EliasRafael 02.12.2010, 10:43 Uhr 6 3

Don't believe in Weihnachten!

Gerade lief Last Christmas im Radio. Draußen ist es gefühlt 20 Grad unter Null, trotzdem rieselt Schnee. Du läufst immer noch weg. Frierst du nicht?

Wiedersehen ist doch ganz einfach. Man guckt. Reden? Braucht man doch nicht, du nicht, wir nicht. War nie, ist nie. Geht halt nicht, aus irgendwelchen Gründen. Verstehe ich, und auch wieder nicht. Denn was war, das war. Wir können es nicht ungeschehen machen, das Leben, nur ungesehen. Schau hin, nach vorne, mein ich. Es war doch auch… schön, irgendwie. In Gedanken. Findest du nicht? Anders, auf jeden Fall. Einmalig? Bestimmt nicht, frag mal rum. Kennen im Grunde alle. Schmeckt nur jeder anders.

Wiedersehen ist nicht einfach. Lach. Mach doch einfach deine Augen auf, und guck nach links. Süße, ich habe nur die Seite gewechselt, liege immer noch an deiner Schulter und halte dich. Alles schmerzt, und ist doch wie heiße Milch mit Honig. Wärmend an kalten Wintertagen. Pass auf, der erste Schnee wird bald rieseln. Wie damals. Spürst du den bitteren Nachgeschmack? Denn Honig heißt immer auch Medizin. Das wissen schon die kleinen Kinder.

Wiedersehen geht nicht. Ach, sag du. Lebensweisheiten, Teil 212. Die hast du immer parat. Zettelchen am Kühlschrank, wo die Milch steht. Mensch, sei nicht so, heute nicht. Obwohl … sei doch so, bist ja du. Pur. Ohnehin und ohne Worte, und meinetwegen auch mit geschlossenen Augen. Steht dir gut. Liegst da neben mir, öffnest sie einfach nicht. Lidverschluss, unheilbar. Träumst weiter. Lässt den Schnee rieseln und die Milch verderben. Hast gar kein Mindesthaltbarkeitsdatum, läufst nie ab, sondern weg. Selbst im Schlaf. Traum, du!

Wiedersehen war nie. Schade, wirklich, wirklich schade. Hätte dich gern nochmal im Blick gehabt. Nicht nur im Kopf. Für eine Sekunde oder ein ganzes Leben. Nicht nur dich, sondern uns. Habe meine Augen vielleicht auch nie geöffnet. Und mir an der heißen Tasse aus Übermut die Lippen verbrannt. Es juckt ein wenig, tut nicht weh. Von außen. Schmecke den Honig und spüre das süße Gift. Keine Medizin, denn Heilung will ich nicht. Es tötet mich langsam, vielleicht. Aber sterben muss jeder. Träume dabei. Im Schlaf, mit einem Lächeln. Und an deiner Seite.

3

Diesen Text mochten auch

6 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Scheiße, Honig killt. Mi(l)ch auch.
    ICH MAG DEINE SCHREIBE!

    06.11.2012, 19:18 von Hildegardt
    • 0

      uiii, DANKE

      06.11.2012, 19:26 von EliasRafael
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @[Benutzer gelöscht] danke dir!

      21.12.2010, 06:57 von EliasRafael
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @Kiwanuschka Wer hat behauptet, das Leben würde schön sein.

      15.12.2010, 21:05 von EliasRafael
  • 0

    Oh, so viel Schönheit hatte ich jetzt nicht erwartet.

    07.12.2010, 23:54 von cumuluswolke
    • 0

      @cumuluswolke Oh, danke. aber ich hoffe jetzt nicht, dass du von mir nur hässliche Texte erwarten würdest...

      07.12.2010, 23:59 von EliasRafael
    • 0

      @EliasRafael Hässlich vielleicht nicht, aber unmelodiöser.

      09.12.2010, 17:23 von cumuluswolke
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @[Benutzer gelöscht] Danke :-) ist mal ein Text ohne Sarkasmus. Auch wenn sie leider immer noch schläft.

      07.12.2010, 18:20 von EliasRafael

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare