Die Unscheinbarkeit
"Ich glaube nicht daran das ich unscheinbar bin, nur daran, das die meisten Menschen an mir vorbei gehen ohne mich richtig wahr zu nehmen".
"Ich glaube nicht daran das ich unscheinbar bin, nur daran, dass die
meisten Menschen an mir vorbei gehen ohne mich richtig wahr zu nehmen".
"Glaubst du das wirklich?" er hält meinen Blick fest bis ich den Kopf
leicht in den Nacken lege und nach oben sehe. Wir beide schweigen eine
Weile.
"Du fährst jeden Donnerstag und Freitag morgen um 7.18 Uhr mit der Bahn.
Zwei Bahnen später würdens auch tun, aber du sitzt gerne noch etwas vor
der Klasse und unterhältst dich. Auf dem Weg zur Schule bleibst du an
der zweiten Ampel immer stehen und blickst dich um, selbst wenn grün
ist. Du wartest auf deine blonde Freundin um die letzten Meter mit ihr
zusammen zu gehen. Obwohl es morgens schon schweinekalt ist trägst du
noch immer den grauen Poncho mit der Kapuze, die du aber nie aufsetzt.
Und ich weiß zwar nicht wieso, aber du steckst immer nur einen Kopfhörer
rein und lässt den anderen runter hängen. Vor Wochen trugst du deine
Haare immer zu einem Knoten gebunden während du sie nun fast täglich in
dezenten Wellen und offen trägst. Denn nicht nur das gelb deiner
Batman-Tasche leuchtet sondern auch dein Haar. Lass dir gesagt sein- du
fällst den Menschen um dich herum auf".
Meine Lippen haften nicht mehr aneinander und lassen eine kleine Öffnung entstehen während ich ihn ansehe ohne zu blinzeln.
"Ich fahre zwei Bahnen früher um nicht zerquetscht zu werden" sage ich leise.
"Und was hat es mit den Kopfhörern auf sich?" noch immer ruht sein Blick auf mir.
"Mein Piercing" meine Stimme gleicht einem Flüstern.
"Es ist noch zu lang so das kein Kopfhörer in mein Ohr passt". Wieder schweigen wir.
"Wieso bist du mir nie aufgefallen"?
"Weil du die Menschen um dich herum nicht wahr nimmst".





Kommentare
Ein paar kleine Fehlerchen (hauptsächlich Satzzeichensachen) aber ein interessanter Dialog.
18.11.2012, 00:48 von forst