Hugh_Thompson 30.11.-0001, 00:00 Uhr 16 0

Die lauwarme Moral emotionaler Krüppel

Mehr als Eine zu lieben ist falsch? Oh ihr armen traurigen Moralapostel...

Als das mit ihr begann, war ich bereits einige Jahre verheiratet und meine Frau im fünften Monat schwanger. Sie hat es gewusst und ist dennoch in meine Arme geflüchtet, hat sich halten und lieben lassen, von jemandem, der dies nach der überwiegend geteilten Mehrheitsvorstellung niemals hätte tun dürften. Auch Sie hat einen Partner – nicht verwunderlich bei der Art Klassefrau, denn wie sollte auch irgendwer an ihr vorübergehen können – doch ich nahm es hin. Es ist eine banale Geschichte, von zwei Menschen die sich gefunden haben und trotzdem nicht zu einander kommen konnten. Zu oft erzählt, als das es einer Wiederholung bedarf und darum geht es hier um die Menschen die diese Beiden umgeben.

Die Stadt in der wir wohnen ist zu klein, die Freundeskreise zu zerfasernd, als dass man eine Affäre auf nur zwei Mitwisser begrenzen könnte. Wir haben Glück gehabt, die allermeisten unserer jeweiligen Freunde haben unser Tun gedeckt, einige aktiv gelogen, sich trotz unserer provozierenden Leichtsinnigkeit, ja dem Drang zur Entdeckung, schützend vor uns gestellt und ihnen gebührt Dank. Doch sie sind eine Minderheit. Die Mehrheit hingegen ist entsetzt, angeekelt und glaubt damit auch noch im Recht zu sein. Aber warum?

Bei jenen, die sich im Besitz fester moralischer Werte wähnen kommt folgende Begebenheit am schlechtesten an: Als ich meine Frau in die Klinik brachte, um eine einigermaßen reibungslose Geburt zu veranlassen habe ich natürlich aufmerksam den Ausführungen des Arztes gelauscht. Ich hätte ihn umarmen können, als er feststellte, man müsse erst mal abwarten, die „Patientin“ jedoch zur Beobachtung im Krankenhaus behalten. Dies nämlich gab mir die Möglichkeit nach Hause zu eilen und einige Stunden mir Ihr zu verbringen, Störungs- und Entdeckungsfrei und voller Streicheleinheiten in einem Ihr fremden Bett. Natürlich war ich bei der Geburt und tat mein möglichstes, aber im Anschluss daran geleitete Sie mich nach Hause und brachte mich ins Bett. Überhaupt tat sie einiges, was man von einer „Geliebten“ schlechterdings weder erwarten noch verlangen kann: sie hat mir die Haare zurückgehalten wenn ich kotzen musste, hat mir Wärmflaschen gefüllt als ich Fieber hatte, sie hat bei mir abgewaschen und für mich eingekauft, als ich zu krank war um aufzustehen und noch so viele andere Dinge – kurz: sie war für mich da wenn ich sie brauchte, sie hat mich geliebt ganz egal wie schwach ich war und bin ich ihr auch schon vorher ihr erlegen, so mag das als letzter Beweiß für die Tiefe der Emotionen gelten.

Und doch ereifern sich die Menschen mit den festen Überzeugungen: es ist Betrug, Lüge, Unrecht, ein Schlag ins Gesicht aller Ehrbaren. Doch was meinen sie damit? Das ich lieber ohne Ihre Fürsorge hätte auskommen sollen und können? Das wer einmal eine spezielle Beziehung zu einem Menschen aufgebaut hat niemals wieder so etwas für einen Anderen empfinden kann oder wenigstens sollte? Das man nur einen Menschen lieben kann? Das Emotionen unteilbar sind? Vermutlich von allem ein bisschen und es kotzt mich, gelinde gesagt, an.

Jene, die im Brustton der Überzeugung von der Unteilbarkeit der Gefühle sprechen sind meist die Gleichen, die lange Vorträge über Musik, Kunst, Literatur, Orte usw. halten können. Und immer sind es mehrere, denn so empfindsam wie man ist, ist es ganz natürlich, dass die Selbstbeschränkung auf nur eines davon undenkbar, ja grotesk wäre. Dabei sind Gefühle wie Begeisterung und Freude an oder über etwas von viel geringerer Macht als die Liebe. Also warum sollte man nur eine(n) Lieben können?
Jene die über den Betrug sprechen, die Unmoral die durch das Hintergehen der jeweils anderen Beteiligten entsteht, geißeln die unvermeidliche Lüge. Richtig, Lügen ist falsch, doch welchen Status haben diese Unwahrheiten? Sie sind nur das materialisierte Ergebnis der Notwendigkeit der Liebe ihren Weg zu bahnen, wird sie nicht allseits akzeptiert erlaubt. Es ist wie mit dem Ladendieb, dem man wohl den Diebstahl vorwerfen kann, aber niemand würde ihn des Hintergehens des Ladenbesitzers zeihen, da dies unvermeidlich für die Tat ist. Es spielt keine Rolle, wie krass die Lüge ist, die serviert wird, denn die eigentliche und entscheidende Frage ist die Akzeptanz des Gefühls für den Anderen durch die belogenen Partner. Akzeptieren sie es wird sie unnötig, tun sie es nicht ist die Lüge ihr Schutz und selbst absolute Offenheit würde die Situation nicht verbessern. Es ist ein Nullsummenspiel, nur ein Versuch sich mit den Emotionen nicht auseinandersetzen zu müssen.

In Rede gestellt wird zudem, ob man nicht wissentlich den Schmerz vermehrt, es von Reife und Umsicht zeugen würde sich selbst zu beschränken und den Gefühlen nicht nachzugeben.
Menschen die einander lieben produzieren Glück, die Menge des Schmerzes wird gemindert. Reif zu sein heißt auch seine Bedürfnisse zu erkennen und sie zu formulieren. Es nicht zu tun, es vielleicht nicht einmal zu können zeugt von Unreife und muss zwangsläufig zu Unzufriedenheit und Schmerz führen – bei allen.
Bleibt noch der Vorwurf man würde einem Tier ähnlich die Impulskontrolle verlieren und würden alle so handeln, wäre jedes Zusammenleben ständig bedroht. Habe ich recht und ist ergo der Saldo bei jeder Liebesbeziehung positiv, so ist es gerade ein Gebot dem Impuls zu folgen. Die Bedrohung hingegen folgt nur dem moralischen Bewusstsein von exklusiven Beziehungen, die damit zu Zwangsbeziehungen werden. Ich gehöre aber niemandem und werde es nie. Ich kann mich nur bekennen, zu jemandem und das tue ich nur zu gern, wenn ich ihn liebe. Es ist ein Beitrag zur Pazifierung des menschlichen Zusammenlebens, ihn abzulehnen hieße dem Egoismus das Wort zu reden.

Ich weiß, das sind idealtypische Überlegungen und es ließe sich einiges einwenden, das so leicht nicht wegzuwischen wäre. Doch bin ich weder auf Promotiontour für meine Gedanken, noch sollen sie Muster für andere sein. Ich wende mich nur gegen den moralischen Starrsinn, der in der Regel noch eine andere Seite kennt: Während ich seitenlang von den Gefühlen schreiben könnte, die mich allein beim Gedanken an Sie durchströmen, die Freude, wenn sie mir eines ihrer liebsten Bücher gab und eines meiner liebsten gnädig aufnahm, wenn sie mich anlachte und ich sie küssen konnte, wenn sie mich mit Blicken der Verachtung strafte, weil ich irgendeinen Unsinn sagte, nur um Autonomie von ihr zu demonstrieren und in diesen Blicken schon der Anflug spöttischen Verzeihens angelegt war; während ich all dies tun könnte, beharren die Moralisten auf ihrer Sichtweise. Bis zu einem bestimmten Moment.

Bis es nämlich eines Tages bei Ihnen selbst so weit ist und sie bemerken, das jenes selbstgewählte Korsett an Regeln zu eng geworden ist. Sie versuchen zumindest für einige Zeit einmal den Gefühlen zu verfallen, die so fremd und verboten, gerade deshalb aber doch so reizvoll zu sein scheinen. Dann füllen sie mit ihren Geschichten – unter Wahrung größtmöglicher Anonymität versteht sich – die Internetforen, oder liegen ihren Freunden in den Ohren. Berichten über ach so dramatische Einzelsituationen und bemitleiden sich. Man könne dies, was Ihnen dann widerfahren ist natürlich keinesfalls gut heißen, doch müsse ein jeder verstehen, dass in diesem Fall anderes Handeln unmöglich, die Umstände derart außergewöhnlich und Absolution schon dadurch geboten erscheint, weil es ja kein Ausdruck eines generellen Lebensstils sei, sondern man nur „Opfer der Umstände“ geworden ist, „man so was normalerweise niemals tun würde“ und überhaupt plötzlich so übermannt von Emotionen gewesen sei, dass „man sich selbst kaum wiedererkenne“. Es ist armselig die Ausflüchte Jener zu hören, die sonst einen so sicheren Kompass in der Beurteilung von Richtig und Falsch haben, als das sie zugeben könnten, dass sie dem Leben auf den Leim gegangen sind und Schablonen die an sich schon immer untauglich waren, nun auch auf ihr Leben unanwendbar geworden sind.

Es fehlt der Mut zur Erkenntnis, dass jedem Menschen die Fähigkeit zu Lieben gegeben ist und eben dieses Gefühl schlicht nicht einhegbar ist, will man es nicht aufgeben. Es kostet an sich auch nichts sich dies einzugestehen, außer der Aufgabe lieb gewonnener Moralvorstellungen. Wer aber etwas braucht das über ihn als Person hinausweist, der wird immer das externe Regelkorsett wählen, sich daran klammern und Verantwortung daran delegieren. Es macht ihn frei von der Last möglicher irrationaler Handlungen, die durch nichts gestützt sind, als ein Gefühl. Wer jedoch Gefühle als nachrangigen Luxus betrachtet, der ist nicht einmal mehr zu bedauern, er stellt sich schlicht außerhalb der Gemeinschaft fühlender menschlicher Wesen – möge jeder wählen, ich weiß wohin ich gehöre.

Die mit Sicherheit an dieser Stelle empörten Freunde der Moral können sich nun trotz allem freuen: Sie hat mich verlassen, weil es ihr unmöglich war mit einer Perspektive zu leben, die bedeutete auf unabsehbare Zeit im Status einer „Zweitbeziehung“ zu verharren, dazu sind die Gefühle zu groß. So fallen wir in einen Zustand tadelloser Moral zurück – und sind beide unglücklich. Mehr kann Moral eigentlich nicht erreichen. Und dennoch: auch dieses miese, traurige, leidende Gefühl des Verlassenseins und der Sehnsucht ist mir lieber als die lauwarme Moral jener emotionalen Krüppel.

16 Antworten

Kommentare

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    Was man Dir ganz zu Recht vorwerfen kann, ist das Verschweigen vor Deiner Ehefrau und Mutter Deines Kindes und das ganze daraus resultierende Lügengespinst. Genau dies wird mit Sicherheit auch der letztendliche Grund für das Ende der "Zweitbeziehung" gewesen sein, denn diese ewige Heimlichtuerei und das ständige Versteckspiel und Angewiesensein auf den Goodwill anderer, die permanente Angst vor der Entdeckung und vor dem, was dann passiert, ist auf Dauer zermürbend, Kräfte zehrend und schmerzhaft. Da mag die Liebe noch so groß sein und noch so tief reichen, irgendwann kommt der Punkt, wo man sich selbst am nächsten ist und die Trennung weniger schmerzt, als der anstrengende Zustand.

    Selbst schuld.

    Spiel mit offenen Karten. Dann hat Deine Frau und Mutter Deines Kindes wenigstens die Chance, sich hinter Dich und Deine Liebe zu einer anderen Frau zu stellen, so sie erkennen kann, daß davon Deine Liebe zu ihr ungetrübt bleibt (dies liegt dann an Dir und Deinem Verhalten ihr gegenüber). Und dann sind die schiefen Blicke der anderen auch weniger schief. Erfahrungsgemäß schlägt die Empörung sehr schnell in Staunen um, wenn klar wird, daß da drei (oder in diesem Falle wohl eher vier, wenn man den Mann Deiner Geliebten hinzurechnet, der ja genauso betrogen ist) sich einig sind und niemand leidet.

    Treue, so sehe ich das, drückt sich nicht in erster Linie in Verzicht auf Gefühle zu und Begehren nach anderen zugunsten des Partners aus, sondern in vertrauender Offenheit und Ehrlichkeit ihm gegenüber.

    Und Du rechtfertigst Deinen Betrug und Deine Lügen mit der falschen Moral der anderen. Feigling. Aber echt. Du hattest lediglich nicht den Arsch in der Hose, Deiner Frau gegenüber offen und ehrlich zu sein, und nicht die Größe, mit ihr gemeinsam einen gangbaren Weg zu finden.

    10.02.2008, 16:58 von chessige
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    ein paar fragen wirft der text auf, aber über diese kann man hinwegsehen ;)

    21.01.2008, 00:57 von NeonBlond
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    oh, das ist so verdammt gut geschrieben. großartig. ich bin wirklich begeistert.
    und moral und so ;) : wenn ihr glücklich seid, ist doch alles bestens.

    21.01.2008, 00:56 von NeonBlond
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    Wenn dir Moral und Regelkorsett zuwider sind, warum hast du dann überhaupt geheiratet? Und auch noch ein Kind gezeugt?
    Sicherlich kannst du mehr als eine Frau lieben, das ist schön praktisch, weil man so immer seiner Verantwortung entfliehen kann. Während deine Frau mit Schmerzen im Krankenhaus liegt und wahrscheinlich auch noch Angst vor der Geburt hat, vögelst du die Geliebte.

    In deinem Text sprichst du nur über die Liebe zu deiner Affäre. Deine Frau und dein Kind erwähnst du nur am Rand. Ich finde, dass du mit Ehe und Kind eine verpflichtende Bindung eingegangen bist, der du aus was für Gründen auch immer nicht gerecht werden kannst. Es wäre jetzt fairer deiner Familie gegenüber, wenn du eine Entscheidung trefen würdest. Oder zumindest die Meinung deiner Frau zu offenen Beziehungen einholst.
    Aber davor hast du dann doch irgendwie Angst, oder? Du lügst, lässt deine Freunde für dich lügen ... was passiert denn, wenn sie es doch einmal herausfindet? (Und das tut sie sicherlich!)
    Es geht hier nicht nur um dich selbst und darum, deinen Egoismus auszuleben. Für die Familie solltest du auch zurückstecken können. Alles in allem ein sehr unreifes Verhalten.

    18.01.2008, 15:48 von hemul
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    hmm.

    der theoretische unterbau ist soweit nicht zu kritisieren. natürlich ist es möglich -und wie ich annehme und erfahre – auch keine „minderheitenproblematik“ mehr als einen menschen zu lieben. wobei ich hier frei nach zzebra den begriff liebe weiter ausdehnen möchte, fort von der beschränkung der liebe zwischen mann und frau auf sexueller und begehrender ebene.
    aber natürlich gehört auch diese ebene dazu. auch hier ist es möglich, mehrere menschen zu lieben.

    der springende punkt ist jedoch die umsetzung dieser erfahrung.

    frage an dich: was ist das für eine liebe zu deiner erstfrau, wenn du sie belügst, hintergehst. sie alleine läßt in den vorbereitungen für die geburt? den teil hätte ich mir im übrigen gespart, kommt mir so vor, als wolltest du die moralisch lauwarmen nur mal tüchtig schockieren. nun ja, ist dir wohl gelungen, aber wenn es dir um den transport einer botschaft gehen sollte, dann hast du dir damit geschadet.

    mir scheint, du verstehst den begriff liebe eingeschränkt auf das realisieren und ausleben von begehren. auch dagegen ist im grunde nichts einzuwenden, jedoch dann bitte erspar uns deine pseudomoral.

    wie gesagt, über deinen ansatz kann man trefflich diskutieren, aber lass doch bitte deine überhebliche attitude. du hast keineswegs den stein der weisen gefunden noch bist du ein besserer oder aufgeklärterer mensch. was du meinst, postulieren zu müssen, ist alt wie die monogamie.
    sprich, kalter kaffee. und jeder muss seinen eigenen weg finden, damit umzugehen.

    die einen tun es, indem sie sich für die exclusive partnerschaft entscheiden, andere für eine aneinanderreihung von exclusiven partnerschaften, genannt serielle monogamie. andere wiederum führen erst- und zweitbeziehungen. so wie du.

    ein veranwortlicher, offener und partnschaftlicher umgang miteinander vorausgesetzt ist für mich keine dieser lebensweisen überlegen.

    18.01.2008, 13:37 von RedSonja
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    Ich habe selten so eine - mit Verlaub - dummdreiste quasisoziologische eigene Rechfertigung dafür gelesen, sich wie ein - nochmals mit Verlaub - egozentrisches Arschloch zu benehmen.

    Wenn man unter das - ein drittes mal mit Verlaub - Geschwafel von "Regelkorsetts", "emotionaler Kuppelei", "ich gehöre niemanden" und „emotionale Krüppel“ einen Strich zieht, bleibt, was bleibt:

    (i) Eine Kind, das ohne Vater aufwächst.

    (ii) Eine Frau, die Dir Liebe geschenkt hat. Die Dir vertraut hat. Die Du belogen und getäuscht hast. Die Du selbst allein gelassen hast, als sie im Krankenhaus mit Deinem Kind die größtmögliche Unterstützung brauchte. Die das ihr Leben lang nicht vergessen wird, weil sie durch das Kind daran erinnert werden wird, wie sehr sie von Dir enttäuscht wurde. Eine Verletzung fürs Leben.

    (iii) Eine alleinerziehende Mutter und damit alleingelassen mit aller Verantwortung, Mühe und Opfern, die das die nächsten 20 Jahre bedeutet.

    (iii) Du, der sich seiner Verantwortung nicht stellt. Der lügt. Der betrügt. Der seinen „Freiheitsanspruch“ über alles, selbst über seine Pflichten (ja, Pflichten) als Vater und auch als Partner in einer Beziehung stellt.


    Ich glaube, hier fehlt schlicht an Lebenserfahrung. Zu wissen, wie es sich für den anderen anfühlt. Was die Konsequenzen des eigenen Handels sind. Das man im Leben für sich und andere Verantwortung trägt.

    Das ist mit 18 gerade noch verzeihlich, mit 28 und als Vater dazu nicht mehr tolerierbar.

    Vielleicht stellst Du Dir Deinen Text noch mal unter der Prämisse vor, Dein Vater hätte ihn vor 15 Jahren geschrieben um z.B. zu rechtfertigen, warum er Dich von der Schule genommen habe (“Regelkorsetts“) oder, ob Du diesen Text in 20 Jahren Deinem Kind als Begründung vorlesen möchtest („emotionale Kuppelei“).

    18.01.2008, 12:48 von Tim123
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      @Tim123
      ...ach Tim123, eigentlich gehe ich sparsam mit der Rekommentierungsfunktion um, aber hier komme ich um einige Worte nicht herum .

      Selbst bei wohlwollenster Lesart erschließt sich keinerlei Zusammenhang zwischen dem von mir Geschriebenen und deinen hübsch gegliederten Unterpunkten. Nichts davon ist im Text erwähnt, nichts davon passiert. Na ich will mal nicht so sein: das zweite (iii) - ups ein Gliederungsmalheur - lasse ich als Textbezug gelten, auch wenn ich inhaltlich eher nichts von Pflichtenhierarchien halte, wenn sie zugleich Hierarchien über Menschen konstituieren. Auch die Wortgruppe „emotionale Kuppelei“ taucht nirgends auf, aber vielleicht ist dir in deinem Bemühen mich grob wachrütteln zu wollen auch einfach die Feder ein wenig aus der Zeile gesprungen.

      Wenn jedoch die als Allheilmittel erkorene Lebensfahrung (und ich vermute du verfügst über solche, sonst wäre es unsinnig gewesen sie in Spiel zu bringen) bereits bei etwas vergleichsweise simplen wie Textverständnis derartige Fehlschlüsse produziert, wirst du mir sicher nachsehen, dass ich diese im Zweifel erst als Lösungsstrategie in Erwägung ziehen würde, wenn wirklich alle anderen Mittel versagt haben.

      Für deine - mit Verlaub letztlich fruchtlosen – Bemühungen sei dir dennoch gedankt.



      21.01.2008, 00:32 von Hugh_Thompson
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      @Hugh_Thompson Na da kommt sie dann doch, die Antwort. Danke, dass Du Dich mit meinem Kommentar beschaeftigt hast. :-)

      Dass Du auf Grund meiner Beleidigung nun aus allen Wolken fallen wuerdest und dann der lichte Moment gar nicht mehr aufhoert, habe selbst ich, der fuer seine Bescheidenheit nicht gerade bekannt ist, nicht erwartet. Aber immerhin. In (iv) findest Du Dich wieder. Mir reicht das.

      Ansonsten wundert mich nur eins:

      ... "eigentlich gehe ich sparsam mit der Rekommentierungsfunktion um".

      Hattest Du Dir fuer Deinen ersten Text vorgenommen? Oder vielmehr bei dem ersten Text unter diesem alter-ego? Oder wie?

      21.01.2008, 01:15 von Tim123
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