Die richtigen Worte
Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. Mark Twain
Ich tue mich nicht schwer, bei der Arbeit die richtigen Worte zu finden. Es ist meine Aufgabe, komplexe Sachverhalte verständlich in Worte zu fassen und nachvollziehbar darzulegen. Das ist etwas, was mir in der Regel leicht fällt.
Wesentlich schwerer fällt es mir, die richtigen Worte zu finden, wenn es darum geht zu beschreiben, was das „Uns“ ausmacht. Hier scheine ich immer nur „Glühwürmchen“ zu finden, nicht aber den „Blitz“, der es wirklich auf den Punkt bringt. Gefühle und Befindlichkeiten zu beschreiben ist so viel schwieriger und Worte in dem Fall irgendwie immer unzulänglich.
Was genau ist es, das mir das Gefühl gibt, bei dir heimzukommen. Wieso schaffst du es, mir mein Urvertrauen in einen anderen Menschen einfach so zurückzugeben. Vielleicht ist es gerade, weil du kein grosser Freund von vielen Worten bist, deine Taten und Gesten dafür aber eine umso deutlichere Sprache sprechen. Jede Berührung, jeder Blick, jede Umarmung zeigt mir, wie wichtig ich dir bin. Ich danke dir dafür, mehr als ich in Worte kleiden kann.
Gleichzeitig war es mir noch nie so wichtig, den Menschen an meiner Seite glücklich zu sehen. Es fällt mir nicht schwer, meine Bedürfnisse auch mal zurückzunehmen, wenn ich dafür ein glückliches Leuchten in deine Augen zaubern kann. Wir schaffen es so bisher, Unstimmigkeiten ohne böse Worte oder Verletzungen zu klären. Ich schätze die gegenseitige Achtung und die uns Beiden inne wohnende Vorsicht, dieses Besondere zwischen uns nicht verlieren zu wollen.
Anders als im Job ist es aber glücklicherweise letztlich egal, ob ich die richtigen Worte finde, um unsere Beziehung auf den Punkt zu bringen. Das Fühlen ist für einmal wichtiger als das Beschreiben. Und was das angeht, bestehen keine Zweifel darüber, dass der Blitz das Glühwürmchen erschlagen hat.
Tags: Wortwahl





Kommentare
Mir fällt dazu ein, dass Menschen immer "dem Kind einen Namen geben wollen" - ständig.
Den Anfang finde ich gut, in der Mitte hab ich den Faden verloren und der letzte Satz ist weltklasse.
Danke für deine Rückmeldung! Es gibt wohl einfach keine Beziehungsdefinition, die eben nicht entweder viel zu schwülstig oder unzulänglich ist.
25.07.2012, 13:10 von Hator