Die Zeit heilt keine Wunden!
Manchmal wünsche ich mir, dass es uns nie gegeben hätte.
Ich befinde mich in einem fremden Haus, überall sind Zimmer voll mit mir bekannten Menschen. Als ich erfahre dass du auch da bist erstarre ich. Sofort kriecht dieses Gefühl in mir hoch, langsam aber unaufhaltbar, es wird immer stärker und überrollt mich wie eine Lawine. Kalt und schwer. Wo bin ich? Wo ist oben, und wo ist unten? Sie wirbelt mich umher, schleudert mich in Vergangenes bis alles wieder hochkommt.
Mir ist schlecht, richtig eklig im Bauch, weil all das Leid und all die bösen Gefühle wie wilde Tiere über mich herfallen und versuchen mein Herz aufzufressen, brutal, gierig und schmerzhaft. Unser Zusammentreffen rückt immer näher, ich versuche nicht einmal davon zu rennen, weil ich weiß dass du mich einholen wirst. Also reiße ich mich zusammen und schaue starr Voraus.
Du liegst im Bett als ich das seltsame Zimmer betrete. Robuste, massive und einschüchternde Möbel zieren die Wände des Zimmers. Draußen dämmert es schon.
Zusammen gekrümmt und mickrig liegst du da. Ein erbärmliches Häufchen Elend. Du bemerkst mein Erscheinen zuerst nicht, da ich behutsam und auf Zehenspitzen langsam über die alten Dielen schleiche. Eine Diele knackt und ächzt und du drehst dich langsam um, als würde es all deine Kraft kosten. Tiefe Schatten unter deinen Augen lassen dein eh schon markantes und knochiges Gesicht noch dünner wirken. Ich habe Angst vor dir. Das alte Gefühl wird immer lebendiger in mir, aber mit der Zeit habe ich gelernt stark zu bleiben, noch kann ich stehen und noch kann und will ich dich vergessen.
Ich bin unglaublich beeindruckt von deinem Wesen, weil du mich anekelst, weil ich nichts mehr mit dir zu tun haben will und weil du es gleichzeitig immer noch schaffst mich zu rühren, wie du da hilflos liegst und fürchterlich aussiehst.
Ich kann mich nicht entscheiden ob ich weg rennen will um dich wieder aus meinem Kopf zu kriegen, oder ob ich dir helfen will, so wie mir damals geholfen wurde.
Langsam knie ich mich neben dich, ich schaue dir direkt in die Augen, doch ich sehe nichts. Kein geheimnisvolles Funkeln, kein Blick ins Unendliche. Während ich dir langsam über deine rechte Gesichtshälfte streiche erinnere ich mich an früher. Deine Haut ist noch immer unrein und voll mit Poren, ich kenne dein Gesicht auswendig, kenne jede kleine Erhebung und weiß dass es dich kitzelt, wenn ich dich langsam am Kieferknochen herunter über den Hals zum rechten Ohr berühre.
Du nimmst zärtlich meine Hand und streichelst sie mit deinem Daumen, das hast du immer getan. Mein Herz dehydriert. Dass meine Mutter hinter mir steht verleiht mir Sicherheit, weil ich weiß dass sie mich retten wird, wenn du versuchst mich in deinen tiefen, geheimnisvollen, schwarzen und unwiderruflichen Bann zu ziehen.
Die Szene wechselt und du stehst neben mir vor einer dunklen Wand die immer noch im selben Zimmer zu sein scheint. Vereinzelt hängen Bilder an der Wand. Bilder, die akkurat angebracht sind. Sie passen alle nicht zueinander, sind willkürlich angeordnet und spiegeln deine Unkreativität wieder. Du hast keine Ahnung von Form und Farbe und bist chaotisch und hilflos wenn es sich um etwas anderes als um deinen Sport dreht. Es sind Aufnahmen von mir, von uns. Es fühlt sich schrecklich an. All diese Momente hatte ich vergessen, wie konnte ich sie nur vergessen?
Wieder wechselt der Schauplatz, du bist blutverschmiert und sitzt auf dem Bett. Ich muss in der Zwischenzeit wohl weg gewesen sein und du konntest das kein zweites Mal ertragen. Ich sehe dich und all das Blut und stürze in ein riesiges Loch gefüllt mit Leere. So oft hast du mich verletzt indem du dir weh getan hast, immer und immer wieder. Hast mich leiden lassen und mich gequält. Als Bestrafung dafür, dass du weg warst. Ich war nie gut genug für dich.
Teilnahmslos stehe ich vor dir, will weg laufen, doch der Boden hält mich fest. Mir laufen leise Tränen die Wange herunter und mir wird klar dass ich nichts mehr für dich tun kann. Denn unsere Zeit ist vorbei, ich bin nicht mehr für dich verantwortlich. Du musst lernen ohne mich zu überleben.
Als ich verschwitzt aufwache weine ich, tatsächlich bin ich dich noch immer nicht los. Es ist jetzt ein Jahr her dass ich dich verlassen habe und noch heute verfolgst du mich in meinen Träumen. Ich stehe auf und schüttle mir die schreckliche Nacht von den Schultern. Ich bin so erleichtert und froh dass ich dich nicht wirklich sehen muss, das muss ich nie wieder.






Kommentare
Ich finde den Text total gelungen und kann die Meinungen, dass zu viele Metaphern enthalten sind bzw. dass es langweilig geschrieben ist, nicht teilen.
19.05.2012, 03:21 von Simo-ZuendelDie Spannung blieb bis zum Schluss, wobei mich dieser ein wenig irritierte. Aber da es eben eine wahre Geschichte ist, kann man da auch schwer sagen, dass du das Ende hättest anders schreiben sollen. Also: Daumen hoch =)
LG, Cindy
ich finde den text eigentlich ganz schön...
13.05.2012, 16:06 von lottaluisachwas, so unerträglich können die nicht sein
dankeschön, das ist trotzdem sehr nett!
12.05.2012, 18:28 von dieFeestark.
06.05.2012, 22:45 von schluesselkindHallo Lafee,
Youni
Oups sorry, wolle "Die Fee" schreiben
05.05.2012, 18:28 von Youniverheerender fehler haha ;D
Damien Rice singt: I can't take my eyes off of you...till I find somebody new...
05.05.2012, 14:37 von chrisbowIch fand den Text in seinen Ansätzen gelungen, man hätte vieles anders machen können, aber dann wär es ein anderer text geworden.
tolle erkenntnis haha, aber danke !
hahahaha. wie geil.
05.05.2012, 18:57 von AnsoticaDie Zweideutigkeit meiner Textkritik fiel mir erst hinterher auf...denn im Grunde ist es ja keine...aber es sollte eine positive sein, wie gesagt, alles, was ich an dem Text kritisieren würde, würde einen komplett anderen daraus machen, doch das wäre dann nicht mehr dein Text.
05.05.2012, 19:06 von chrisbowalso, was genau würdest du denn kritisieren?
der punkt ist dass es erstens mein erster ist, von daher bin ich froh über jede kritik (danke!) und zweitens ist er absolut wahr!
04.05.2012, 19:09 von dieFeeshit, peinlich! ich hab zehnmal alles durchgelesen bis ich es online gestellt hab..
04.05.2012, 19:16 von dieFeedie Ueberschrift und einige Fehler koenntest du doch jetzt noch korrigieren.
so werde ich es machen!
you´re welcome !!
04.05.2012, 19:27 von steamhellau sterling, how goes it you ?? ;-))
04.05.2012, 19:28 von steamebenfalls einen schönen abend!
04.05.2012, 19:28 von dieFeeSterling vielleicht bist du einfach zu anspruchsvoll...
05.05.2012, 18:31 von Youni"Nein ! " ;)
gepostet--> "kritisiert" ;)
05.05.2012, 18:47 von Younifinde den text sehr gut !!!!
04.05.2012, 18:51 von iloveparisob bewusst oder unbewusst, du überfüllst diesen text mit attributen und metaphern, dass er geradezu trieft. man wird überrumpelt. alles zu viel. zu plump.
04.05.2012, 16:09 von llottisorry. man hätte die story sicher besser darstellen können.
Mit 17 hat man noch Traeume....... trallallaaaaaaaaa
04.05.2012, 13:46 von steamdas auch, aber da es sich hier um einen Traum handelt, fand ich das Lied, einst von Little Peggy march gesungen, recht passend :-)
wie schreibt denn eine blondine?
z.b. so:
also ich finds witzig haha!
ok. sind halt dieses Klischeewitze, die immer auf Kosten Anderer gehen :-))