Die Hälfte von Garnichts
Und die Leidenschaft, sie soll die Schnauze halten. Ich werde ihr nie wieder glauben.
Müde. Ein Wort, das gerade nicht passt. Schön ist es, dieses Wort. Aber es passt nicht.
Sehnsucht. Das Wort passt besser. Verrückt. Auch das. Und ich frage mich, wenn es wirklich so ist, dass wir uns so mögen, warum kannst du dann nicht bei mir sein? So weit weg fühle ich mich. Nicht allein, sondern einsam, ohne Dich. Wo so eine Einsamkeit immer herkommt, ohne dass sie vorher da war. Bevor ich dich kannte. Da vermisste ich doch auch nichts. Besonders nicht dieses Gefühl, das mich um den Verstand bringt. Sehnsucht.
Mutig will ich sein. Was riskieren. Weil sich das hier nicht immer gut anfühlt. Aber so echt. So viel.
Musik spielt leise. Der Nachbar soll nicht meckern. Ich kann schließlich auch nicht schlafen. Und du? Du bestimmt. Wie ungerecht. Oder doch nicht. Ich liebe den Moment, auch wenn er weh tut.
Fällt mir keine Ausrede mehr ein, werde ich dir verzeihen. Mir einreden, ich verstehe das. Eine Lüge, mit der zu leben ich lernen will, wenn es das Wert ist. Wert ist es das dann, wenn ich am Ende nicht daran zerbreche, dass wir nie zusammen sind, wenn ich mich so halb fühle wie gerade.
Vielleicht bringt uns das hier aber auch weiter. So ganz ohne Glück. Vielleicht hilft uns auch der Schmerz zu sehen, wie wir uns fühlen sollten. So echt. So brav unvernünftig. So groß. Ein geschenkter Tag.
Diese Spielchen bin ich müde, ich will das nicht mehr. Bist du mutig genug, es zu wagen? Dann komm zu mir. Leg dich neben mich und wir werden sehen, wer sich traut, einzuschlafen. Mehr brauche ich nicht. Nagel mich nicht darauf fest. Wenn es dann anders ist, kann ich nichts zurücknehmen. Besonders nicht dich.
Gott, wenn du mir das antust, dann bleibe ich wortlos zurück. Und ich will tot schweigen, was je zwischen uns war. Und die Leidenschaft, sie soll die Schnauze halten. Ich werde ihr nie wieder glauben. Und ich werde hoffen, der Gedanke an dich und die Zeit vergeht Hand in Hand. Und ich vergesse, wer du bist. Und ich bleibe so zurück, bis ich müde genug bin, dich zu verpassen. Müde genug, dich nicht mehr zu sehen. Mühe genug, um zu schlafen.




Kommentare
Sehnsucht. Das Wort passt besser. Verrückt. Auch das. Und ich frage mich, wenn es wirklich so ist, dass wir uns so mögen, warum kannst du dann nicht bei mir sein? So weit weg fühle ich mich. Nicht allein, sondern einsam, ohne Dich. Wo so eine Einsamkeit immer herkommt, ohne dass sie vorher da war. Bevor ich dich kannte. Da vermisste ich doch auch nichts. Besonders nicht dieses Gefühl, das mich um den Verstand bringt. Sehnsucht.
27.04.2011, 23:01 von WhereWhenWhyMutig will ich sein. Was riskieren. Weil sich das hier nicht immer gut anfühlt. Aber so echt. So viel.
Großartig!
Und ich will tot schweigen, was je zwischen uns war. Und die Leidenschaft, sie soll die Schnauze halten. Ich werde ihr nie wieder glauben. Und ich werde hoffen, der Gedanke an dich und die Zeit vergeht Hand in Hand. Und ich vergesse, wer du bist.
In diesem Moment will man ihr nie wieder glauben, aber man wird es wieder tun, ganz sicher. Leidenschaft findet immer wieder eine offene Hintertür, zu der sie hereingeschlichen kommt und sich dann einfach ins Wohnzimmer setzt und man sich wieder erschreckt und trotzdem schickt man sie nicht wieder heim... Sie geht nicht so einfach, sie macht es sich bequem.
Ja, so ist das mit dem Einschlafen. Wer sich zuerst traut, denkt nicht so viel und... gewinnt.
27.04.2011, 12:16 von drops_of_augustWo so eine Einsamkeit immer herkommt, ohne dass sie vorher da war. Bevor ich dich kannte. Da vermisste ich doch auch nichts.
26.04.2011, 21:13 von HerzgesteuertDas frag ich mich auch jedesmal auf's Neue...aber - und darauf ist Verlass - dieses Gefühl folgt dem Herren alsbald auf dem Fuße...
wow, das ist wirklich sehr schön. Habs grad dreimal gelsesen. Empfehlung!
26.04.2011, 18:07 von TerrorEngelSuper, wahrer Text. Kann die Situation genau nachempfinden..
26.04.2011, 16:35 von KeepGoingOnEi Kerle, um was geht es denn???
26.04.2011, 15:44 von SurecampJeder kann hier was nachvollziehen und so.
Was könnt Ihr denn nachvollziehen?
Sag doch mal einer was mit Hand und Fuß!
Geschwurbel.
Gut geschrieben. Es berührt mich irgendwie. Kann es gut nachvollziehen, nur leider kann man nie wirklich vergessen.
26.04.2011, 15:37 von hopeless90@[Benutzer gelöscht] Danke in diesem Sinne finde ich irgendwie auch so unpassend. Weil Danke sag ich vielleicht, wenn mir persönlich jemand was Gutes tut, oder aus Höflichkeit in entsprechenden Situationen.
26.04.2011, 15:29 von topfbluemchenMich für einen Artikel zu bedanken find ich, sagen wir mal, kurios. Ich kann ihn gut oder schlecht finden, oder sonstwas...aber bedanken? Hmmm...
Na ja, jedem so, wie er´s beliebt.
Ich glaub übrigens auch, dass es daran liegt, was AnnaEcke da unter mir schreibt.
danke.
26.04.2011, 14:59 von dispokugeltrifft es ziemlich gut. Und bringt auch mal ein bisschen die Aggression zum Ausdruck, die meiner Meinung nach bei solchen Situationen immer eine Rolle spielt, beim Beschreiben aber gerne vergessen oder sogar durch Selbstmitleid und Gejammer ausgetauscht wird. Es macht wütend. Man verzweifelt. Manchmal platzt einem fast der Kopf. Ich finde, das kommt gut zum Ausdruck.
26.04.2011, 14:30 von clarinet