich stelle es mir gerade mal ein wenig vor wie so eine Situation (eventuell) läuft. Da steht der Eine, voller Emotion und der Andere voller Ratio.Die, ich nenne es mal "gelassene" Ratio wirkt auf den Emotionsgeladenen aufputschend, weil er keine Emotionen bei seinem Gegenüber erkennen kann und das verletzt, bzw lässt ihn vermuten es gäbe kein emotionales Interesse/Einlassen/Liebe.

      13.04.2014, 08:36 von Igel75
    • 2

      'Selbstbeherrschung' ist manchmal auch durchaus attraktiv.

      Ich persönlich kann sehr emotional sein, ohne 'auszurasten'.

      13.04.2014, 09:17 von sailor
    • 0

      @Igel

      Es wäre doch aber möglich, dadurch das man den Anderen in seiner ihm
      eigenen Streitkultur ernst nimmt oder annimmt, die ganze Sache zu
      entschärfen.
      Dieses Argument könnte ich Wort für Wort auch für meine Sichtweise übernehmen.

      Und was ist die Alternative? Wenn ich nun mal davon überzeugt bin, dass Ausrasten nicht weiter hilft, was sollte ich tun? Schauspielern?

      Ich danke außerdem sailor für den Einwurf. Es ist ja nicht so, dass ich ganz ruhig und gelassen bleibe kann wenn es Streit gibt und das bringe ich auch zum Ausdruck.

      Ich werde nur meistens nicht laut und ich verwende viel Mühe darauf, rational zu bleiben.

      Dies ist für den Partner übrigens eigentlich ein Vorteil, weil bei dieser Rationalität das Evaluieren des eigenen Verhaltens ungleich mehr Aufmerksamkeit bekommt als wenn die Teller fliegen.

      Zum Beispiel zähle ich dann gern erst einmal auf, wo ich meine Fehler sehe, also wo ich aus meiner Sicht zustimmen kann.

      So wie du es schreibst, scheint es für dich ganz selbstverständlich zu sein, das ein Bemühen um Sachlichkeit Zorn hervorrufen muss, weil kein emotionales Engagement zur Schau getragen wird.

      Aber zählt mein deutliches Bemühen, die Sichtweise meines Partners nach zu vollziehen, der Ausdruck meines Bedauerns, dass es ihr mit einer Situation nicht gut geht, nichts?

      Wie kann ich eine Situation dieser Art denn entschärfen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass lauter und in Tränen endender Streit durch zurückpöbeln vermieden werden kann.

      13.04.2014, 11:27 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Jetzt benutzt du Worte wie "ausrasten" und "pöbeln", Wiesiesehen, das hat sicher nochmal eine andere Qualität als die Emotionalität die ich mir gerade so vorgestellt habe.
      Natürlich sollte jeder versuchen sein Gegenüber ernst zu nehmen, einseitige Erwartungen diesbezüglich fände ich unangemessen.
      Nein, ich wiederspreche dir, das ich es so gemeint habe das ein bemühen um Sachlichkeit immer Zorn hervorrufen muss, ich hatte lediglich die Intention, dir als rationalen "Streiter" die eventuelle(!) Gegenspielerempfindung zu verdeutlichen.
      Und nochmals Nein, du sollst natürlich nicht schauspielern, das ist es ja was ich meinte, jeder streitet eben anders, wichtig ist authentizität. Wenn du eben so bist, dann bist du eben so, und es ist nicht falsch,
      ABER auch dein emotionaler Partner verhält sich nicht falsch.
      (Damit ich nicht falsch verstanden werde..bei körperlichem Angriffen hört das "richtig" natürlich auf )
      Ich meine aber, das es jede Konstruktivität in einem Streit unterdrückt, wenn ich meinem Gegenüber aufgrund seiner Emotionalität per se eine Streitunfähigkeit, eben ein "nicht richtig sein" unterstelle.
      Ich kann auch emotional Diskutieren, Argumentieren, und damit an einer Lösung arbeiten.

      13.04.2014, 12:36 von Igel75
    • 1

      Ja Sailor da hast du Recht, für mich liegen aber Welten zwischen einer emotional ausgetragenen Diskusssion und einem Ausrasten als solches.
      Selbstbeherrschung tut Not, tagtäglich. Manchmal aber ist es durchaus gesund alle Tore aufzumachen.

      13.04.2014, 12:41 von Igel75
    • 0

      Ich glaube es sieht recht unterschiedlich aus wenn Leute mal "die Tore" aufmachen.

      Eine Exfreundin von mir hat mich dabei immer wüst beschimpft und wenn möglichst verletzt. Wenn wir aber aus irgend einen Grund den Streit nicht sofort hatten, dann war es einen Tag später gar kein Thema mehr und wir mussten überhaupt nicht darüber reden.

      Ich will kein Emotionskratzbaum sein.

      Jemand kann ruhig brüllen und toben, solange er oder sie dabei grundsätzlich an einer Klärung interessiert ist.

      Meiner Erfahrung nach, war das aber meistens eher nicht der Fall, so lange der Partner auf 180 war.

      13.04.2014, 12:49 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Hm, das will keiner. Schlussendlich muss man sich die Frage stellen ob man zusammen passt.
      Manche Menschen fühlen sich miteinander wohl obwohl sie sehr unterschiedlich sind, manche eben nicht.

      13.04.2014, 13:02 von Igel75
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  • 2

    Anderer Vorschlag: Das Dingen hier zum NUT umdeklarieren. Auch, wenn's vielleicht nicht ganz den Formalien entspricht. Aber wir diskutieren ja schon wie wild und dann könnten Mo doch noch mehr mit einsteigen.

    12.04.2014, 15:39 von TheCaptainsFiancee
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    • 2

      Jein. Wenn ma jeden immer nur mit seinen Wünschen überbrettert, entgeht einem auch was, oder? Zumindest die Meinung der Ruhigeren und dass die sich auch wohlfühlen. ^^

      Aber ich mag dich, Sulti! Das weißt du ja!

      12.04.2014, 14:17 von TheCaptainsFiancee
    • 0

      Na ja, wenn eine Seite hemmungslos auf Kosten der anderen alles auslebt, könnte sich im Laufe der Zeit sowas bei entwickeln. Na ja, ist nur eine möglische Variante :)
      Wenn aber beide keine Rücksicht nehmen, wie passt das dann zusammmen ?

      12.04.2014, 14:40 von Cyro
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    • 2

      Ich bin da irgendwie ein anderer Mensch. Ich habe bei den Ausführungen von Sultanine eben das Gefühl gehabt, dass "Rücksichtnahme" mit "Aussitzen" oder "Still sein" gleichgesetzt wird.

      Ich finde es aber eben für mich wichtig, das man mir mit viel Rücksichtnahme entgegen kommt. Das bezieht sich nicht auf die Konfliktpunkt an sich, sondern die generelle Einsicht das Probleme ihre Wurzel in dem Verhalten beider Parteien haben können.
      Empathie und Lösungswille und so.

      Ich finde eben nicht, dass es nur die beiden Extreme gibt, sich entweder anzuschreien oder Konflikte gar nicht auszutragen.

      Ich rede gern und jederzeit über Probleme die mein Partner hat, aber wenn der mich beschimpft tut mir das weh. Vor allem wenn der dann von Beginn an erst einmal klarstellen will, das ich die Ursache allen Übels zu sein habe.

      Mir sind Satzteile wie "aus meiner Sicht", "ich empfinde das wie", "ich hätte gern" wichtig.

      Man kann auch gern wütend sein, das ist ja Menschlich. Man kann dem auch Ausdruck verleihen. Ob man in diesem Moment dann davon ausgehen kann das ein sofort stattfindendes Gespräch das Problem lösen kann kommt auf jedes Individuum an.

      Ich finde das, wie ja nun klar geworden ist, problematisch.

      12.04.2014, 15:26 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Konflikte entstehen aus unterschiedlichen Interessenlagen, Zielen, Bedürfnissen und Ressourcen. Grundsätzlich ist Rücksicht auf diese auf allen Seiten eine wichtige Voraussetzung zur Kompromissfindung. Dazu ist aber ihre Offenlegung notwendig. Im Sinne von Sultanine geht es vor allem um falsche Rücksichtnahme, die die offene Kommunikation und damit die Identifikation der Inkongruenzen vereiteln. Diese sind aber unter der Oberfläche trotzdem vorhanden und führen zur Frustration und zu Streit, der sich mangels offener Kommunikation dann meist auf Nebenschauplätzen abspielt.

      12.04.2014, 16:37 von EliasRafael
    • 1

      @sulti: Ja, nee, grad! Ich find das auch super, wenn man Meinungen tatsächlich austauschen kann. :) Find ich schön!

      12.04.2014, 20:17 von TheCaptainsFiancee
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    • 1

      Wenn mir jemand kommt mit "Immer machst du mich fertig, du lässt mich nie zu Wort kommen etc." Sage ich: " na dann musst du ne runde weinen, dass ich so arg böse war und dir überlegen, ob du vielleicht damit umgehen willst oder dich durchzusetzen versuchst oder eben weiter jammern

      Sultanine, das hört sich für mich an, als ob Du, wenn Du den aggressiven Part übernimmst, dem Gegenüber die Schuld gibst wenn er damit nicht umgehen kann. Als ob Du die Verantwortung für das eigene Handeln völlig ablehnst. Wenn ich jemanden angreife oder was auch immer tue, ist das nicht mein Problem, sollen die anderen damit doch irgendwie fertig werden.
      Diese Argumentation (oder eher Sichtweise) haben sicherlich einige Leute in Beziehungen drauf, aber ich bezweifle, dass das langfristige Beziehungen sind. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass viele Täter, die in Gefängnissen einsitzen, der tiefsten Überzeugung sind: Das Opfer hat Schuld. Sollen die doch irgendwie weiterleben oder auch nicht, ich mache was ich will.

      Nun kenne ich Dich aber genug, um zu wissen, dass Du genau das nicht meinst. Dennoch lag mir beim Lesen Deines Kommentars der zitierte Teil doch schwer im Magen.
      Aber vielleicht ist dieses Missverständnis ja auch nur ein kleines Beispiel dafür, dass miteinander (sachlich ?!) reden helfen kann. Denn stelle ich mir Deinen von mir zitierten Ausspruch sehr emotional und in beträchtlicher Lautstärke vorgetragen vor, nicht verallgemeinert, sondern auf mich gemünzt, wäre das vielleicht ein Problem. Wie WieSie würde ich versuchen rational und gelassen zu reagieren und, wie jetzt in Schriftform, versuchen die Sache zu klären. Doch möglicherweise würde ich ein paar Minuten brauchen, um a) zu erkennen dass das keine Selbstbeweihräucherung Deinerseits ist statt zu folgern dass jeder, der es mit Dir nicht aufnehmen kann nur Deine Verachtung verdient und Du dich per se sowieso im Recht siehst b) mich soweit im Griff zu haben, dass etwas Konstruktives bei meiner Erwiderung herauskommen kann.
      Gar nicht so einfach ... denn wie aus den anderen Kommentaren ersichtlich könnte eine gemäßigte, wohlüberlegte Reaktion dann Deinerseits missverstanden werden, so dass Du noch emotionaler wirst ... ich finde es schwierig, dann einen gemeinsamen Nenner zu finden. Also in einer Partnerschaft.

      Interessant finde ich auch, dass man über derlei Dinge bei einer Freundschaft viel sachlicher reden kann. Da gibt es wohl andere Erwartungshaltungen, und sowohl Toleranz als auch Akzeptanz scheinen einen anderen Stellenwert zu haben. Aber das ist ja wieder ein anderes Thema.

      Mit Deinem Kommentar von 15:09 Uhr gestern hast du ja im Grunde alle Unklarheiten beseitigt, aber trotzdem war mir danach mal (m)eine unmittelbare Reaktion zum Besten zu geben :)

      13.04.2014, 12:07 von Cyro
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 1

      Sulti stellt fest, es sei Aufgabe des anderen, sich nicht überbrettern zu lassen.
      Feine Pflöcke schlägst du da ein...

      Sailor stellt fest, es ist Aufgabe des anderen, sich mal auf den Arsch zu setzen, die Fresse zu halten und zuzuhören, bis er fertig hat, der sailor. Der mensch hat nich umsonst zwei Ohren, aber nur einen Mund..

      :D

      14.04.2014, 10:56 von sailor
    • 0

      Sich von Sultanine überbrettern lassen...

      *hmmm*

      ...

      14.04.2014, 10:56 von sailor
    • 0

      Na ja, es ist zum Glück kein Brett, was sie da in der Hand hat :)

      14.04.2014, 11:15 von Cyro
    • 1

      Kinder, ich glaube, ihr habt beide Recht: Man kann/sollte auch selbst für sich einstehen (alle groß genug!), aber der andere muss schon auch zuhören.
      Und ich glaub, dass das bei euch beiden in live auch mal überhaupt kein Problem wär, und auch mit dem Cyro nicht.
      Also: Habt euch wieder lieb. Hängt euch hier nicht an Kleinigkeiten in der Formulierung auf. Ich glaub, da seid ihr alle kommunikationsfähig genug, um euch nicht gegenseitig zu überfahren. Da gibt's ja auch Möglichkeiten, sich zu äußern, ohne zu bocken oder zu brettern.

      So, Mama Fiancee hat gesprochen, obwohl sie die Diskussion ja irgendwie mit angestoßen hat.

      14.04.2014, 11:38 von TheCaptainsFiancee
    • 1

      Und wünscht euch einen schönen Tag! :)

      14.04.2014, 11:39 von TheCaptainsFiancee
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 2

      TCF, selbstverständlich hab ich die Sulti lieb, keine Frage. Das ist hier nichts wirklich gravierendes, wenn ich den Eindruck erweckt haben sollte, dass es mir wirklich ernst ist, dann lag das nicht in meiner Absicht.


      14.04.2014, 11:56 von Cyro
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      Mh, ist mein Tippfehlerteufel fremdgegangen ? Der ist mir eigentich zu 100% treu,

      14.04.2014, 12:04 von Cyro
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    • 0

      Nee, ich glaub, wir haben uns da schon alle richtig verstanden. Und ich find den Habermas auch hin und wieder gar nicht so verkehrt. :)

      14.04.2014, 12:45 von TheCaptainsFiancee
    • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 1

      Nee, Schatzi, du weißt doch, ich bin da trainiert. :)
      Das ist alles schon in Fleisch und Blut übergegangen, das jeweils passende Verhalten. Und es wirkt schon total natürlich. ;)

      (Klingt aber irgendwie fast - niedlich (?) :) )

      14.04.2014, 18:27 von TheCaptainsFiancee
    • 0

      Ich muss zugeben, bei Konflikt denke ich auch weniger an Habermas. Aber vielleicht wäre das besser ...

      14.04.2014, 18:37 von Cyro
    • 1

      Ich hab die sultanine doch auch voll liep...

      14.04.2014, 20:33 von sailor
    • 2

      Oahhh! Ich will auch Wacken! Und Knorkator!

      <3 !

      Und der Cyro kricht jetzt noch mal einen kleinen Sympathiepunkt. :)

      14.04.2014, 21:04 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      Oh Gott, ich seh schon, wir haben uns wirklich total lieb. :) Im RL kennen wir uns aber nicht, oder?

      15.04.2014, 22:35 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      Na, Braut des Drachens klingt aber wenigstens sehr mutig. Braut des Käptens eher nur entweder sehr unabhängig oder mit leichten Maso-Tendenzen (wenn man auf Nähe besteht). :)

      16.04.2014, 11:17 von TheCaptainsFiancee
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  • 0

    Ich halt's mit Cosmo: Ist fast schon'n NUT und ich fänd's gar nicht so schlecht. Mal was Lösungsorientiertes hier in Hinsicht Beziehung! :)

    12.04.2014, 11:20 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      :D Ich bin lösungsorientiert. Also, meine ich doch zumindest. ^^ (Meistens.)

      12.04.2014, 11:27 von TheCaptainsFiancee
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    • 1

      Pffft, ihr beide könnt meine intelligenten, sprechenden Furunkel mal total gernhaben! ;-)


      @Lichtspiel: Hast schon recht. Ich dacht's mir auch in der Sekunde, als ich's hinschrieb. Aber, ehrlich gesagt, mir fiel kein passenderes Wort ein.
      Isch geh jetzt aber laufen und sollte mir da die Erkenntnis kommen, wie ich's passender beschreiben kann, was ich denn mein, dann schreib ich's noch hin. :)
      Dabei hätt ich dich für so einen Lösungsorientierten gehalten, @Licht! :)

      Ich wünsch euch einen sonnigen Tag!

      12.04.2014, 12:05 von TheCaptainsFiancee
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    • 1

      Ey! Ich ess gern Fritten und les Tolstoi!

      Komm misch nich so hier!

      Aber, ich glaube, ich weiß jetzt, worauf ihr beiden rauswollt. Ja, lösungsorientiert klingt erst mal so kühl und vergeistigt. (Dabei kann ich kaum weniger leiden, als besch*** Totgelabere! Am besten noch mit gegenseitiger, küchen- halb-professioneller Analyse. Ah, näh, bah!) Gut, Wort unpassend. Aber für mich zog das Gefühle durchaus mit ein. Dass man da auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Das - für mich - bestimmt nicht auf der Totredebene. Da würd ich eher wegrennen. Wenn ich dann mal in Fahrt bin, dann kann ich (persönlich) auch leidenschaftlich streiten. Das dauert nur echt lang. ^^ Und bis dahin versuch ich die Sachen schon erst mal ruhig zu regeln. Für mich lässt sich Kognition und Gefühl auch gar nicht richtig trenne. Ich glaub, das wär auch unrealistisch, oder? Wir sind ja Menschen.

      Ursprünglich meinte ich es in erster Linie erst mal als Gegensatz zum üblichen Geheule auf der Startseite. Zu den Opferrollen. Täterrollen.
      Sondern halt als Versuch, überhaupt erst mal eine Kommunikation zu starten, die auch was weiterbringt. So meinte ich das in etwa. Erster Denkanfang.

      12.04.2014, 14:15 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      :D :)

      Und ich geh jetzt gleich Döner holen. *schleck*
      (Brauch aber noch bisschen.)

      12.04.2014, 14:20 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      Meinste? Wie meinst'n das Letzte? (Interessant!)

      12.04.2014, 14:27 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      He, Lichti, ich mein schon dich! :)

      Datt da:
      ich persönlich glaube, es geht auch  gar nicht um eine lösung, sondern um den streit selbst.

      12.04.2014, 15:27 von TheCaptainsFiancee
    • 0

      Und bei Letzterer Behauptung geb ich dir recht. Ich befürcht nur, ich bin nicht Buddah! :)

      Ich mein damit: Ja, ist anzustreben. Je älter man wird, desto leichter wird's auch, hab ich das Gefühl. Aber bei Anspruch auf grundsätzlich und regelmäßig muss ich passen. Würd ich schon gern hinkriegen. Aber, ich glaub, zu Ups gehören schon auch Downs. Auch das menschlich.

      12.04.2014, 15:30 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      »kommt man mit sich selbst gut klar, läuft eine beziehung fast immer rund. «


      Also, ich hatte mal eine Beziehung, da war genaue DAS Anlass für Konflikte. Das war wahrscheinlich so'n Eifersuchtsding...

      'Aggressionen' in Beziehungen und Diskussionen machen mir Angst.
      Ich hab's einfach lieber 'konstruktiv' als 'destruktiv', auch wenn's kontrovers wird...
      Und 'objektiv' gibt's doch eh nur beim fotografieren... 

      13.04.2014, 09:14 von sailor
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  • 1

    In einer Beziehung sollten sich beide erstmal Respektieren. Das ist ganz wichig. Und Kommunikation ist ganz wichtig und zwar, ohne Anschuldigungen, denn damit kommst du nicht weiter.
    Natürlich kannst du deine Gedanken und deine Wünsche äußern, aber du darfst nicht Erwarten, dass diese auch gleich umgesetzt werden. Denn was der andere damit letzendlich macht, ist seine Sache.

    12.04.2014, 09:54 von -Maybellene-
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    • 1

      Nein, an der Stelle bin ich ganz bei Maybellene. Voraussetzung für jedes Meiteinander ist zunächst mal Respekt. Erst wenn ich mein Gegenüber als Person respektiere kann ich über alles Mögliche reden, auch über Eigenschaften / Verhalten und sonstige persönliche Dinge, die ohne Respekt nur verletzend wären.
      Ich gebe zu, es geht mir ein Stück weit wie WieSie, der etwas nicht versteht oder verstehen will. Ich versuche meinerseits aber nicht, das Ganze rational aufzuarbeiten, denn zu verlangen dass man seine Gefühle immer im Griff hat, ist realitätsfremd. Aber das Gegenteil, ihnen grenzenlos freien Lauf lassen, halte ich auch für gefährlich, manchmal eher zerstörerisch statt reinigend.

      12.04.2014, 14:21 von Cyro
    • 0

      Genau, Cyro.
      Respekt ist nicht etwas, dass man sich erst verdienen muss.

      Wenn du eine Beziehung zu einem Menschen eingehst, solltest du ihn genau so nehmen wie er ist. An ihm herumdoktern wird nichts bringen und führt nur zu unglück. Natürlich kann sich jeder Mensch ändern und hinzulernen, aber das muss aus freien Stücken passieren.

      12.04.2014, 14:39 von -Maybellene-
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    • 1

      Ja ... vielleicht sollte ich etwas differenzieren:  Es gibt einen Respekt, den ich zunächst jedem Menschen entgegenbringe.  Den muss sich niemad erstmal verdienen. Aber er kann ihn bis zu einem gewissen Grad unter Umständen verspielen oder auch wachsen lassen / sich mehr davon verdienen. Das hängt ganz vom Verhalten der Person ab. Nur völlig ohne Respekt / Wertschätzung des anderen wäre in meinen Augen kein (erträgliches) Zusammenleben möglich.

      12.04.2014, 14:58 von Cyro
    • 0

      Ups, das war die Antwort auf Maybellene, jau, Nine, deinem letzten Kommentar stimme ich zu.

      12.04.2014, 15:01 von Cyro
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    • 0

      Und wenn ich meine Freundin nicht anbrülle wenn mir was nicht passt ist die Beziehung tot?

      Bei einem "reinigenden Gewitter" kann auch was kaputt gehen.

      Wenn ich Wörter nicht auf die Goldwaage lege, was passiert dann wenn "verfickte Fresse und co" ernst gemeint sind?

      Ich finds eigentlich ein recht düsteres Bild was du da malst: Wir haben keine Chance den Grund eines Konfliktes zu verstehen, also lassen wir uns überollen und drehen halt frei.

      Sehe ich nicht so. Ich finde man kann zusammen zu den Gründen vorstoßen. Zurückverfolgen wo negative Gefühle her kommen und dann was dagegen machen. Nicht so ad hoc als würde man eine Maschine reparieren und ein Ersatzteil einbauen, aber eben so Stück für Stück.

      Das kann man mit dem frei drehen nicht schaffen. Das beseitigt allemal die Symptome, nämlich Frust der sich vielleicht aufgebaut hat (bei manchen, bei mir klappt das auch nicht).

      Das ansatzweise ruhige Gespräch über die eigenen Gefühle muss man trotzdem führen.

      Mir ist dieses "leben" in der Beziehungsbude einfach zu viel gegeneinander.

      14.04.2014, 22:30 von WieSieSehnSehnSieNix
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      'verfickte Fresse'?
      Geht's noch?

      Fehlt mir jedes Verständnis für.
      Ich mag unbeherrschte Leute nicht. Und 'Emotionen' und 'Beherrschung' sind keine Gegensätze...
      Was 'beherrschten' Leuten ja gerne unterstellt wird.

      16.04.2014, 11:48 von sailor
  • 4

    Vor der Enttäuschung kommt die Erwartung...
    Ich habe immer noch den einen oder anderen Anspruch, bin aber inzwischen abgestumpft großzügig genug, um anderen das Nichterfüllen dieses Anspruchs nicht zum Vorwurf zu machen.

    Wir sind zwar alle auf dieser Welt um uns gegenseitig zu einem Leben in größter Fröhlichkeit zu verhelfen, aber das is nix, wofür ich 'die anderen' verantwortlich machen könnte...

    12.04.2014, 08:05 von sailor
    • 1

      Schließlich erfülle ich ja auch nicht die Erwartungen der anderen...

      12.04.2014, 08:05 von sailor
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    • 0

      Hmmmja...

      Kompromissfähig sollten beide Kriegsparteien Partner schon sein...
      Der Anspruch kommt wiederum vor der Erwartung. Vielleicht reift auch eine Erkenntnis VOR einer Beziehung, ob der potenzielle Partner mit diesen Ansprüchen umgehen kann...

      13.04.2014, 09:06 von sailor
    • 0

      Klappt auch nicht immer...

      13.04.2014, 09:07 von sailor
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  • 0

    Mach es noch ausführlicher und es wäre ein gutes NUT. Wenn Du noch das neue neon -Titelthema mit einbackst, biste der Held des Monats.

    11.04.2014, 19:32 von cosmokatze
    • 0

      Ich glaube für NUTs bin ich nicht so geeignet. Ich teile ja gern mit, was ich so denke aber bin mit Antworten meistens überfordert.

      12.04.2014, 00:32 von WieSieSehnSehnSieNix
    • 0

      Vielleicht wäre ja mal was Hilfreiches dabei ?

      12.04.2014, 11:07 von cosmokatze
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